Armin Mueller-Stahl

Darsteller, Regie, Drehbuch, Musik
Tilsit (heute Sowetsk, Russland)

Biografie

Armin Mueller-Stahl, geboren am 17. Dezember 1930 im damals ostpreußischen Tilsit (heute: Sowetsk, Kaliningrad), studiert Musikwissenschaft und Geigenspiel in Berlin und legt 1949 das Musiklehrerexamen ab. Im Anschluss will er Schauspielerei studieren, wird jedoch "wegen mangelnder Begabung" abgelehnt. Trotzdem erhält er 1952 am Berliner Theater am Schiffbauerdamm ein Engagement und ist 1954 auch an der Volksbühne zu sehen.

Ab 1955 steht Stahl auch für Kino- und TV-Produktionen der DEFA vor der Kamera. Größere Beachtung erfährt er erstmals 1960 durch seine Leistung in dem mehrteiligen Fernsehfilm "Flucht aus der Hölle" von Hans-Erich Korbschmitt. Im Lauf seiner DEFA-Karriere ist Mueller-Stahl wiederholt in Filmen des renommierten Regisseurs Frank Beyer zu sehen, so etwa als Franzose in "Fünf Patronenhülsen" (1960), als Antifaschist Michael in "Königskinder" (1962) und als Roman Schtamm in "Jakob der Lügner" (1974). Großes Lob erhält er auch für seine beeindruckende Darstellung eines Blinden in Egon Günthers "Der Dritte" (1971).

Popularität bei einem Massenpublikum erlangt Armin Mueller-Stahl nicht zuletzt durch seine Mitwirkung in TV-Mehrteilern wie etwa der Fallada-Adaption "Wolf unter Wölfen" (1965) von Hans-Joachim Kasprzik, oder in der Reihe "Das unsichtbare Visier" (1973-1975) als sozialistische Antwort auf James Bond. Zu seinen großen Erfolgen dieser Zeit gehören außerdem der DEFA-Western "Tödlicher Irrtum" (1970) oder Roland Gräfs Thriller "Die Flucht" (1977), in dem er als Kinderarzt eine starke darstellerische Präsenz zeigt. Daneben ist Mueller-Stahl als Synchron- und Rundfunksprecher tätig und tritt auf Varietébühnen mit eigenen Liedern und Chansons auf.

 

1976 nimmt seine Karriere ein plötzliches Ende, als er sich öffentlich gegen die Ausbürgerung des DDR-kritischen Liedermachers Wolf Biermann engagiert: Mueller-Stahl wird von Rollenangeboten ausgeschlossen, was in der DDR einem Berufsverbot gleichkommt. 1980 siedelt er schließlich in den Westen über. Die Erlebnisse dieser Zeit verarbeitet er in dem Roman "Verordneter Sonntag".

In der Bundesrepublik kann Mueller-Stahl seine Karriere jedoch fortsetzen. Durch Rollen in TV-Filmen wie "Collin" (1981, Regie: Peter Schulze-Rohr) nach dem Roman von Stefan Heym und Kinoarbeiten wie der Hauptrolle in Rainer Werner Fassbinders Wirtschaftswunder-Film "Lola" (1981; Bundesfilmpreis für Stahl) oder István Szabós "Oberst Redl" (1984) steigt er schnell zu einem auch international gefragten Star auf: So spielt er in internationalen Produktionen wie Patrice Chéreaus "L"homme blessé" (1983), als Kriegsverbrecher in Constantin Costa-Gavras "Music Box" (1989), als jüdischer Patriarch in "Avalon" (1990) und als ostdeutscher Taxifahrer in New York in Jim Jarmuschs "Night on Earth" (1991). Mit der Hitler-Satire "Gespräch mit dem Biest/Conversation with the Beast" gibt er 1996 sein Debüt als Regisseur und Autor und übernimmt zudem die Hauptrolle.

In den 1990er Jahren wechselt Mueller-Stahl beständig zwischen Deutschland und den USA, wo er auch in TV-Produktionen spielt, so den Rabbi Heller in Joan Micklin Silvers "In the Presence of Mine Enemies" (1997) und den Geschworenen Nr. 4 in William Friedkins Neuverfilmung von "12 Angry Men" (1997) oder "The X-Files – The Movie" (1998). Ebenfalls 1997 erhält er eine Oscar-Nominierung für seine Darstellung von David Helfgotts Vater in der australischen Produktion "Shine" unter der Regie von Scott Hicks. Im gleichen Jahr wird er mit der "Berlinale Kamera" für sein Lebenswerk geehrt.

2001 übernimmt er die Rolle des Thomas Mann in Heinrich Breloers hoch gelobtem Fernseh-Mehrteiler "Die Manns – Ein Jahrhundertroman" – eine Rolle, die ihm nicht nur großes Kritikerlob einbringt, sondern auch einen Grimme-Preis als "Bester Darsteller". Sieben Jahre später, kurz nach seiner ungewöhnlichen Rolle als Gangsterboss in David Cronenbergs "Eastern Promises" (Tödliche Versprechen) arbeitet er erneut mit Breloer zusammen: In der prominent besetzten, aufwändig produzierten Kinoadaption von "Die Buddenbrooks" verkörpert er den Familienpatriarchen Johann Buddenbrook.

