Michael Verhoeven, Quelle: Sentana Filmproduktion, Foto: Gerhard Kassner
Michael Verhoeven

80. Geburtstag: Michael Verhoeven

Häufig läuft es so: Die Kinder gutsituierter Eltern, die sich deren Fußstapfen verweigern wollen, verschreiben sich der brotlosen Kunst. Bei Michael Verhoeven verhielt es sich zunächst genau andersherum: 1938 wurde er in eine Theaterfamilie geboren, Schauspielerinnen und Regisseure links wie rechts, und Verhoeven entschloss sich nach dem Abitur prompt zu einem Medizinstudium samt Promotion. Der Ruf von Bühne und Leinwand verstummte für ihn jedoch nicht. Ab den 1950er-Jahren arbeitete er als Schauspieler und ab Ende der Sechziger betätigte sich der Mediziner auch als Regisseur. Als solcher fand er seine ganz eigene Sprache, unabhängig vom Neuen Deutschen Film und doch nicht trivial sondern stets engagiert, anti-nationalistisch eingestellt und klar positioniert gegenüber der deutschen NS-Vergangenheit. Bemerkenswert ist auch, dass in seinen Filmen oft handlungsstarke Frauen im Mittelpunkt stehen, wie in "Das schreckliche Mädchen", für den Verhoeven mit einer Nominierung für den Auslands-Oscar belohnt wurde. Michael Verhoeven, der seit fast 50 Jahren mit Senta Berger verheiratet ist und dessen Söhne nunmehr die Familientradition fortführen, wird am 13. Juli 80 Jahre alt. Wir gratulieren sehr herzlich!

Aktuelles

In ihrer jüngsten Sitzung, die in Paris stattfand, hat die Deutsch-Französische Förderkommission die Produktion von zwei Kinofilmen sowie die Entwicklung eines Filmvorhabens mit insgesamt 740.000 Euro gefördert.

Hans Weingartner wird mit dem neu geschaffenen, undotierten "Regiepreis Ludwigshafen" im Rahmen des Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.

In ihrer 166. Sitzung förderte die Film- und Medienstiftung NRW 23 Projekte mit 5,465 Mio. Euro.

Der neu geschaffene Friedrich-Baur-Preis wird im Rahmen der Internationalen Hofer Filmtage an einen Filmemacher*in für einen abendfüllenden Erstlingsfilm als "Hofer Goldpreis der Friedrich-Baur-Stiftung verliehen durch die Bayerische Akademie der Schönen Künste in memoriam Heinz Badewitz" vergeben.

Ein Spielfilm mit sehr aktuellem politischen Thema im Wettbewerb, melancholische Heiterkeit von einer Locarno-Rückkehrerin auf der Piazza Grande sowie schon mehrfach ausgezeichnetes Nachwuchskino in der Filmmakers of the Present Competition – der deutsche Film ist gut aufgestellt beim 71. Locarno Festival (1. – 11. August 2018).