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Katrin Saß (Schreibvariante)
Darstellerin
Schwerin

Biografie

Katrin Sass wurde am 23. Oktober 1956 in Schwerin geboren; ihre Mutter Marga Heiden war Schauspielerin an der Plattdeutschen Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin und wirkte später auch vereinzelt in DEFA-Fernsehproduktionen mit. Nach dem Mittelschulabschluss absolvierte Katrin Sass zunächst eine Ausbildung zur Telefonistin, um anschließend ihr eigentliches Berufsziel der Schauspielerei zu verfolgen. Nachdem sie bei der Aufnahmeprüfung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (heute: Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch") durchgefallen war, studierte sie drei Jahre an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock.

Noch während des Studiums spielte sie 1978 in Vertretung die Rolle der Vera in Tendrjakows "Die Nacht nach der Abschlussfeier" am Theater Schwerin – und wurde dadurch von dem Filmregisseur Heiner Carow entdeckt. Er besetzte sie in der Hauptrolle seines Films "Bis daß der Tod euch scheidet" (DDR 1978): Für ihre Verkörperung einer Verkäuferin, die von den Konflikten ihrer jungen Ehe überfordert wird, bekam Sass bereits sehr positive Kritiken.

Nach Abschluss ihres Studiums erhielt sie ein Engagement am Kleist-Theater in Frankfurt/Oder. 1981 gastierte Sass für die Rolle der stummen Kattrin in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" am Landestheater Halle; auf Grund ihrer Leistung in diesem Stück erhielt sie von Schauspieldirektor Peter Sodann ein festes Engagement. In Halle stand Sass in Klassikern (die Julia in "Romeo und Julia"), DDR-Dramatik ("Der große Frieden"; "Der Auftrag") und sowjetischen Gegenwartsstücken (die Nastjona in Rasputins "Leb und vergiss nicht") auf der Bühne; daneben sang sie in der "Revue 50". Von Halle wechselte sie schließlich ans Schauspiel Leipzig, wo sie bis 1990 in zahlreichen Inszenierungen mitwirkte.

Neben der Theaterarbeit spielte Sass stets auch kleinere Film- und Fernsehrollen. Ein großer internationaler Erfolg gelang ihr mit ihrer zweiten Kino-Hauptrolle in Herrmann Zschoches "Bürgschaft für ein Jahr" (DDR 1981): Die Darstellung einer allein erziehenden Arbeiterin, die um das Sorgerecht für ihre drei Kinder kämpft, brachte ihr auf der Berlinale 1982 den Silbernen Bären als beste Darstellerin ein. Als Folge dieser Auszeichnung im kapitalistischen Westen, so Sass 2010 in einem Interview, erhielt sie im DDR-Regime zwei Jahre lang keine Filmrollen mehr.

Erst ab Mitte der 1980er spielte Sass dann wieder in einer Vielzahl an Kino- und Fernsehproduktionen. In Roland Gräfs "Das Haus am Fluss" (DDR 1986) verkörperte sie die Hauptrolle einer Frau, die 1942 zwischen die sozialen und politischen Fronten gerät, verkörpert durch ihren Mann, einen Arbeiter und Soldaten, und ihren Chef, einen skrupellosen Nazi. Gräf besetzte sie auch in "Fallada – Letztes Kapitel" (DDR 1988), über die späten Jahre des Schriftstellers Hans Fallada unter der Nazi-Herrschaft; Sass spielte darin Ursula Losch, die morphiumsüchtige Ehefrau des Autors. Zu ihren weiteren wichtigen Filmarbeiten der letzten DDR-Jahre gehörte auch Siegfried Kühns "Der Traum vom Elch" (DDR 1986), über die Liebe einer Krankenschwester zu einem unsteten Träumer. Mit Kühn drehte sie im Wende-Jahr 1990 "Heute sterben immer nur die Anderen", eine tragische Geschichte über drei ungleiche Schwestern. Der 1991 uraufgeführte Film, eine der letzten DEFA-Produktionen, brachte Sass eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein. Im gleichen Jahr heiratete sie Siegfried Kühn (im Jahr 2007 kam es zur Trennung).

Nach der Wiedervereinigung wirkte Sass vor allem in Fernsehproduktionen mit, nicht zuletzt unter der Regie ehemaliger DEFA-Regisseure wie Frank Beyer ("Sie und Er", 1991; "Das große Fest", 1992). Von 1993 bis 1998 verkörperte sie in den Potsdamer Folgen der Krimireihe "Polizeiruf 110" die Hauptkommissarin Tanja Voigt; dabei arbeitete sie häufig mit Bernd Böhlich als Regisseur zusammen. 1998 wurde Sass' "Polizeiruf"-Engagement vom Sender aus "innerbetrieblichen Gründen" beendet. Tatsächlicher Grund war jedoch ihre zunehmend dramatische Alkoholsucht, wie Sass es in ihrer 2003 erschienen Autobiografie "Das Glück wird niemals alt" mit großer Offenheit schilderte.

