David Kross in "Leander Haußmanns Stasikomödie" (2021); Quelle: Constantin Film Verleih, DFF, © UFA Fiction, Constantin Film Verleih, Foto: Nik Konietzny
David Kross

Neu im Kino: Leander Haußmanns Stasikomödie

Mit der satirisch angehauchten Ost-Berliner Jugendmilieu-Studie "Sonnenallee" machte der vom Theater kommende Leander Haußmann sich 1999 einen Namen als Filmregisseur. Der Film war zugleich der erste Teil seiner 'DDR-Trilogie', die er 2005 mit "NVA" fortsetzte, und die nun mit "Stasikomödie" ihren Abschluss findet. Im Mittelpunkt steht der junger, leicht naive Ludger (David Kross), der Anfang der 1980er Jahre von der Stasi angeworben wird, um die Berliner Kulturszene am Prenzlauer Berg auszuspionieren. Allerdings findet der systemtreue Spitzel bald Gefallen am Leben der Bohème. Er verliebt sich in eine mysteriöse Künstlerin (Deleila Piasko), lernt seine spätere Ehefrau (Antonia Bill) kennen und avanciert sogar zu einem gefragten Dichter. All das bringt Ludger natürlich in Konflikt mit seiner eigentlichen Mission und vor allem mit seinem unerbittlichen Stasi-Führungsoffizier – eine Rolle, die Henry Hübchen direkt eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis einbrachte. Leander Haußmann findet in "Stasikomödie", zu der er auch das Drehbuch schrieb, eine stimmige Balance zwischen überdrehtem Humor und hintergründigem Witz, zwischen präziser Milieustudie und satirischer Überzeichnung. Getragen von einem bestens aufgelegten Ensemble ist der Film auch keine plumpe "Abrechnung" mit der DDR-Vergangenheit, sondern ein ebenso amüsanter wie hellsichtiger Rückblick auf eine Ära, die inzwischen sehr weit weg erscheint.

Aktuelles

Im Rahmen einer feierlichen Gala im Münchner Prinzregententheater wurde am 20.5.2022 der Bayerische Filmpreis 2021 verliehen – endlich wieder mit rotem Teppich und persönlichen Begegnungen. 

Der Bundeshaushalt für Kultur und Medien wird 2022 erstmals bei 2,29 Milliarden Euro liegen. Dies beschloss der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner gestrigen Sitzung. Damit wächst der Kultur- und Medienetat der Bundesregierung gegenüber dem Vorjahr um rund 148 Millionen Euro.

Wie die Kinos in Deutschland durch das zweite Pandemiejahr 2021 gekommen sind und welche Herausforderungen für die Zukunft bestehen, erörterte Frank Völkert, stellvertretender Vorstand der Filmförderungsanstalt FFA, am heutigen Donnerstag beim Fachkongress "KINO 2022" in Baden-Baden.

Nach zwei Ausgaben, in denen sich das Filmfest München jeweils erfolgreich neu erfunden hat, kehrt das Festival dieses Jahr mit 120 Filmen in die Kinos zurück und begibt sich an besondere Orte.

Das Filmmuseum München präsentiert von 19. Mai bis 3. Juli eine Werkschau mit Filmen des Regisseurs und Produzenten Rob Houwer, der eine wesentliche Rolle beim Jungen Deutschen Film in den 1960er Jahren spielte.