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Horst Wendlandt

Weitere Namen
Alfred Gregor (Weiterer Name) H. O. Gregor (Weiterer Name) Horst Gregor Gubanov (Geburtsname) H. O. Wendlandt (Weiterer Name) Horst Otto Georgi Wendlandt (Weiterer Name) Sebastian von Werau (Weiterer Name)
Darsteller, Drehbuch, Produzent, Produktionsleitung, Aufnahmeleitung
Criewen (Kreis Angermünde) Berlin

Biografie

Horst Otto Grigori Gubanov, geboren am 15. März 1922 in Criewen bei Schwedt an der Oder. Sein Vater Gregor Gubanov ist russischer Landarbeiter, seine Mutter Auguste, geb. Klempnow, ist Deutsche. Er wächst bei Fritz und Minna Wendlandt, einer Schwester seiner Mutter, auf, die ihn 1944 adoptiert und deren Namen er annimmt.

1937, nach dem Besuch einer Höheren Handelsschule, geht er bei der Tobis-Filmkunst in die Lehre, die ihn 1939 als Kassierer übernimmt. Er arbeitet er in dieser Funktion für die Tobis zunächst in den Studios von Berlin-Johannisthal, 1944 für die Herstellungsgruppe Grund in Prag. Ihm droht die Einweisung in ein Internierungslager, da er trotz seiner Adoption nach wie vor als russischer Staatsbürger gilt. Er meldet sich daraufhin freiwillig zur Luftwaffe und kommt Ende 1944 zum Fliegerersatz-Bataillon 12 nach Fürth. 1945 gerät er in amerikanische Gefangenschaft. Zwei Jahre lang arbeitet er als Zwangsarbeiter in einem französischen Bergwerk in Merlebach, Weihnachten 1947 wird er entlassen.

Zurück in Berlin, versucht er wieder im Filmgeschäft Fuß zu fassen, arbeitet zunächst in seinem alten Beruf als Kassierer für Carl Froelich. 1951-54 ist er bei Waldemar Franks Central-Europa-Film als Geschäftsführer beschäftigt, als Produktionsleiter betreut er Operettenfilme und leichte Komödien wie "Rose von Stambul", "Ball im Savoy", "Der Vetter aus Dingsda", "Schützenliesel" und "Musik im Blut".

1954 engagiert ihn Artur Brauner für die CCC als Herstellungsleiter und Produktionschef. Auch hier ist Wendlandt zunächst vor allem für Schlager-, Revue- und Operettenfilme zuständig, Filme mit Caterina Valente und Peter Alexander. Später erweitert er seine Kompetenzen auch auf die Gebiete des Melodrams ("Gestehen Sie, Dr. Corda!", "... und sowas nennt sich Leben") und der internationalen Co-Produktionen ("Herrin der Welt").

Am 1.11.1960 wird Wendlandt Produktionschef der Rialto Film Preben Phillipsen Filmproduktion und Filmvertrieb GmbH, einem Unternehmen des dänischen Verleihers, Produzenten und Kinobesitzers Constantin Preben Phillipsen, der schon vorher maßgeblich an der Gründung des Constantin-Verleihs beteiligt war.

 

Die Rialto begründet bereits 1959, noch von Dänemark aus, die Edgar Wallace-Serie. Nach Wendlandts Einstieg wird der Sitz der Firma von Kopenhagen nach Hamburg, 1962 dann nach Berlin verlegt und die Wallace-Reihe zum Kernstück der Rialto-Produktion erhoben. Unter seiner Ägide entstehen, zumeist in Hamburger und Berliner Ateliers, bis 1972 insgesamt 36 Wallace-Krimis, die wohl langlebigste und erfolgreichste Filmserie in Deutschland nach dem Krieg.

Fast alle Rialto-Filme werden ab 1962/63 über die Constantin verliehen, nachdem Wendlandt 1961 die mit der Rialto affiliierte Verleihfirma Prisma liquidiert.

1962 entsteht in Co-Produktion mit Jadran-Film, Zagreb, unter der Regie von Harald Reinl die erste Karl May-Adaptation, "Der Schatz im Silbersee". Der Film bringt eine Welle von deutschen Western ins Rollen; wie schon bei der Wallace-Serie versuchen andere Produzenten, das Erfolgskonzept zu kopieren oder zu plagiieren. Insbesondere mit Artur Brauners CCC führt Wendlandt teilweise gerichtlich ausgetragene Auseinandersetzungen um Urheber- und Exklusivrechte.

Die Rialto bringt bis 1966 insgesamt neun Karl May-Filme heraus, fast alle plazieren sich unter den erfolgreichsten deutschen Filmen des jeweiligen Jahres. Auch in Frankreich, Italien und Ländern des Ostblocks (über das Vertriebsnetz des Jadran) verkaufen sich die deutschen Western gut, und selbst die angelsächsische Kritik nimmt die Karl May- Filme mehr oder weniger wohlwollend als "Sauerkraut-Western" zur Kenntnis.

Nachdem die letzten beiden May-Produktionen der Rialto, "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" und "Winnetou und sein Freund Old Firehand", eher mäßig an der Kinokasse abschneiden und außerdem die Produktionskosten im vormals Billigproduktionsland Jugoslawien in die Höhe geschnellt sind, sieht Wendlandt, unter Protest der größtenteils jugendlichen Fans, von weiteren May-Adaptionen ab.

Versuche Wendlandts in den späten 1960er Jahren, in anderen Genres Fuß zu fassen – den "Lümmelfilmen", Aufklärungsreports, Heinz Erhardt-Komödien –, haben eher wechselhaften Erfolg.

