Werner Richard Heymann

Weitere Namen
Werner R. Heymann (Schreibvariante)
Darsteller, Musik
Königsberg (heute Kaliningrad, Russland) München

Biografie

Werner Richard Heymann, geboren am 14. Februar 1896 in Königsberg als jüngster von fünf Söhnen des jüdischen Getreidehändlers Richard Heymann und seiner Frau Johanna. Ab 1903 Besuch des Gymnasiums Friedrichskollegium und Musikunterricht bei Max Brode, dem Leiter des Philharmonischen Orchesters. 1908 verstirbt der Vater, noch im selben Jahr hat Heymann seinen ersten Auftritt als Geiger im Philharmonischen Orchester. 1912 zieht die Familie nach Berlin, ein Jahr später stirbt auch Heymanns Mutter.

Nachdem er seine Ausbildung an der Königlichen Hochschule für Musik abgebrochen hat, nimmt Heymann Unterricht bei dem Privatlehrer Willi Kraßmöller, der ihn zum Abitur führt und bei dem er die Bekanntschaft des Jurastudenten Kurt Tucholsky macht. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldet sich Heymann als Freiwilliger und kommt als Sanitäter an die Front, wo seine anfängliche patriotische Begeisterung einem überzeugten Pazifismus weicht. In dieser Zeit vertont Heymann einige Gedichte seines 1915 bei Soisson gefallenen Bruders Walter, und seine während des Krieges entstandenen Orchester-Kompositionen werden ab 1917 im Verlag Josef Weinberger in Wien verlegt.

Nach Kriegsende zählt Heymann zum Kreis progressiver Künstler, die den politischen Aufbruch der jungen Weimarer Republik mitgestalten: Er schreibt Musiken für Stücke von Ernst Toller und Georg Kaiser, und spielt 1919/20 in Max Reinhardts Kabarett "Schall und Rauch" die Klavierbegleitung unter der Leitung von Friedrich Hollaender. Gemeinsam mit Hollaender wird Heymann zum Mitbegründer des literarischen und zeitkritischen Chansons: Er komponiert bzw. orchestriert für Rosa Valetti und Trude Hesterberg, daneben vertont er Texte von Klabund, Walter Mehring und Kurt Tucholsky.

 

Die Inflation bringt die Kabarettszene in finanzielle Schwierigkeiten, weshalb Heymann seinen Lebensunterhalt u.a. als Studiomusiker in den Filmateliers Neubabelsberg verdient 1925 wird er Assistent von Ernö Rapée, dem Generalmusikdirektor der Ufa. Ein Jahr darauf übernimmt er dessen Nachfolge und ist somit verantwortlich für die musikalische Gestaltung in geschätzten 120 Ufa-Kinos.
Heymann komponiert oder kompiliert u.a. Begleitmusiken für die Premieren von prestigeträchtigen Großproduktionen wie F. W. Murnaus "Faust" und Fritz Langs "Spione". Sein Schwerpunkt liegt jedoch in der Orchestrierung unterhaltsamer Publikumsfilme, die von Regisseuren wie Carl Froehlich und Richard Eichberg inszeniert werden.

1928 verlässt Heymann die Ufa – nach eigener Auskunft aus Protest gegen den deutschnationalen Medienunternehmer Hugenberg – und geht zur Tobis, wo er an der praktischen Erprobung des neuen Tonfilmsystems mitwirkt. In dieser Zeit komponiert er für Max Reinhardts Bühneninszenierung der Varieté-Komödie "Artisten" den Song "Kleines Haus am Michigansee" (Text: Marcellus Schiffer), der ein Erfolgsschlager wird. Bereits 1929 kehrt er jedoch zur Pommer-Produktion der Ufa zurück und übernimmt für deren ersten Tonfilm "Melodie des Herzens " die musikalische Leitung. Auch für "Liebeswalzer" von Wilhelm Thiele steuert er die Kompositionen bei und seine Lieder für Lilian Harvey – u.a. "Du bist das süßeste Mädel der Welt" – werden zu populären Schlagern.

