"Lies About My Mother", Source: Tobis Film, DFF, © Tobis Film, Frank Dicks
Golo Euler, Elise Lindner, Rosalie Thomass (v.l.)

Ab Donnerstag im Kino: Lügen über meine Mutter

Dass hinter heilen Familienfassaden Abgründe lauern können, ist ein ewiges Thema des Kinos. In Aron Lehmanns "Lügen über meine Mutter", nach dem autobiografischen Roman von Daniela Dröscher, wird es auf sehr realitätsnahe Weise verdichtet. Die Geschichte spielt in der westdeutschen Provinz der 1980er-Jahre und erzählt von Cornelia (hervorragend: Rosalie Thomass), die mit ihrem Mann Werner (Golo Euler) und dem gemeinsamen Kind in einem sozialen Umfeld lebt, wo Nachbarn genau hinsehen und ein paar Kilo zu viel schnell zum gesellschaftlichen Problem werden. Für Werner ist Cornelias Gewicht längst mehr als eine Frage des Aussehens. Er macht es zum Maßstab für ihren Wert – und für seinen eigenen Erfolg. Mittendrin: die siebenjährige Tochter Ela (Newcomerin Elise Lindner). Sie beobachtet ihre verzweifelnde Mutter, hört immer mehr ihrem toxischen Vater zu und versucht zu verstehen, warum in ihrer Familie so vieles unausgesprochen bleibt. In einer Mischung aus bitterbösem Gesellschaftsporträt und weiblicher Emanzipationsgeschichte stellt "Lügen über meine Mutter" zeitlose Fragen: Was bedeutet es, eine Frau zu sein, wenn der eigene Körper ständig zur öffentlichen Angelegenheit wird? Und was macht es mit einem Kind, wenn es die Vorurteile der Erwachsenen übernimmt? Es geht um Schönheitsideale und soziale Erwartungen – und schließlich auch um die Frage, welche Haltungen wir von unseren Eltern übernehmen, obwohl wir es doch besser machen wollten.

Aktuelles

Was ist uns der heutige Dokumentarfilm wert? Diese Frage bestimmte heute, 7. Oktober, die Preisverleihung des Gerd Ruge Stipendiums der Film- und Medienstiftung NRW. Vier Stipendiat*innen wurden ausgezeichnet, um ihre besonderen Dokumentarfilme für die große Leinwand zu entwickeln, und erhielten insgesamt 97.000 Euro. 

In der dritten Sitzung des Jahres 2026 hat das Vergabegremium "Distribution Support" von German Films entschieden, 29 Kinostarts deutscher Filme im Ausland zu unterstützen. Insgesamt wurde eine Fördersumme von 225.750 Euro vergeben.

In Erinnerung an den Regisseur und Drehbuchautor Manfred Stelzer vergibt die Deutsche Kinemathek gemeinsam mit seiner Frau Beatrice E. Stammer ab 2026 wieder jährlich den mit 5.000 Euro dotierten Manfred-Stelzer-Preis. Gesucht wird die herausragende Komödie einer oder eines Nachwuchs-Filmschaffenden.

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus findet am 27. und 28. Januar 2027 der dritte "Augen auf"-Kinotag der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) in Berlin, Halle (Saale), Köln und München statt. An beiden Vormittagen wird Schulklassen ein pädagogisch begleitetes Kinoprogramm mit bewegenden Filmen und anschließenden Gesprächen mit Filmgästen angeboten. In den ersten beiden Jahren hat der Augen auf-Kinotag damit bereits über 4.000 Schüler*innen und Lehrkräfte erreicht.

Vom 26. Oktober bis 4. November 2026 findet das 39. Tokyo International Film Festival (TIFF) statt. Das 1985 gegründete Festival zählt zu den führenden internationalen Filmfestivals Asiens und wurde 2026 im neuen Akkreditierungssystem der FIAPF als A-Festival ausgezeichnet. Insgesamt 17 deutsche Produktionen und Koproduktionen sind in diesem Jahr im Line-up vertreten.