• Twitter
  • Facebook
  • Print
  • Forward

Morgenrot

Deutschland 1932/1933 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Pflichterfüllung ist für den U-Boot-Kommandanten Kapitänleutnant Liers die höchste Tugend, auch wenn ihm der Abschied von der Heimat jedesmal schwer fällt. Nun werden er und seine beiden alten Kameraden, Funker Jaul und Oberleutnant Fredericks, wieder einmal einberufen, um in ihrem Boot der mächtigen englischen Flotte entgegenzutreten. Auch Jaul und Fredericks fällt der Abschied dieses Mal besonders schwer, da beide frisch verliebt sind und ihre Mädels zurücklassen müssen. Und Liers′ Mutter mag ihren Sohn kaum fahren lassen, hat sie doch schon zwei Söhne in diesem Krieg verloren, an dessen Sinn sie ohnehin zweifelt. Zunächst verlaufen die gefährlichen U-Boot-Einsätze erfolgreich: Ein britischer Kreuzer nach dem anderen wird versenkt. Aber die Erfolge machen Liers übermütig, und so greift er eines Tages einen Kreuzer an, der von Zerstörern flankiert wird. Das U-Boot kann nach dem Angriff zwar schnell genug abtauchen, wird aber wenig später in eine Falle gelockt. Schwer beschädigt sinkt das Boot in die Tiefe; die zehn überlebenden Besatzungsmitglieder finden in einem kleinen Raum Zuflucht. Jetzt stehen die Männer vor einer schweren Entscheidung: Es gibt nur acht Tauchretter, also müssten zwei Männer zurückbleiben und dem Tod ins Auge sehen. Aber: wer soll leben, wer muss sterben? In den letzten Tagen der Weimarer Republik gedreht und einer der ersten Propagandafilme des NS-Regimes.

 

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Falk Schwarz
Vom "fabelhaften" Sterben
Dies ist kein Nazifilm - da sind sich Brecht/Loacker/Steiner (in ihrem Buch über Ucicky) und Kracauer (in seiner Rezenion von 1933) einig. Es stimmt vielleicht vordergründig, jedoch nicht auf einer zweiten Ebene. Es wäre sicher falsch, die Qualitäten dieses Films in Abrede zu stellen. Aber schon ein Satz wie „Ehre einlegen für die Heimat“ lässt eine Richtung erkennen. Nehmen wir Adele Sandrock, sonst die komische Alte, die hier ein pazifistisches Bekenntnis ablegt, als sie hört, dass ihrem Sohn nichts passiert ist: „Ich freue mich nicht, dass die Leute auf dem U-Boot wohlauf sind, aber einen Grund zum Stolzsein gibt es auch nicht...Sie haben ihre Pflicht getan und die Pflicht war eine bittere. Warum soll man sich freuen, wenn dabei wer weiß wieviele Menschen ihr Leben geopfert haben“. Ucicky bringt hier einen Tonfall ins Spiel, der im Film nicht wieder aufgenommen wird. Die Kamera schaut der alten Dame von halb unten ins Gesicht, und sie sagt diese Worte in einer derart stilisierten Form, dass es ein isoliertes Statement bleibt, das den Film nicht durchdringt. Wahres, unwahr gemeint. Dann der Kapitänleutnant, gespielt von Rudolf Forster. Nicht einmal im Angesicht des Todes in dem gesunkenen U-Boot erlaubt ihm der Regisseur, menschlich, privat zu werden. Er bleibt eisern bei seiner Rolle, so als hätte er Angst, dass die „Pflicht“ sich als sinnlos erweisen könnte. Pflichterfüllung als Grundzug deutschen Wesens. „Zu leben verstehen wir Deutschen vielleicht schlecht, aber sterben fabelhaft“. Nur wenn die „Pflicht“ in den Tod führt, ist der Deutsche ganz bei sich? Das mag sarkastisch gemeint sein, bleibt jedoch ungut haften. Nach dem Sinn des Krieges allerdings fragt der Film nicht. Bei seiner Premiere saßen Hitler und seine Mannen in der Kinologe. Ihnen muss dieses Epos über Pflicht und Ehre deutscher Soldaten sehr à propos gekommen sein. Regisseur Ucicky und Menzel (sein Autor) standen beide dem aufziehenden Nationalsozialismus höchst positiv gegenüber. Filme wie dieser aber haben den Teppich ausgerollt für das, was dann kam.

Credits

Drehbuch

Kamera

Darsteller

Alle Credits

Drehbuch

Kamera

Kamera-Assistenz

Standfotos

Garderobe

Darsteller

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Späterer Verleih

Dreharbeiten

    • Oktober 1932 - November 1932: Kiel und Umgebung, Nordsee bei Helsingfors, auf einem finnischen U-Boot; Ufa-Atelier Neubabelsberg
Länge:
2338 m, 85 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 20.01.1933, B.32990, Verbot;
Zensur (DE): 26.01.1933, O.06209, Genehmigt;
Alliierte Militärzensur (DE): Juni 1945, Verbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 31.01.1933, Essen, Schauburg;
Erstaufführung (DE): 02.02.1933, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Titel

  • Originaltitel (DE) Morgenrot
  • Arbeitstitel Und setzt ihr nicht das Leben ein... (Das Denkmal des deutschen U-Bootes)

Fassungen

Original

Länge:
2338 m, 85 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 20.01.1933, B.32990, Verbot;
Zensur (DE): 26.01.1933, O.06209, Genehmigt;
Alliierte Militärzensur (DE): Juni 1945, Verbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 31.01.1933, Essen, Schauburg;
Erstaufführung (DE): 02.02.1933, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Prüffassung

Länge:
2298 m, 84 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 17.10.1986, 51313, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei

Länge:
2255 m, 82 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 25.11.1939, B.52781, Jugendfrei;
Zensur (DE): 12.02.1940, B.53308, Jugendfrei