"Mother's Baby", Source: JIP Film und Verleih, DFF, © FreibeuterFilm
Marie Leuenberger

Ab Donnerstag im Kino: Mother's Baby

Es dürfte der Alptraum jeder Mutter sein: die Vorstellung, dass das eigene Baby im Krankenhaus vertauscht wurde und man ein fremdes Kind mit nach Hause genommen hat. So geht es Julia (Marie Leuenberger), die nach einer komplizierten Geburt mit ihrem Neugeborenen nach Hause zurückkehrt. Eigentlich sollte nun alles gut sein – doch statt Nähe wächst in ihr ein beunruhigendes Gefühl der Distanz. Julias Zweifel bleiben zunächst unausgesprochen, werden jedoch stärker, als ihr Umfeld ihre Ängste als Erschöpfung oder Überforderung abtut. Zwischen gut gemeinten Ratschlägen und wachsender innerer Unruhe beginnt Julia, ihre eigene Wahrnehmung infrage zu stellen. Die Autorin und Regisseurin Johanna Moder lässt ihren Film "Mother’s Baby" geschickt als Drama über postnatale Depression beginnen, das sich jedoch zusehends in einen intensiven psychologischen Thriller verwandelt. Der Film entfaltet seine Spannung leise, verzichtet auf schnelle Antworten und lässt das Publikum Julias Perspektive einnehmen – und bald stellt sich die Frage, ob Julia mit ihren absurd scheinenden Verdächtigungen vielleicht doch die einzige Person ist, die klar sieht. Zwischen Paranoia-Thriller und Psychodrama stellt "Mother's Baby" Fragen nach Wahrnehmung, Vertrauen und gesellschaftlichen Rollenbildern – ungemein spannend und immer wieder überraschend.

Aktuelles

Vom 13. bis 18. Februar 2026 begrüßt Berlinale Talents 200 ausgewählte Filmschaffende in Berlin zu einem dynamischen Programm mit Vorträgen, Workshops und öffentlichen Diskussionen zum Thema "Creating (and) Confusion — Cinema, Chaos and the Power of Discomfort".

Am 23. Januar 2026 findet in München die 47. Verleihung des Bayerischen Filmpreises statt. Den Preis für den "Erfolgreichsten Film" erhält Michael Bully Herbig für seinen Film "Das Kanu des Manitu".

Nachdem es 2024 "Relations & Resistance" und 2025 "Offene Wunden, offene Worte" lautete, steht die diesjährige Ausgabe des Forum Special der Berlinale unter dem Motto "Mit Wasser kochen, reinen Wein einschenken". 

Die 38. Verleihung der European Film Awards findet am Samstag, den 17. Januar 2026, im ikonischen Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin statt, wo 1.000 internationale Gäste zu einer festlichen Gala zu Ehren des europäischen Kinos erwartet werden.

21 höchst unterschiedliche Filme wissen die Vielfalt der kurzen Erzählform versiert zu nutzen. Der Animationsfilm katapultiert Liebesraketen in das Universum der Sehnsüchte und lässt "Unflugobjekte" mit Kategorisierungsversuchen kollidieren.