In Tom Tykwers Thriller "The International" (USA/DE 2009) hat Stahl eine Schlüsselrolle als ehemaliger Stasi-Offizier, der in die mörderischen Geschäfte einer mächtigen Bank verwickelt ist. Unter der Regie von Ron Howard sieht man ihn anschließend in der Bestsellerverfilmung "Illuminati" (USA 2009) als Kardinal und päpstlichen Zeremonienmeister, gefolgt von der Verkörperung des deutschen Generalfeldmarschalls Wilhelm Ritter von Leeb in dem Kriegsfilm "Leningrad" ("Leningrad – Die Blockade", RU/UK 2009).

Danach zieht sich der inzwischen fast 80-jährige für einige Jahre von der Schauspielerei zurück. 2014 wird er beim Filmfestival Locarno mit einem Preis für sein Lebenswerk geehrt; im Jahr darauf folgt der Preis für das Lebenswerk beim Zürich Filmfestival. Für den legendären amerikanischen Regisseur Terrence Malick kehrt Armin Mueller-Stahl schließlich noch einmal vor die Kamera zurück: In dem philosophischen Drama "Knight of Cups" (USA 2015) spielt er einen weisen Priester.

Mueller-Stahl, der in mehr als 130 nationalen und internationalen Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt hat, ist auch als Maler, Musiker und Schriftsteller aktiv. In den Büchern "Drehtage" (1991) und "Unterwegs nach Hause" (1996) reflektierte er sein Leben und seine Arbeit. Es folgten 1998 die Liebesgeschichte "In Gedanken an Marie Louise" und 2004 die Erzählung "Hannah".

FILMOGRAFIE

2016/2017
  • Mitwirkung
2007/2008
  • Darsteller
2007/2008
  • Mitwirkung
2007-2009
  • Darsteller
2006/2007
  • Mitwirkung
2005/2006
  • Darsteller
2001-2003
  • Mitwirkung
1999
  • Darsteller
1996/1997
  • Darsteller
1995/1996
  • Darsteller
1994
  • Darsteller
1993
  • Darsteller
1992/1993
  • Darsteller
1991/1992
  • Darsteller
1991
  • Darsteller
1990/1991
  • Darsteller
1989-1995
  • Darsteller
1988/1989
  • Darsteller
1988/1989
  • Mitwirkung
1988
  • Darsteller
1986/1987
  • Darsteller
1986-1989
  • Darsteller
1986-1988/1989
  • Mitwirkung
1986
  • Darsteller
1986
  • Darsteller
1985/1986
  • Darsteller
1985/1986
  • Darsteller
1985
  • Darsteller
1984/1985
  • Darsteller
1984/1985
  • Darsteller
1984/1985
  • Darsteller
1984
  • Darsteller
1984
  • Darsteller
1984
  • Darsteller
1983/1984
  • Darsteller
1983/1984
  • Darsteller
1983/1984
  • Darsteller
1983
  • Darsteller
1982/1983
  • Darsteller
1982-1984
  • Darsteller
1982
  • Darsteller
1982
  • Darsteller
1982
  • Darsteller
1981/1982
  • Darsteller
1981
  • Darsteller
1981
  • Darsteller
1981
  • Darsteller
1980/1981
  • Darsteller
1980/1981
  • Darsteller
1980
  • Darsteller
1980
  • Darsteller
1976/1977
  • Darsteller
1975/1976
  • Darsteller
1975
  • Darsteller
1975
  • Darsteller
1974/1975
  • Darsteller
1974/1975
  • Darsteller
1974
  • Darsteller
1974
  • Darsteller
1973/1974
  • Darsteller
1972/1973
  • Darsteller
1972/1973
  • Darsteller
1972/1973
  • Darsteller
1972/1973
  • Darsteller
1972/1973
  • Darsteller
1971/1972
  • Darsteller
1971/1972
  • Darsteller
1971/1972
  • Darsteller
  • Gesang
1971
  • Darsteller
1971
  • Darsteller
1970
  • Darsteller
1969
  • Darsteller
1968
  • Darsteller
1966/1967
  • Darsteller
1966
  • Darsteller
1966
  • Darsteller
1964/1965
  • Darsteller
1964
  • Darsteller
1963/1964
  • Darsteller
1963
  • Darsteller
1963
  • Darsteller
1963
  • Darsteller
1962/1963
  • Darsteller
1962
  • Darsteller
1961/1962
  • Darsteller
1961/1962
  • Darsteller
1959/1960
  • Darsteller
1959/1960
  • Darsteller
1955/1956
  • Darsteller
1955/1956
  • Darsteller