In den 1970er Jahren verlegt sich Wendlandt mehr und mehr auf das Verleihgeschäft. 1970 erwirbt er die deutschen Wiederaufführungsrechte von zehn langen Charlie Chaplin-Filmen und gründet 1971 zu diesem Zweck den Verleih Tobis-Filmkunst. Der Schritt macht sich bezahlt, die Chaplin-Filme werden zu einem unerwarteten Kassenerfolg.

Auch in der Folgezeit beweist die Tobis unter Wendlandts Führung ein sicheres Gespür mit Einkäufen wie den Terence Hill/Bud Spencer-Filmen, Louis de Funès-Komödien oder Action-Abenteuern mit Jean-Paul Belmondo (bei einigen dieser Filme fungiert die Tobis zudem als Co-Produzent). Ab Mitte der 1970er Jahre engagiert sich Wendlandt auch auf dem Gebiet des europäischen Autorenfilms, etwa als Co-Produzent bei Claude Sautets "Une histoire simple/Eine einfache Geschichte", Ingmar Bergmans "Das Schlangenei" oder Fassbinders "Lola" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss".

Anfang der 80er Jahre zieht sich Wendlandt weitgehend aus dem Verleihgeschäft zurück, um sich wieder ausschließlich der Produktion zu widmen. Schon seit 1972 verfügt er über alle Anteile an der Rialto, die er seinem ehemaligen Partner Phillipsen abgekauft hat. Und auch in den 1980er Jahren trifft Wendlandt mit seinen Filmen den Geschmack des Publikums; seine Komödien mit Otto Waalkes, Loriot und Hape Kerkeling rangieren ganz oben in der Erfolgsskala deutscher Produktionen.

Weniger positiv, auch dies bereits in den 1960er Jahren, ist Wendlandts Reputation bei der deutschen Filmkritik. Neben Artur Brauner und Luggi Waldleitner der prominenteste Vertreter des in Oberhausen totgesagten "Papas Kino", polarisieren Wendlandts Filme noch heute Publikumsschichten und Meinungen.

Horst Wendlandt ist ab dem 9.12.1950 mit Ilsegard Winter verheiratet, aus der Ehe stammen der Sohn Matthias (geb. 2.9.1952, ursprünglich Arzt) und die Tochter Susan Nielebock (geb. 1.6.1956), die beide seit 1987 bei der Rialto ebenfalls als Produzenten tätig sind.

Horst Wendlandt stirbt am 30. August 2002 in Berlin.

CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film
© 1984ff edition text+kritik im RICHARD BOORBERG VERLAG, München.

Filmografie

1999/2000
  • Produzent
1997/1998
  • Produzent
1997
  • Drehbuch
  • Produzent
1997
  • Produzent
1994/1995
  • Produzent
1993/1994
  • Produzent
1992/1993
  • Produzent
1992/1993
  • Produzent
1992
  • Produzent
1992
  • Produzent
1991/1992
  • Produzent
1991
  • Produzent
1990/1991
  • Produzent
1989/1990
  • Produzent
1987/1988
  • Produzent
1987
  • Produzent
1985/1986
  • Produzent
1985
  • Produzent
1983
  • Produzent
1982
  • Produzent
1981/1982
  • Co-Produzent
1981
  • Produzent
1981
  • Produzent
1980
  • Co-Produzent
1979/1980
  • Produzent
1979/1980
  • Co-Produzent
1978
  • Produzent
1978
  • Produzent
  • Co-Produzent
1976/1977
  • Produzent
1973
  • Produzent
1972
  • Idee
  • Produzent
1972
  • Produzent
1972
  • Produzent
1971/1972
  • Produzent
1971
  • Drehbuch
  • Produzent
1970
  • Produzent
1969/1970
  • Drehbuch
  • Produzent
1969
  • Produzent
1968/1969
  • Produzent
1968
  • Drehbuch
  • Produzent
1967
  • Produzent
1966
  • Produzent
1966
  • Produzent
1965
  • Produzent
1965
  • Produzent
1965
  • Produzent
1965
  • Produzent
1965
  • Produzent
1964
  • Produzent
1964
  • Produzent
1964
  • Produzent
1964
  • Co-Produzent
1964
  • Co-Produzent
1963/1964
  • Produzent
1963/1964
  • Produzent
1963
  • Produzent
1963
  • Produzent
1963
  • Produzent
1963
  • Produzent
1961/1962
  • Herstellungsleitung
1961
  • Deutsche Dialoge
  • Co-Produzent
  • Herstellungsleitung
1961
  • Produzent
1961
  • Produzent
1960/1961
  • Produzent
1960/1961
  • Herstellungsleitung
1960
  • Herstellungsleitung
1960
  • Herstellungsleitung
1959/1960
  • Herstellungsleitung
1959/1960
  • Herstellungsleitung
1959/1960
  • Herstellungsleitung
1959
  • Herstellungsleitung
1959
  • Herstellungsleitung
1959
  • Herstellungsleitung
1959
  • Herstellungsleitung
1958/1959
  • Herstellungsleitung
1958/1959
  • Herstellungsleitung
1958
  • Herstellungsleitung
1958
  • Herstellungsleitung
1958
  • Herstellungsleitung
1958
  • Herstellungsleitung
1958
  • Herstellungsleitung
1957/1958
  • Herstellungsleitung
1957
  • Stoff
  • Herstellungsleitung
1957
  • Herstellungsleitung
1957
  • Produktionsleitung
1957
  • Produktionsleitung
1957
  • Produktionsleitung
1956/1957
  • Produktionsleitung
1956
  • Produktionsleitung
1956
  • Produktionsleitung
1956
  • Herstellungsleitung
1953/1954
  • Produktions-Assistenz
1953
  • Produktions-Assistenz