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Axel Milberg

Darsteller
Kiel

Biografie

Axel Milberg, geboren am 1. August 1956 in Kiel als Sohn einer Ärztin und eines Rechtsanwalts, absolviert ab Ende der 1970er Jahre eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, wo er von 1981 bis 1998 Ensemblemitglied bei den Kammerspielen ist. Er spielt unter anderem den Don Juan und Nathan den Weisen unter Regisseuren wie Dieter Dorn, Peter Zadek und Alexander Lang. Sein Kinodebüt hat er bereits 1981 in "Neonstadt", er bleibt während der 80er Jahre jedoch fast ausschließlich fürs Theater tätig. Erst ab Anfang der 90er folgen zahlreiche, meist kleinere Kino- und Fernsehrollen, unter anderem in Serien wie "Derrick" und "Wolffs Revier".

Seinen Durchbruch als Kinodarsteller hat Milberg erst 1995 mit Hans-Christian Schmids "Nach fünf im Urwald" als spießig gewordener Vater und Jazzfan, der seine eigene Jugend wieder entdeckt, als seine Tochter (Franka Potente) von zuhause fortläuft. In Sherry Hormans "Irren ist männlich" (1996) spielt er einen Neurotiker, in Nico Hofmanns TV-Neuverfilmung von "Es geschah am hellichten Tag" (1996) übernimmt er den Part des psychopathischen Mörders Schrott. Gewalttätige und/oder neurotische Charaktere verkörpert er immer wieder, beispielsweise auch in Roland Suso Richters Gefängnisdrama "14 Tage lebenslänglich" (1997). Als Opportunist überzeugt er in "Der Campus" (1998). Milbergs zwischen Unauffälligkeit und Undurchschaubarkeit oszillierende Erscheinung wirkt ebenso überzeugend in abgründigen wie in gutmütigen oder ganz normal verschrobenen Parts.

Wichtige Fernsehrollen hat Milberg in "Seitensprung in den Tod" (1997), der Uwe-Johnson-Verfilmung "Jahrestage" (2000), als Veit Harlan in Horst Königsteins "Jud Süß – Ein Film als Verbrechen?" (2001) und als Generaloberst Friedrich Fromm in Jo Baiers "Stauffenberg" (2004). 2001 spielt Axel Milberg erstmals den Kommissar Klaus Borowski in "Stahlnetz – PSI", die gleiche Figur verkörpert er seit 2003 mit großem Erfolg in den Kieler "Tatort"-Folgen. 2007 ist er auch in der Hauptrolle der Serie "Dr. Martin" erfolgreich.

Ein weiteres Beispiel seiner langen Reihe von Rollen getriebener Charaktere ist der ständig unter Zeitnot leidende Manager in Detlef Bothes "Neben der Spur" (2007).

Beim Bayerischen Fernsehpreis 2008 wird er als Bester Schauspieler für seine Titelrolle als Dorfarzt in der Serie "Doktor Martin" ausgezeichnet (die er noch bis 2009 verkörpert). Auch sonst sieht man Milberg in einigen Fernsehproduktionen: So spielt er beispielsweise in Florian Gärtners Verfilmung von "Das Feuerschiff" (2008) den Bandenführer Caspary; in dem Drama "Stille Post" (2008) verkörpert er einen Mann, dessen Ehe durch einen Schüler auf eine harte Probe gestellt wird; in dem Märchenfilm "Das tapfere Schneiderlein" (2008) gibt er den guten König Ernst.

2009 hat Milberg dann wieder zwei Kinoauftritte. In Tom Tykwers Thriller "The International" spielt er einen Berliner Kriminalkommissar und in dem Kinderfilm "Die drei ??? - Das verfluchte Schloss" den Vater des jungen Hobbydetektivs Justus. In Philipp Stölzls "Goethe!" (2010) hat er eine kleine Rolle als Verleger. Bedeutender sind seine Fernsehrollen dieser Zeit. So verkörpert er in dem preisgekrönten Dokudrama "Aghet – Ein Völkermord" (2010, TV) den deutschen Türkei-Korrespondenten Harry Stürmer und in dem Dokudrama "Eichmanns Ende" (2010, TV) den legendären Staatsanwalt Fritz Bauer.

Unter der Regie von Matti Geschonneck spielt er in dem kammerspielartigen Drama "Liebesjahre" (2011, TV) den neuen Freund einer geschiedenen Frau (Iris Berben), die mit ihrem Ex-Mann (Peter Simonischek) beim Verkauf des gemeinsamen Hauses über ihre gescheiterte gemeinsame Beziehung und dessen neue Freundin (Nina Kunzendorf) aneinander gerät. Für diese Rolle wird Milberg, gemeinsam mit Geschonneck, dem Drehbuchautor und dem Rest des Hauptensembles, mit dem Grimme-Preis 2012 ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhält er für die "Tatort"-Folge "Borowski und die Frau am Fenster" eine Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis.

Neben zahlreichen weiteren Fernsehrollen sieht man Milberg 2012 und 2013 verstärkt auf der Kinoleinwand: In Margarethe von Trottas "Hannah Arendt" (2012) gibt er Arendts Ehemann, den deutsch-amerikanischen Philosophen Heinrich Blücher; in "Ludwig II." (2012) gehört er als König Maximilian II. zum Ensemble; in der Jugendbuchverfilmung "Rubinrot" (2013) ist er der gutmütige und freigeistige Lucas Montrose und in der Bestselleradaption "Feuchtgebiete" (2013) der Vater der sexuell freizügigen Hauptfigur.

Danach konzentriert Milberg sich wieder ganz auf seine umfangreiche TV-Arbeit. Neben seinen Auftritten als "Tatort"-Kommissar Borowski sieht man ihn unter anderem als BND-Mitarbeiter in dem preisgekrönten Dokudrama "Eine mörderische Entscheidung" (2013, TV), über den verheerenden Bundeswehr-Luftangriff bei Kundus im Jahr 2009. Zu seinen weiteren wichtigen Fernsehfilmen gehören das Historiendrama "Die Hebamme" (2014), in dem er einen Medizinprofessor und Hebammen-Ausbilder spielt, und die Komödie "Der Liebling des Himmels" (2015, Regie: Dani Levy), in der er an der Seite von Mario Adorf einen berühmten Psychiater in der Krise gibt. Viel Aufmerksamkeit und hervorragende Kritiken bekommt das thematisch brisante Drama "Meister des Todes" (2015, TV), über die Verstrickungen von Waffenindustrie und Politik. Darin spielt Milberg den Geschäftsführer einer Waffenfirma. Viel gelobt wird auch das Dokudrama "Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe" (2016, TV), mit Milberg als Richter Manfred Götzl. 2016 übernimmt Milberg zudem eine durchgehende Rolle als skrupelloser Schurke in der deutsch-südafrikanischen Mini-Serie "Cape Town".

Neben seiner Tätigkeit für Bühne und Film ist Milberg auch als Sprecher der deutschen Henning-Mankell-Hörbücher bekannt.

 

Filmografie

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