"Visitation", Source: STUDIOCANAL, DFF, © STUDIOCANAL, Ziegler Film
Susanne Wolff

Neu im Kino: Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte

Der große Volker Schlöndorff hat sich für seinen neuen Film wieder einmal eine anspruchsvolle literarische Vorlage gewählt – und nicht zum ersten Mal ein Buch adaptiert, das viele zuvor für unverfilmbar hielten: Jenny Erpenbecks "Heimsuchung". Der epische Reigen miteinander verwobener menschlicher Schicksale spannt sich über das gesamte 20. Jahrhundert, ohne jemals seinen Schauplatz zu verlassen: ein Haus auf einem weiten Grundstück, idyllisch an einem märkischen See gelegen. Hier blickt der Film in die Leben eines jüdischen Tuchfabrikanten, der vor den Nazis fliehen muss, eines Architekten, der mit Albert Speer ein neues Berlin errichten will und später zunächst in Ost-Berlin Erfolg hat, dann aber bei den DDR-Oberen in Ungnade fällt, und eines kommunistischen Schriftstellerpaars, das aus dem sowjetischen Exil zurückgekehrt ist. So wird das Haus zu einem Ort, an dem sich Träume und Traumata der deutschen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts eindrucksvoll in menschlichen Dramen verdichten, so nachdenklich wie poetisch. Produziert wurde "Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte" von Regina Ziegler, das großartige Ensemble wartet unter anderen mit Martina Gedeck, Lars Eidinger, Susanne Wolff, Ulrich Matthes und Angela Winkler auf. Beim Hessischen Filmpreis vergangene Woche wurde das Werk mit dem Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste Adaption ausgezeichnet.

Aktuelles

Am 12. November wird im Rahmen der Preisverleihung des 75. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg (IFFMH) auch der Deutsche Dokumentarfilmpreis 2026 vergeben. Die Nominierten hat der SWR heute auf der Programmpressekonferenz des IFFMH in Mannheim bekannt gegeben.

Die Ausgaben für Home Video und Kino in Deutschland erreichten im ersten Halbjahr 2026 mit 2,3 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch. Das entspricht einem Wachstum von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber waren vor allem die Kinoausgaben, die auf 522 Millionen Euro stiegen. Das SVoD-Segment überschritt erstmals die Marke von 1,5 Milliarden Euro.

Das Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) fördert in seiner Sitzung für Kurz- und Experimentalfilme 5 Kurzfilme als Talentförderung und 13 Arbeiten für Museen, Galerien, Film- und Kunstfestivals. Diese Förderung ist ein wichtiger Baustein für die international renommierte Experimentalfilm-Szene der Kunstmetropole Berlin.

Der FFA-Verwaltungsrat hat Marco Wanderwitz einstimmig als zukünftigen Vorstand der Filmförderungsanstalt bestellt. Marco Wanderwitz wird sein neues Amt Mitte 2027 antreten und folgt Peter Dinges, dessen Vertrag am 31. Oktober 2027 endet.

Ab sofort stehen 41 aktuelle Kurzfilme aus den Wettbewerben der Kurzfilmtage 2026 im Verleih des Festivals zur Verfügung. Darunter sind preisgekrönte Arbeiten und Highlights, Produktionen aus Deutschland und Europa, aber auch aus Japan, Ruanda oder China. Alle Titel können als abendfüllende Programme oder als Vorfilme ausgeliehen werden. Ein neues Programm mit Kinderfilmen ab acht Jahren sowie die fünfte Edition der erfolgreichen Serie "Made in Germany" runden das Verleihangebot ab. Alle Titel stehen für die Vorführung vor Ort zur Verfügung, in vielen Fällen auch für eine Online-Auswertung.