Mit der Unterstützung ihrer Familie gelang es ihr nach der Entlassung aus dem "Polizeiruf", ihre Alkoholsucht zu überwinden. Ein zusätzlicher Ansporn dürften dabei auch berufliche Erfolge gewesen sein: So erhielt Sass 1999 einen Deutschen Fernsehpreis als Beste Nebendarstellerin für ihre Verkörperung einer von der Schutzgeldmafia bedrohten Gastwirtin in dem Krimi "Sperling und der brennende Arm" (1998, Regie: Dominik Graf) sowie für ihre Rolle als Ehefrau eines seinen Jobverlust verheimlichenden Mannes in "Ein Mann stürzt ab"( 1999). In dem hoch gelobten TV-Mehrteiler "Klemperer – Ein Leben in Deutschland" (1999, Regie: Kai Wessel und Andreas Kleinert) hatte Sass eine wichtige Nebenrolle als Besitzerin eines "Judenhauses".

Nach einer Nebenrolle in Andreas Dresens "Die Polizistin" (2000) gelang Katrin Sass ein glanzvolles Kino-Comeback: In Michael Kliers Frauenporträt "Heidi M." (2001) spielte sie eine scheue Ladenbesitzerin, die sich widerstrebend auf die zarten Annäherungen eines Verehrers (Dominique Horwitz) einlässt. Für ihre vielschichtige Leistung in diesem Film wurde sie mit einem Deutschen Filmpreis und mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. In Wolfgang Beckers vielfach preisgekröntem Welterfolg "Good Bye, Lenin!" (2003) hatte Sass die Schlüsselrolle einer linientreuen Mutter, die gegen Ende der DDR ins Koma fällt, den Fall der Mauer verpasst, und nach ihrem Erwachen von ihrem Sohn (Daniel Brühl) den Fortbestand der DDR vorgegaukelt bekommt. Wenngleich Sass' Figur nur in einigen Szenen des Films zu sehen war, bildete sie dennoch das Zentrum des Films. Für diese Rolle erhielt sie einen Europäischen Filmpreis und wurde erneut für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Ebenfalls 2003 sah man Sass in dem Holocaust-Drama "Babij Jar" (DE/BY 2003) in einer wichtigen Nebenrolle als antisemitische Ukrainerin, die im Jahr 1941 aus Habgier ihre jüdischen Nachbarn bei den Nazis denunziert. In Bernd Böhlichs "Mutterseelenallein" (2005) beeindruckte sie als Mutter, deren Sohn unter dringenden Mordverdacht gerät. Der Film feierte auf der Berlinale 2005 in einer Sondervorstellung Premiere, da Katrin Sass auf dem Festival mit dem Ehrenpreis "Berlinale Camera" ausgezeichnet wurde.

Trotz dieser Erfolge wirkte Katrin Sass danach in erster Linie in Fernsehproduktionen mit. Zu ihren zahlreichen Arbeiten gehören die Komödie "Meine verrückte türkische Hochzeit" (2006), in der sie die konservative Mutter eines jungen Mannes spielte, der zum Islam konvertiert, um seine türkische Traumfrau heiraten zu dürfen. Die Tragikomödie "Heimweh nach drüben" (2007) zeigte sie als Bürgermeisterin in der DDR, deren künftiger Ehemann wegen angeblicher Fluchthilfe nicht aus seinem Westurlaub zurückkehren darf; in dem Liebesdrama "Liebe verlernt man nicht" (2009) beeindruckte sie als alleinstehende, sich spröde gebende Frau, die sich in einen wesentlich jüngeren Mann verliebt. Zudem hatte Sass neben zahlreichen Gastauftritten auch durchgehende Rollen in mehreren Serien und Mini-Serien: So etwa als Schuldirektorin in der Comedyserie "Mitten im Leben" (2007) oder als Mitarbeiterin der titelgebenden Ermittler in der komödiantischen Krimireihe "Dell & Richthoven" (2008).

Auf der Kinoleinwand sah man Sass seit 2006 nur vereinzelt, wobei sie sich auf Rollen in ambitionierten Produktionen fokussierte. In Christian Wagners "Warchild" (2006) hatte sie eine Nebenrolle als Jugendamts-Mitarbeiterin, in Oskar Roehlers "Lulu und Jimi" (2009) war sie die wohlhabende und dünkelhafte Mutter einer jungen Frau, die sich in einen Schwarzen verliebt. Für ihre Rolle in "Das letzte Schweigen" (2010), als Mutter, deren elfjährige Tochter einem Sexualmörder zum Opfer fällt, wurde Sass für den Preis der deutschen Filmkritik nominiert.

2010 übernahm Sass in Friedemann Fromms viel beachteter, mehrfach preisgekrönter Serie "Weissensee" (drei Staffeln bis 2016) eine Hauptrolle als DDR-Bürgerrechtlerin. Daneben wirkte sie weiterhin in Fernsehspielen mit, so etwa in der Gaunerkomödie "Heiratsschwindler küsst man nicht" (2012), über eine trickreiche Ehefrau, die sich an ihrem betrügerischen Liebhaber rächen will. Auf der Kinoleinwand gab sie in "Sein letztes Rennen" (2013) die strenge Leiterin eines Seniorenheims.

Seit 2014 spielt Sass in der Krimireihe "Der Usedom-Krimi" die Hauptrolle einer wegen Mordes vorbestraften Staatsanwältin, die sich nach ihrer Haftentlassung als Hobby-Ermittlerin betätigt. In der Serie "Block B – Unter Arrest" (2015) zeigte sie sich als brutale und mächtige Gefängnisinsassin von einer ungewohnt harten Seite. 2015 wurde Katrin Sass mit dem Europäischen Kulturpreis der Baseler Kulturstiftung "Pro Europa" ausgezeichnet.


 

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