Jürgen Böttcher, Source: Reinhardt & Sommer, © Reinhardt & Sommer
Jürgen Böttcher in der DEFA-Filmküche am 5. März 2007

95. Geburtstag: Jürgen Böttcher

Ein präziser, so unbestechlicher wie sensibler Blick und das beharrliche Interesse für die Lebenswirklichkeit einfacher Leute wurden zu seinen Markenzeichen und machten Jürgen Böttcher zu einem der wichtigsten Dokumentarfilmer der DEFA. So porträtierte er in "Martha" (1979) eine Berliner "Trümmerfrau", zeigte in "Rangierer" (1984) die Arbeit auf dem größten Rangierbahnhof der DDR in Dresden-Friedrichstadt, "Die Mauer" (1990) wurde zum Abgesang auf eine ganze Epoche. Dass seine Werke bei aller Nüchternheit der Beobachtung immer auch filmisch faszinieren, liegt vor allem an seinem ausgeprägten Sinn für starke Bilder, und der hat mit Böttchers zweitem Leben als Bildender Künstler "Strawalde" zu tun, das er stets parallel zu seiner Filmkarriere führte und in dem er ebenfalls Erfolge feierte. Mit der Kulturpolitik der DDR geriet er allerdings auf dem einen wie dem anderen Gebiet in Konflikt, sei es wegen seines angeblichen "Formalismus" in der Malerei oder wegen des zu kritischen Blicks seiner Filme auf die ostdeutsche Gesellschaft. Auch sein einziger Spielfilm "Jahrgang 45" von 1966, das eindringliche Drama einer scheiternden jungen Ehe, das die Offiziellen als "nihilistisch und skeptizistisch" verdammten, konnte erst 1990 uraufgeführt werden – und gilt längst als einer der großen DEFA-Klassiker. Am 8. Juli wird der große Jürgen Böttcher 95 Jahre alt. Wir gratulieren sehr herzlich!

Aktuelles

Die Jury für Dokumentarfilme hat 726.617,82 Euro Produktionsförderung für vier Filme vergeben, fünf weitere Projekte erhielten 201.979,63 Euro Projektentwicklungsförderung. Insgesamt wurden somit neun Projekte mit 928.597,45 Euro gefördert.

Die Film- und Medienstiftung NRW unterstützt in ihrer aktuellen Förderrunde der vereinfachten Produktionsförderung 15 Filmprojekte mit insgesamt 517.400 Euro. Im Mittelpunkt stehen kulturelle Filmprojekte, die sich mit Fragen von Identität, gesellschaftlichem Wandel, Erinnerung, Gerechtigkeit und demokratischen Entwicklungen auseinandersetzen. Die geförderten Vorhaben zeichnen sich durch eine hohe künstlerische Qualität, innovative filmische Ansätze und relevante gesellschaftliche Perspektiven aus.

Ein Höhepunkt des 43. Filmfest München war am Samstag die Verleihung der Preise in den fünf internationalen Wettbewerben (CineCoPro, CineMasters, CineVision, CineRebels und CineKindl), Young Jury Awards, des FIPRESCI-Preises und der drei Publikumspreise. Bereits am Freitagabend sind die Förderpreise Neues Deutsches Kino verliehen worden.

Kurz nachdem im Mai die Kinoprogrammprämie des Bundes für 2025 ausgeschüttet wurde, starten nun die Vorbereitungen für die Förderrunde 2026. Zentraler Bestandteil der Kinoprogrammprämie ist die Filmliste mit allen programmfüllenden Filmen, die im Jahr 2025 im Kino gespielt wurden. Die FFA stellt eine Vorab-Version dieser Filmliste bereit, die ab sofort auf der FFA-Website eingesehen und überprüft werden kann.

In der Sommer-Sitzung vergibt das Gremium der Filmförderung im MBB 4,3 Mio. Euro an 12 Filmproduktionen und 6 Entwicklungsvorhaben.