"Mittagsstunde", Source: Majestic Filmverleih, DFF, © Majestic
Jan Georg Schütte, Charly Hübner (v.l.n.r.)

Ab Donnerstag im Kino: Mittagsstunde

Porträts ländlicher Lebenswelten, präzise und humorvoll, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Filme von Lars Jessen, sei es in seinem autobiografischen Kinodebüt "Am Tag als Bobby Ewing starb" in "Dorfpunks" oder in "Hochzeitspolka". Nun hat er sich mit "Mittagsstunde" den autobiografischen Roman von Dörte Hansen vorgenommen. Charly Hübner spielt darin den introvertierten Endvierziger Ingwer Feddersen, der in seine nordfriesische Heimat zurückkehrt, um sich um seine zunehmend hilfsbedürftigen Eltern zu kümmern. Im kleinen Dorf seiner Jugend wird er mit allerlei Jugenderinnerungen und -sünden konfrontiert, aber auch mit Veränderungen. Aus dem verschlafenen Ort mit Kirche, Schule, Gasthaus und traditioneller Mittagszeit ist eine bequem mit dem Auto zu erreichende Schlafstätte für Zugezogene geworden… Mit liebevollem Blick und einer schönen Mischung aus sanfter Ironie und Melancholie gelingt Lars Jessen einmal mehr das Porträt eines ganz spezifischen Provinzmilieus, voller schrulliger Charaktere, die nie zu Karikaturen werden. Bemerkenswert ist auch, dass der Film nicht nur inhaltlich und atmosphärisch nah an der Vorlage bleibt, sondern auch sprachlich: Wie im Roman sind die Dialoge der Dorfbewohner*innen op platt.

Aktuelles

In seiner dritten Sitzung des Jahres fördert das High End-Gremium der MOIN Filmförderung elf Projekte mit rund 1,7 Millionen Euro. Darunter befinden sich auch der neue Film "Amrum" von Fatih Akin und Hark Bohm sowie die Serienverfilmung des Jugendbuch-Bestsellers "Alea Aquarius". Das Nordbuster-Gremium hat zudem zwei Projekte mit rund 440.000 Euro unterstützt.

Lutz Pehnerts Dokumentarfilm "Bettina" (D 2022) erhält den Preis CLIO, der jährlich von "moving history - Festival des historischen Films Potsdam e.V." vergeben wird. Mit der Auszeichnung werden Filme gewürdigt, die sich auf besondere Weise mit einem historischen Thema befassen.

Die Schauspielerin Rosalie Thomass ist am kommenden Mittwoch, 21. September, um 20:15 Uhr zu Gast im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt und stellt dort in der Reihe "Was tut sich - im deutschen Film?" ihren neuen Film "Jagdsaison" vor.

Die FFA-Kommission für Verleih-, Vertriebs- und Videoförderung hat in ihrer jüngsten Sitzung für den Verleih von zwölf Filmen insgesamt 1.957.500 Euro vergeben.

Am gestrigen Abend wurden in Köln die herausragenden Leistungen des Fernsehjahres 2021/22 in Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Barbara Schöneberger moderierte die vom ZDF in der Primetime übertragene Gala "Die TV-Highlights des Jahres".