Rudolf Forster

Weitere Namen
Rudolf Heribert Anton Forster (Geburtsname)
Darsteller
Gröbming, Steiermark, Österreich Bad Aussee, Österreich

Biografie

Rudolf Forster wurde am 30. Oktober 1884 in Gröbming im damaligen Kaisertum Österreich-Ungarn (heute Österreich) als Sohn eines Finanzbeamten geboren. Nach seinem Gymnasialabschluss besuchte er das Konservatorium Wien (heute Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und absolvierte eine Ausbildung zum Bühnenschauspieler. Seine Theaterkarriere begann 1903 an der Wanderbühne "Vereinigte Theater Graz". Bald wechselte er von Wanderbühnen zu Engagements an festen Spielorten wie Linz und Ohligs (heute Stadtteil von Solingen). In dieser Zeit etablierte er sich als bekannter Theaterschauspieler und spielte auf großen deutschsprachigen Bühnen, so etwa im Wiener Theater in der Josefstadt (1907-09), dem Berliner Theater (1909/10) und der Wiener Freien Volksbühne (heute Renaissancetheater, 1913-1915). 

1914 begann seine Karriere im Film mit den ersten beiden Teilen der Gangsterfilmreihe "Lepain": "Lepain, der König der Unschuldigen" und "Lepain, der Kampf mit dem Meisterdetektiv John Hawkes" entstanden beide unter der Regie des österreichischen Regisseurs Louis Ralph, der, an der Seite von Fern Andra, auch die titelgebende Rolle des Gentleman-Verbrechers Lepain übernahm. Beide Filme gelten heute als verschollen. 1915 wurde Forsters aufstrebende Film- und erfolgreiche Theaterkarriere unterbrochen, als er zum Kriegsdienst eingezogen wurde und bis 1918 im Ersten Weltkrieg kämpfte. 

Nach Ende des Krieges nahm Forster seine Film- und Theaterkarriere wieder auf. Von 1920 bis 1932 spielte er in Berlin unter der Intendanz von Lepold Jessner am Preußischen Staatstheater (heute Schauspielhaus) und unter Max Reinhardt am Deutschen Theater. Hier wurde er zu einem der bekanntesten Theaterschauspieler im deutschsprachigen Raum und fand seine Paraderolle als aristokratischer Gentleman. Er brillierte vor allem in Shakespeare-Dramen. 

Forster spielte außerdem in zahlreichen Stummfilmproduktionen der 1920er-Jahre, zumeist in seiner Paraderolle als Aristokrat. Zu seinen bedeutendsten Werken dieser Zeit gehören der von seinem Theaterintendanten Leopold Jessner inszenierte "Erdgeist" (1923) mit Asta Nielsen in der Hauptrolle sowie die von Arthur von Gerlach gedrehte Theodor-Storm-Verfilmung "Zur Chronik von Grieshuus" (1925), zu der Thea von Harbou das Drehbuch beisteuerte. Sein letzter Stummfilm war das von Richard Oswald nach der gleichnamigen Romanvorlage von Vicki Baum inszenierte Drama "Feme" (1927), in dem Forster den Anführer eines rechtsradikalen Geheimbundes spielte. 

Forsters erster Tonfilm wurde die freie Adaption des Brecht-Stückes "Die Dreigroschenoper" (DE, US 1931) von Georg Wilhelm Pabst, in dem er die Hauptrolle des "Mackie Messer" übernahm und von der zeitgenössischen Kritik sehr gelobt wurde. Ab 1933 verlagerte Forster seinen Hauptschaffensort zurück in seine Heimat Österreich und drehte dort den Liebesfilm "Hohe Schuhe" (1934), den antifaschistischen Historienfilm "… nur ein Komödiant" (1935) und das Melodrama "Die ganz großen Torheiten" (1937). 

1937 ging Forster in die USA und trat in der Spielzeit 1939/40 am Broadway auf. Sein Hollywood-Debüt, der 1939 erschienene Kriminalfilm "Island of the Lost Men", entwickelte sich jedoch zu einem Flop bei Kritikern und an der Kinokasse. Daraufhin reiste Forster über Japan, die Mandschurei und Sibirien nach Deutschland zurück.

