Christian Schwochow

Darsteller, Regie, Drehbuch
Bergen auf Rügen

Biografie

Christian Schwochow, geboren 1978 in Bergen auf der Insel Rügen, aufgewachsen in Berlin (Ost), Leipzig und Hannover, spielt bereits im Kindesalter in Radio-Hörspielen und ist als Jugendlicher Chefredakteur des Jugendmagazins "Shot!". Ab 1998 ist er als Autor und Sprecher für diverse TV- und Radiosender tätig. Nach einem Volontariat bei der ARD arbeitet er als Journalist für die ARD, Arte und 3Sat, bevor er im Jahr 2002 ein Studium der Filmregie an der Filmakademie Baden Württemberg aufnimmt, das er sechs Jahre später erfolgreich abschließt.

Bereits während seines Studiums realisiert Schwochow längere Dokumentarfilme sowie den 60-minütigen Spielfilm "Marta und der fliegende Großvater" (2006), der mit Erfolg auf mehreren internationalen Festivals läuft. Sein Abschlussfilm, das prominent besetzte Drama "Novemberkind", feiert beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2008 Premiere und wird dort mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Sein nächster Film, das psychologische Drama "Die Unsichtbare", feiert 2011 beim Karlovy Vary Film Festival Premiere und wird mit dem Preis für die Beste Hauptdarstellerin (Stine Fischer Christensen) sowie mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Im Februar 2012 kommt der Film in die deutschen Kinos; Nebendarstellerin Dagmar Manzel erhält für ihre Verkörperung der Mutter einer psychisch labilen Schauspielstudentin den Deutschen Filmpreis.

Für den TV-Zweiteiler "Der Turm" (2012), eine in der DDR spielende Familiengeschichte nach dem Roman von Uwe Tellkamp, erhält Schwochow 2013 gemeinsam mit seinen Hauptdarstellern Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen und Sebastian Urzendowsky, seinem Ausstatter Lars Lange und seinem Co-Drehbuchautor Thomas Kirchner den Grimme-Preis. Anschließend dreht Schwochow erneut einen Kinofilm: "Westen", über eine Mutter, die Ende der 1970er Jahre von der DDR nach Westdeutschland übersiedelt, wird 2013 beim Montréal World Film Festival uraufgeführt und erhält den Preis der FIPRESCI-Jury sowie den Preis für die Beste Darstellerin (Jördis Triebel). Im März 2014 startet "Westen" in den deutschen Kinos.

Einige Monate zuvor, im November 2013, gibt Christian Schwochow am Deutschen Theater Berlin mit der Inszenierung des Zweipersonenstücks "Gift" sein Debüt als Theaterregisseur; die Hauptrollen spielen Dagmar Manzel und Ulrich Matthes.

Positive Kritiken sowie einen Grimme-Preis erhält das Fernsehspiel "Bornholmer Straße" (2014): Die Tragikomödie schildert die letzten Stunden vor der Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989 aus der Sicht jenes DDR-Grenzkommandanten, der am Übergang Bornholmer Straße schließlich den Befehl gab, die Grenze zu öffnen. Beim Filmfest Hamburg 2014 feiert Schwochows "Tatort"-Folge "Borowski und der Himmel über Kiel" Premiere; nach einem Drehbuch von Rolf Basedow erzählt der viel gelobte, atmosphärisch intensive Krimi von einem grausigen Mord in der Kieler Drogenszene.

2016 wird der unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete TV-Dreiteiler "Mitten in Deutschland: NSU" ausgestrahlt. Schwochow trägt zu dem multiperspektivisch angelegten Drama über die neonazistische Terrorgruppierung den ersten Teil "Die Täter – Heute ist nicht alle Tage" bei, die anderen Teile werden von Züli Aladag und Florian Cossen inszeniert.

Nach dem aufwändigen, auf Ken Folletts Bestseller "A Dangerous Fortune" basierenden TV-Zweiteiler "Die Pfeiler der Macht" (ebenfalls 2016) beginnt Schwochow im Herbst 2015 mit den Dreharbeiten zu "Paula", einer Filmbiografie der expressionistischen Malerin Paula Modersohn-Becker mit Carla Juri in der Titelrolle. "Paula" wird beim Bayerischen Filmpreis 2017 für Beste Bildgestaltung (Frank Lamm) ausgezeichnet und gewinnt den Deutschen Filmpreis in den Kategorien Bestes Szenenbild und Bestes Kostümbild.

Viel Kritikerlob und eine ganze Reihe von Auszeichnungen erhält auch die von Schwochow inszenierte Serie "Bad Banks", über die korrupten Abgründe des modernen Investment-Bankings. Unter anderem gewinnt Schwochow den Bayerischen Fernsehpreis und den Deutschen Fernsehpreis, jeweils für die Beste Regie; die Serie selbst wird ebenfalls mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Außerdem erhält sie sieben Auszeichnungen beim Preis der Deutschen Fernsehakademie.

Beim Filmfest Hamburg feiert im Herbst 2019 "Deutschstunde" Premiere, eine Verfilmung des gleichnamigen Klassikers von Siegfried Lenz, der sich mit der NS-Zeit und der Aufarbeitung derselben in den Nachkriegsjahren befasst. Das Drehbuch schrieb Schwochows Mutter Heide Schwochow, mit der er bereits bei mehreren früheren Filmen zusammenarbeitete.

 

 

 

 

 

FILMOGRAFIE

2019/2020
  • Regie
2018/2019
  • Mitwirkung
2018/2019
  • Regie
2016-2018
  • Regie
2015/2016
  • Regie
2014-2016
  • Regie
2012/2013
  • Regie
2011/2012
  • Regie
2010/2011
  • Regie
  • Drehbuch
2007/2008
  • Regie
  • Drehbuch
2005
  • Regie
  • Drehbuch