"Verbnrannte Erde", Source: Piffl Medien, DFF, © Reinhold Vorschneider, Schramm Film
Mišel Matičević

Berlinale 2024: Verbrannte Erde

Ob mit "Dealer", "Der schöne Tag", "Aus der Ferne", "Im Schatten", "Gold" oder "Helle Nächte": Die Liste der Filme Thomas Arslans, die auf der Berlinale Premiere feierten, ist lang und wurde gestern Abend um sein neuestes Werk ergänzt. "Verbrannte Erde" handelt vom Berufskriminellen Trojan, der nach zwölf Jahren nach Berlin zurückkehrt, dringend auf der Suche nach neuen Aufträgen. Nach anfänglicher Durststrecke wird ihm dort ein vermeintlich lukrativer Job angeboten: der Diebstahl eines Gemäldes von Caspar David Friedrich aus einem Museum. Doch während der Coup selbst reibungslos verläuft, erweist sich das Verticken der Ware als Problem, denn dem Mittelsmann  Victor (Alexander Fehling) ist nicht zu trauen. Als Fortsetzung des gefeierten Gangsterfilms "Im Schatten" (2010) entstanden, brilliert in der Hauptrolle von Arslans neuem Thriller erneut Mišel Matičević als Trojan, dessen Geschichte nie reißerisch, aber dennoch hochspannend mit wenigen Dialogen und befreit von allem Überflüssigem weitererzählt wird. Ein Stück deutsches Genrekino vom Feinsten, das ganz nebenbei einen spannenden Blick auf ein Berlin im Umbruch wirft, dessen zunehmende Gentrifizierung sich im Film in den vielen anonymen Schauplätzen, sterilen Hotelzimmern, verlassenen Parkplätzen und glatten Zweckbauten widerspiegelt.

Aktuelles

2024 wird zum elften Mal der mit 5.000 Euro dotierte Heiner-Carow-Preis auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin ausgelobt. Die Auszeichnung geht in diesem Jahr an die Regisseurin Eva Trobisch für ihren Spielfilm "Ivo".

Einmal pro Monat präsentieren DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und epd film in der Reihe "Was tut sich... im deutschen Film" ein herausragendes deutschsprachiges Kinowerk mit anschließendem Werkstattgespräch. Am Sonntag, 25. Februar, um 19:30 Uhr stellt die renommierte deutsche Schauspielerin Aylin Tezel mit "Falling Into Place" ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin vor, in dem sie auch selbst die weibliche Hauptrolle spielt.

Mit einer neuen Rekordzahl von über 12.000 Fachbesucher*innen aus 143 Ländern zog der European Film Market der 74. Internationalen Filmfestspiele Berlin, der gestern zu Ende ging, nach einer Woche Marktaktivitäten eine herausragende Bilanz.

Nach der bewegenden Eröffnungsgala stellten in den letzten Tagen zahlreiche Filmschaffende ihre Werke beim Festival vor. Glanzvolle, aber auch politische Auftritte am Roten Teppich und volle Kinosäle kennzeichnen die erste Hälfte des Festivals.

Für neun Produktionen – darunter drei Debüts – hat die FFA-Kommission für Produktions- und Drehbuchförderung in ihrer ersten Sitzung des Jahres zusammen 3.001.000 Euro Förderung zugesagt.