Im nationalsozialistischen Deutschland nahm Forster seine Theaterkarriere wieder auf und wirkte noch an vier Spielfilmen mit. So spielte er in E. W. Emos propagandistischem Film "Wien 1910" (1942) die Hauptrolle des antisemitischen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger. Trotz des antisemitischen Inhalts des Films und seiner retrospektiven Rechtfertigung des "Anschlusses" wurde der Film von der deutschen Zensur als "zu österreichisch" beurteilt und verboten. Eine andere große Rolle spielte Forster in dem Melodrama "Ein Blick zurück" (1944). 1944 wurde Rudolf Forster auf die so genannte "Gottbegnadeten-Liste" des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gesetzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielte Forster zunächst vornehmlich an Bühnen in der Schweiz, Österreich und den beiden deutschen Staaten, ehe er in den 1950er-Jahren zu seiner Filmkarriere zurückkehrte. Seine Paraderolle war immer noch der Aristokrat, vornehmlich war er als Nebendarsteller zu sehen. 1952 erhielt er den Deutschen Kritikerpreis und wurde 1959 mit der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien bedacht. Außerdem erhielt er zweimal ein "Filmband in Gold": 1962 für sein "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" und 1965 für seine Rolle des Grafen Arnstatt in "Wälsungenblut" (1965) nach einer Novelle von Thomas Mann als "Beste männliche Nebenrolle". 

In den 1960er-Jahren wurde Forster außerdem zu einem produktiven Fernsehdarsteller. So spielte er unter anderem in vielen Kriminalfilmen seine Paraderolle des Grandseigneurs, beispielsweise in "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (BRD, FR, IT 1961) oder in den Edgar-Wallace-Verfilmungen "Der Henker von London" (1963) und "Die Gruft mit dem Rätselschloß" (1964). Seine letzte Fernsehrolle spielte Forster in Peter Zadeks Fernsehspiel "Rotmord" (1968) nach einer Vorlage von Tankred Dorst. 

Rudolf Forster verstarb am 25. Oktober 1968 in Bad Aussee in Österreich während der Dreharbeiten zu Hans Schott-Schöbingers "Von Haut zu Haut" (1969), in dem er eine kleine Nebenrolle spielte. Er wurde 83 Jahre alt.
 

FILMOGRAFIE

1969
  • Darsteller
1968
  • Darsteller
1968
  • Darsteller
1967
  • Darsteller
1966
  • Darsteller
1965
  • Darsteller
1964/1965
  • Darsteller
1964
  • Darsteller
1963
  • Darsteller
1963
  • Darsteller
1962
  • Darsteller
1962
  • Darsteller
1961
  • Darsteller
1961
  • Darsteller
1960/1961
  • Darsteller
1960
  • Darsteller
1960
  • Darsteller
1959/1960
  • Darsteller
1958/1959
  • Darsteller
1957/1958
  • Mitwirkung
1957
  • Darsteller
1956/1957
  • Darsteller
1955/1956
  • Darsteller
1955/1956
  • Darsteller
1956
  • Darsteller
1954/1955
  • Darsteller
1955
  • Darsteller
1954
  • Darsteller
1952
  • Darsteller
1950/1951
  • Darsteller
1944/1945
  • Darsteller
1943/1944
  • Darsteller
1944
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1941/1942
  • Darsteller
1935
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1934
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1932/1933
  • Darsteller
1932
  • Darsteller
1931
  • Darsteller
1930/1931
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1930/1931
  • Darsteller
1927
  • Darsteller
1927
  • Darsteller
1926
  • Darsteller
1923-1925
  • Darsteller
1924
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1922/1923
  • Darsteller
1923
  • Darsteller
1921/1922
  • Darsteller
1922
  • Darsteller
1921/1922
  • Darsteller
1921
  • Darsteller
1921
  • Darsteller
1921
  • Darsteller
1921
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1920
  • Darsteller
1920
  • Darsteller
1920
  • Darsteller
1920
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1919/1920
  • Darsteller
1919/1920
  • Darsteller
1920
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1920
  • Darsteller
1919/1920
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1920
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1920
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1920
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1919
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1916
  • Darsteller