Inhalt
Verfilmung des autobiografischen Romans von Joachim Meyerhoff aus dem Jahr 2013. Im Mittelpunkt steht der siebenjährige Joachim, der mit seiner Familie in einer Villa auf dem Gelände einer Kinder- und Jugendpsychiatrie lebt, da sein Vater ihr als Direktor vorsteht. Der Familienalltag ist in diesem Umfeld alles andere als gewöhnlich, was vor allem Joachim und sein Vater sehr genießen: Unter den Patienten der Klinik fühlen die beiden sich am wohlsten. Auf die Gesellschaft der "Normalos" hingegen können sie gerne verzichten. Ganz anders empfindet es jedoch Mutter Iris, die ihrer erlebnisreichen Jugend in Italien nachtrauert und sich auch heute ein weltläufigeres Leben wünscht. Diese gegensätzlichen Haltungen und Empfindungen drohen das scheinbar unbeschwerte Familienidyll in die Krise zu stürzen, wie auch der kleine Joachim bald erkennen muss.
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Josses ohnehin schon reiche Phantasie wird auf dem Hesterberg, wo einmal sogar der Ministerpräsident einen Wahlkampf-Termin absolviert, eher angeregt als auf dem Gymnasium, wo der Schuldirektor Otten (Matthias Bundschuh) von seinen im Russlandfeldzug der Wehrmacht erfrorenen Zehen spricht. Als Vater Richard an seinem 40. Geburtstag mit dem Rauchen aufhört, hat Josse längst gemerkt, dass die Ehe der Eltern in die Jahre gekommen ist: Während er sich ungewöhnlich häufig mit der Sparkassen-Sachbearbeiterin Ehlers trifft, sehnt sich Mutter Iris nach Italien: ihre Aquarelle strahlen die Wärme römischer Sommernächte aus.
Josse aber, inzwischen 14, wird es auch im norddeutschen Dauerregen warm ums Herz – an der Seite der depressiven und hochgradig suizidgefährdeten Patientin Marlene, seiner ersten großen Liebe. Die er zurücklassen muss, als er für ein Jahr als Austauschschüler in die USA geht. Wo ihn gleich mehrere Hiobsbotschaften erreichen, die Josse schneller als von ihm erhofft erwachsen werden lassen: Die Eltern haben sich getrennt, sein zweitältester Bruder ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Marlene hat es im x-ten Anlauf geschafft, sich umzubringen. Als sich herausstellt, dass Vater Richard unheilbar an Krebs erkrankt ist, was er lange Zeit geheim gehalten hat, kommt die Familie wieder zusammen…
Joachim Meyerhoff, langjähriger Star-Schauspieler sowohl des Wiener Burgtheaters als auch der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, erzählt irrsinnig komisch und zugleich tief berührend in seiner teilweise auch für die Bühne adaptierten und inzwischen auf sechs Bände angewachsenen autobiographischen Romanreihe „Alle Toten fliegen hoch“ von seiner außergewöhnlichen Kindheit und Jugend im hohen Norden Deutschlands – und vom skurrilen Familienleben inmitten einer psychiatrischen Einrichtung.
„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ ist die Verfilmung des gleichnamigen, 2013 erschienenen tragikomischen Bestsellers, dem zweiten Band der Reihe, welcher auch aus der Sicht des Heranwachsenden die Frage stellt, was unter „normal“ zu verstehen ist. Lars Hubrich und Sonja Heiss, preisgekrönte Regisseurin von „Hedi Schneider steckt fest“ und Autorin des Spiegel-Bestsellers „Rimini“, haben sich mit Erfolg darum bemüht, die außergewöhnliche Sprache und melancholische Grundstimmung der Coming-of-Age-Story Meyerhoffs auf die Leinwand zu übertragen. Und das mit einem besonderen Ensemble von professionellen Schauspielern und Laiendarstellern mit und ohne Behinderung.
Pitt Herrmann