"Töchter Europas" (2026)
"Töchter Europas" (2026)

Ab Donnerstag im Kino: Töchter Europas

In ihrem Dokumentarfilm "Töchter Europas" begleiten Iris Janssen und Verena Kuri Frauen, die quer durch den Kontinent unterwegs sind – nicht als Touristinnen, sondern als Menschen, deren Mobilität oft von Notwendigkeit, Hoffnung oder familiären Bindungen geprägt ist. Aus nächtlichen Busterminals, regennassen Fenstern und improvisierten Grenzkontrollen entsteht ein impressionistisches Panorama, das die allzu oft sehr laute politische Debatte über Migration leise, aber eindringlich unterläuft. Die Kamera richtet sich dabei ausschließlich auf weibliche Reisende: eine ukrainische Mutter, die ihre Töchter in Etappen wiederfindet; Studentinnen, die über Fernbeziehungen sprechen; Arbeiterinnen, die zwischen Ländern und Lebensentwürfen pendeln. Manche werden länger begleitet, andere nur kurz. Ihre Wege kreuzen sich für Stunden, bevor sie wieder auseinanderdriften – ein flüchtiges Miteinander, das Europa als Raum der Bewegung und zugleich der Begrenzung sichtbar werden lässt. Immer wieder markieren Kontrollen jene Momente, in denen sich anhand von Herkunft und Hautfarbe entscheidet, wer weiterfahren darf und wer nicht. "Töchter Europas" ist ein atmosphärisches Roadmovie in kaleidoskopischen Momentaufnahmen, das weniger erklärt als spürbar macht, wie sich Mobilität in Zeiten politischer Verwerfungen anfühlt.

Aktuelles

"The Panic Inside" und "Send Nudes" gehören zu den sieben Finalisten in der Kategorie "Animation" der diesjährigen Studenten Oscars®. Beide Filme entstanden im Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg. 

Maren Ade, Hüseyin Tabak und Maria Schrader sind unter den Regisseur*innen, deren neue Projekte von der Jury für Spielfilm gefördert wurden. Vier Spielfilme erhielten zusammen 1.950.000 Euro Produktionsförderung, bei drei weiteren Projekten wurde die Projektentwicklung mit 260.000 Euro gefördert. Insgesamt vergab die Jury somit 2.210.000 Euro an sieben Spielfilmprojekte.

Vom 5. bis 15. August 2026 wird Locarno erneut zum Treffpunkt der internationalen Filmwelt: Das traditionsreiche Locarno Film Festival feiert seine 79. Ausgabe und präsentiert aufstrebende Talente ebenso wie etablierte Filmschaffende aus aller Welt. Neun deutsche Produktionen und Koproduktionen sind in verschiedenen Wettbewerbssektionen vertreten. German Films arbeitet zudem erneut mit Locarno Pro im Rahmen des Programms "Match Me!" zusammen.

Im 15. Wettbewerbsjahr des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises (DMFP) wurden 371 Filme eingereicht. In einem mehrstufigen Sichtungs- und Bewertungsverfahren werden nun die "Besten der Besten" in den sechs Kategorien des DMFP ermittelt. 

"Nostalgie, Immersion und gemeinsames Erleben – das Kino ist nach wie vor mit starken positiven Bildern aufgeladen, gleichzeitig verzichteten 2025 jedoch mehr als zwei Drittel der in Deutschland lebenden Bevölkerung auf einen Kinobesuch," stellte Norina Lin-Hi, Leiterin der FFA-Abteilung Strategie und Analyse, am Nachmittag beim FFA-Seminar im Rahmen der CineHamburg fest.