"Im Spiegel meiner Mutter" (2006); Quelle: X Verleih, DFF, © COIN FILM, Silviu Guiman
Corinna Harfouch, Carla Juri (v.l.n.r.)

Neu im Kino: Im Spiegel meiner Mutter

Jutta Brückner zählt zu den prägenden Stimmen des Neuen Deutschen Films und hat dessen feministischen Zweig maßgeblich mit geformt. Mit "Tue recht und scheue niemand" begann sie 1975 ihre Auseinandersetzung mit dem Leben ihrer eigenen Mutter – ein Thema, das sie filmisch weiter begleitet hat. 1980 folgte mit "Hungerjahre" jenes autobiografisch inspirierte Drama, das sie international bekannt machte: die Geschichte eines Mädchens, das unter dem Druck der eigenen Mutter in Essstörungen und innere Verweigerung flüchtet. Mit "Im Spiegel meiner Mutter" schließt Brückner nun, rund 45 Jahre später, ihre Muttertrilogie ab – und kehrt zur selben Figur wie in "Hungerjahre" zurück: Ursula Scheuner, diesmal von Corinna Harfouch verkörpert. Ursula ist inzwischen Archäologieprofessorin. Der Fund einer jahrtausendealten Frauenleiche im Moor könnte ihr finanziell bedrängtes Institut retten, doch der Tod ihrer Mutter im Pflegeheim zwingt sie neben der beruflichen Spurensuche auch privat zurück in ungelöste Erinnerungsarbeit. Verstärkt wird ihre Verunsicherung durch die neue Assistentin Mel (Carla Juri), die auffällig viel über Ursulas Vergangenheit zu wissen scheint. Nicht nur deren Präsenz versetzt den Film dabei in einen Schwebezustand zwischen Wirklichkeit, Symbolik und Traum. Männer treten konsequent an den Rand; drei Frauengenerationen verschränken sich stattdessen zu einem Geflecht aus Nähe, Abwehr und Spiegelung, unsentimental und unaufgeregt erzählt. "Im Spiegel meiner Mutter" entzieht sich klaren Genrezuweisungen und beweist, dass Brückners erzählerische Genauigkeit auch rund 20 Jahre nach ihrem letzten Film nichts von ihrer Kraft verloren hat.

Aktuelles

Das 42. Bonner Sommerkino - Internationale Stummfilmtage beginnt: Vom 13. bis 22. August 2026 präsentiert es im Arkadenhof der Uni Bonn zahlreiche Stummfilme mit Live-Musik.

Vom 10. bis 20. September 2026 wird Toronto erneut zu einem der wichtigsten Treffpunkte der internationalen Filmbranche: Das Toronto International Film Festival (TIFF) feiert seine 51. Ausgabe und lädt zum wichtigsten nordamerikanischen Filmfest ein. Aus deutscher Sicht sind 18 Produktionen und Koproduktionen in Toronto vertreten.

Den Ehrenpreis Lebenswerk des Deutschen Schauspielpreises erhält nach der Entscheidung des Vorstands des Bundesverbands Schauspiel in diesem Jahr der Schauspieler Ottfried Fischer.

Seit der Erhöhung ihrer Förderquoten und Kappungsgrenzen im Jahr 2025 verzeichnen DFFF und GMPF so viele gestellte Anträge und Drehbeginne für Kino- und Serienproduktionen wie noch nie. Die anhaltend hohen Antragszahlen zusammen mit den für 2027 angekündigten rund 200 Mio. Euro Haushaltsmitteln führen nun zu einer Aktualisierung der Antragsanforderungen.

Zur 26. Ausgabe von Edimotion – Festival für Filmschnitt und Montagekunst hat die Vorjury erneut herausragende Montagearbeiten aus dem deutschsprachigen Raum ausgewählt. In den drei Wettbewerbskategorien wurden insgesamt 16 Editor*innen für ihre Leistungen an 15 Filmen nominiert. Eingereicht werden konnten majoritär in Deutschland, der Schweiz und Österreich produzierte Filme.