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Ulrich Noethen

Darsteller
München

Biografie

Ulrich Noethen, geboren am 18. November 1959 als Ulrich Schmidt in München, studiert Schauspiel an der Hochschule für darstellende Kunst in Stuttgart. Erste Bühnenerfahrungen sammelt er zwischen 1985 und 1987 als Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Freiburg. Ende der achtziger Jahre ist er am Schauspiel Köln zu sehen, wo er unter anderem mit Frank Castorf und Max Färberböck zusammenarbeitet. Anfang der neunziger Jahre folgt ein Engagement am Staatlichen Schauspielhaus in Berlin, wo Noethen in den kommenden drei Jahren unter anderem in Inszenierungen von "Faust", "Tod und Teufel" und "Ein Sommernachtstraum" bleibende Eindrücke hinterlässt.

Nach Schließung der Staatlichen Bühnen Berlin wechselt er zunächst zum Fernsehen, wo er etwa in der Serie "Die Partner" (1994/95) oder Spielfilmen wie Dominik Grafs hoch gelobtem Krimis "Tatort – Frau Bu lacht" (1996) und "Der Skorpion" (1996) zu sehen ist. Sein Kinodebüt gibt er 1997 mit einer Hauptrolle in Joseph Vilsmaiers Erfolgsfilm "Comedian Harmonists": Für seine Verkörperung des von den Nazis verfolgten Musikers Harry Frommermann wird Noethen mit dem Deutschen Filmpreis und dem Bayerischen Filmpreis 1998 ausgezeichnet. In den kommenden Jahren avanciert er mit Rollen in so unterschiedlichen Werken wie dem Kinderfilm "Das Sams" (Bayerischer Filmpreis 2001 als Bester Darsteller), Dani Levys Beziehungsdrama "Väter" oder Oliver Hirschbiegels "Der Untergang" (als Heinrich Himmler) zu den vielseitigsten Darstellern des deutschen Kinos.

Wie in "Der Untergang" verkörpert Noethen auch in Levys Hitler-Parodie "Mein Führer" (2007) den "Reichsführer SS" Heinrich Himmler – eine gekonnte Parodie auch auf seine eigene Darstellung. Und sowohl in Alain Gsponers vielfach ausgezeichneter Familien-Tragikomödie "Das wahre Leben" (2006) als auch in Rainer Kaufmanns Walser-Verfilmung "Ein fliehendes Pferd" (2007) ist Ulrich Noethen als Ehemann von Katja Riemann zu sehen, im ersteren als plötzlich arbeitsloser Workaholic, im zweiten als Langweiler, der aus seiner Ruhe gerissen wird. In Connie Walthers "Schattenwelt" (2008) spielt er einen ehemaligen RAF-Terroristen, den die Tochter eines RAF-Opfers mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Im Fernsehen ist Noethen neben Auftritten in Reihen wie "Tatort" auch in den prominenten Zweiteilern "Die Luftbrücke" (2005), für den er den Deutschen Fernsehpreis erhält, und "Teufelsbraten" (2007, Grimme-Preis) zu sehen. Außerdem verkörpert er ab 2008 die Titelrolle in den "Kommissar Süden"-Krimis des ZDF. Für seine Verkörperung des Herzogs Charles IX. in Jo Baiers Heinrich-Mann-Verfilmung "Henri 4" wird Noethen 2010 für den Deutschen Filmpreis als Bester Nebendarsteller nominiert.

Danach sieht man den Schauspieler in einer Reihe von Fernsehproduktionen. So etwa in der Komödie "Lügen haben linke Hände" (2011) mit Christine Neubauer, der Liebesgeschichte "Von Mäusen und Lügen" (2011), als Rudi Bockelmann in der Udo-Jürgens-Filmbiografie "Der Mann mit dem Fagott" (2011) oder als Polizeichef in Dominik Grafs hoch gelobtem Thriller "Das unsichtbare Mädchen" (2011). Fürs Kino spielt er in Christian Schwochows Drama "Die Unsichtbare" (2011) einen äußerst fordernden Theaterregisseur, der eine junge Schauspielerin an ihre Grenzen treibt. In dem Kinderfilm "Sams im Glück", der im Frühjahr 2012 in die Kinos kommt, schlüpft Noethen zum dritten Mal in die Rolle des schüchternen Schirmkonstrukteurs Bruno Taschenbier.

In Jan Ole Gersters vielfach preisgekröntem Überraschungserfolg "Oh Boy" hat er eine kleine, aber entscheidende Rolle als Vater des von Tom Schilling gespielten Protagonisten. Unter der Regie von Margarethe von Trotta sieht man ihn 2012 in "Hannah Arendt" in der Rolle des einflussreichen Philosophen Hans Jonas. Daneben wirkt er in einer Reihe von Fernsehproduktionen mit: Als kleinstädtischer Steueroberinspektor in Hermine Hunthgeburts TV-Komödie "Eine Hand wäscht die andere" (2012), als König in der Brüder-Grimm-Verfilmung "Allerleirauh" (2012, TV), als Geschäftsmann mit Bindungsängsten in der Komödie "Die Erfinderbraut" (2013) und als biederer Ehemann unter Mordverdacht in "Mein Mann, ein Mörder" (2013).

2013 sieht man Noethen aber auch wieder in einer Kinohauptrolle: In Bettina Blümners Jugendgeschichte "Scherbenpark" spielt er einen bildungsbürgerlichen Journalisten, der sich der Tochter einer ermordeten Frau annimmt.

Bei seinem nächsten Film handelt es sich dann wieder um familientauglichen Stoff: In der Kinderbuch-Adaption "Pettersson & Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft" (2014) spielt Noethen, ähnlich wie in den "Sams"-Filmen, einen leicht kauzigen Einzelgänger, der eines Tages einen nicht ganz alltäglichen Freund bekommt.

2014 spielt er in dem hoch gelobten TV-Thriller "Neben der Spur - Adrenalin" (Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert), dem Auftaktfilm einer neuen Krimireihe, die Hauptrolle eines kriminalistisch begabten Psychiaters. Unter der Regie von Rainer Kaufmann sieht man ihn in dem Fernsehspiel "Ich will dich" (2014) als Familienvater, dessen Frau sich eines Tages in eine Frau verliebt. Eine starke Rolle hat Noethen in Markus Imbodens Satire "Die Eisläuferin" als Ehemann der deutschen Bundeskanzlerin (2015, TV), die in eine Krise gerät. In dem preisgekrönten, auch international viel beachteten TV-Mehrteiler "Deutschland 83" (2015), über einen DDR-Spion in der Bundeswehr, hat er eine zentrale Rolle als westdeutscher Generalmajor.

2016 sieht man ihn in zwei weiteren Folgen der Krimireihe "Neben der Spur" (Folgen: "Amnesie" und "Todeswunsch"). In Stephan Wagners viel beachtetem Historiendrama "Die Akte General" (2016, TV) hat er die Hauptrolle des bahnbrechenden Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Eine Kinohauptrolle spielt Ulrich Noethen in dem mit Spannung erwarteten Drama "Das Tagebuch der Anne Frank" (2016, Regie: Hans Steinbichler) als Otto Frank, Vater von Anne Frank.

Ulrich Noethen ist mit der Schauspielerin Friederike Wagner verheiratet und Vater einer Tochter.

 

 

Filmografie

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