Maren Eggert, Jean-Christophe Folly (v.l.n.r.) in "Gavagai" (2025); Quelle: Port au Prince Pictures, DFF, © Port au Prince Pictures
Maren Eggert, Jean-Christophe Folly (v.l.)

Ab Donnerstag im Kino: Gavagai

"Gavagai" – bei dem geheimnisvollen Titel von Ulrich Köhlers neuem Film handelt es sich um einen Begriff aus der Sprachphilosophie, der Kommunikationsfehler und Missverständnisse bezeichnet, nicht selten kulturell bedingt. Das passt sehr gut zu Köhlers Film, der ein internationales Filmteam bei den Dreharbeiten zu einer modernen "Medea"-Verfilmung im Senegal beobachtet – wo sich allerlei kulturelle Fallstricke auftun: zwischen persönlichen und kulturellen Spannungen entsteht ein fragiles Geflecht aus Ambitionen, Projektionen und Missverständnissen; Machtverhältnisse und Blickwinkel verschieben sich zunehmend. Im Zentrum steht die deutsche Schauspielerin Maja (Maren Eggert), die die Titelrolle verkörpert. Zwischen ihr und ihrem afrikanischen Co-Star Nourou entwickelt sich eine kurze, aber intensive Affäre. Monate nach dem Dreh, bei der Premiere des Films, werden die gemeinsamen Erfahrungen neu lesbar: was einst unmittelbar war, erscheint nun fremd und konstruiert. Ein rassistischer Vorfall wirft neue Spannungen auf. Köhler inszeniert diese komplexe Geschichte als Mischung aus Drama und Satire über Identität, Klassenverhältnisse, postkoloniale Arroganz und Kunst, deren "gute Absicht" sich je nach Lesart und Perspektive ins Gegenteil verkehrt – Gavagai eben. So gelingt Köhler ein sehr cleverer Film, der auf clevere Weise auch sehr unterhaltsam ist. 

Aktuelles

Am Dienstag, den 28. April 2026, eröffnet die 72. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die zweite unter der Leitung von Madeleine Bernstorff und Susannah Pollheim. Knapp 500 Kurzfilmproduktionen aus 59 Ländern stehen auf dem Programm. 121 davon konkurrieren in fünf Wettbewerben um Preisgelder in Höhe von knapp 45.000 Euro. 

Am Sonntagabend ging im Kölner Orangerie Theater – erstmalig Austragungsort des Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund+Köln – mit der Vergabe von fünf Filmpreisen im Wert von 18.000 Euro die 43. Festivalausgabe des IFFF Dortmund+Köln zu Ende. Im Internationalen Spielfilmwettbewerb nahmen erstmalig erste und zweite lange Spielfilme von Regisseur*innen teil. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Es ist fünf vor zwölf für das deutsche Filmerbe. Gemeinsam mit seinen Partnern vom Deutschen Kinematheksverbund richtet daher das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum einen eindringlichen Appell an die Politik von Bund und Ländern.

Mit 4,7 Milliarden Euro haben die Ausgaben für Home Video und Kino 2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Der Zuwachs von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist das Ergebnis steigender Ausgaben für SVoD-Abonnements und Kinobesuche. Im reinen Home Video Markt (insgesamt 3,7 Mrd. Euro) bleiben kostenpflichtige Abonnements (SVoD) das stärkste Segment; die Ausgaben überschreiten erstmals die 3-Milliarden-Euro-Marke. Mit einem Plus von 4 Prozent wachsen die Ausgaben für SVoD allerdings deutlich langsamer als in den Vorjahren (2024: 11 %, 2023: 13 %).

Der FFF Bayern fördert Monsanto, eine internationale Koproduktion für Netflix mit Starbesetzung. Der Spielfilm wird in Bayern produziert und größtenteils auch dort gedreht. Über die Förderempfehlung in Höhe von 500.000 Euro entschieden hat gestern der Ausschuss des FFF Förderprogramms für internationale Filme und Serien.