1930 beginnt mit "Die Drei von der Tankstelle" Heymanns enge künstlerische Zusammenarbeit mit dem Texter Robert Gilbert (1899-1978). Gemeinsam mit Gilbert und / oder den Autoren Robert Liebmann, Max Kolpe und Walter Reisch zeichnet Heymann für die populären Musikerfolge der Pommer-Produktion verantwortlich. Zu ihren Evergreens zählen u.a. Titel wie "Ein Freund, ein guter Freund" (aus "Die Drei von der Tankstelle"), "Das muß ein Stück Himmel sein" (aus "Der Kongress tanzt") und "Das ist die Liebe der Matrosen" (aus "Bomben auf Monte Carlo"). Neben Harvey interpretieren zahlreiche Stars wie Willy Fritsch, Hans Albers oder das berühmte Vokalensemble Comedian Harmonists die Kompositionen Heymanns.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Ausschluss jüdischer Filmschaffender durch die Ufa-Direktion beendet Heymanns Karriere in Deutschland. Obwohl sich der Ufa-Vorstand auf seiner berüchtigten Sitzung vom 29.3.1933 für eine Weiterbeschäftigung Heymanns ausspricht – mit der Begründung, dass er nach dem Tod seines Vaters evangelisch getauft worden sei und an der Front gedient habe – emigriert Heymann im April 1933 nach Paris.
Nachdem er bereits 1934 für Erik Charells Filmoperette "Caravan" in Hollywood tätig war, siedelt er 1937 endgültig in die USA über. Auch dank der Unterstützung von Ernst Lubitsch, der Heymann für seine Komödie "Bluebeard"s Eighth Wife" engagiert – bei der Heymann wieder mit seinem alten Kabarettpartner Friedrich Hollaender zusammenarbeitet –, kann sich Heymann in Hollywood etablieren. Insbesondere für Lubitsch komponiert er in den folgenden Jahren regelmäßig, so etwa bei "Ninotchka", "The Shop Around The Corner", "That Uncertain Feeling" und "To Be Or Not To Be".

Heymann wird mehrfach für den Oscar nominiert, und arbeitet bis zum Ende der 1940er Jahre mit einer Vielzahl von Regisseuren und Produzenten zusammen, darunter Alexander Hall, Preston Sturges, Lewis Milestone und Edward Buzzell.
Nach einer schweren persönlichen Krise und einem Selbstmordversuch Anfang 1950 kehrt Heymann nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit Robert Gilbert versucht er an alte Erfolge anzuknüpfen und angelehnt an "Der blaue Engel" komponieren sie einige neue Songs für eine aktualisierte Bühneninszenierung von Heinrich Manns "Professor Unrat". 1952 heiratet Heymann die Schauspielerin Elisabeth Millberg und mit der gemeinsamen Tochter Elisabeth lebt das Paar zunächst in Anif bei Salzburg.

Ab 1954 wechselt Heymann stetig zwischen den Wohnorten München und Locarno, und setzt seine Arbeit an Bühnenkompositionen mit Robert Gilbert fort. Nur selten kommt es zu Engagements im deutschen Nachkriegsfilm wie für Theo Lingens "Durch Dick und Dünn", "Heidelberger Romanze" mit O. W. Fischer und Liselotte Pulver oder Arthur Maria Rabenalts Neuverfilmung von "Alraune" mit Hildegard Knef und Erich von Stroheim. Die missglückten Versuchen der Industrie, mit Farbfilm-Remakes der alten Ufa-Erfolge "Die Drei von der Tankstelle" (1955) und "Der Kongress tanzt" (1955) an vergangene Glanzzeiten anzuknüpfen, markieren das Ende von Heymanns Karriere als Filmkomponist.

Werner Richard Heymann stirbt am 30. Mai 1961 in München.

FILMOGRAFIE

1991
  • Musik
1959/1960
  • Musik
1957/1958
  • Mitwirkung
1952
  • Musik
  • Liedtexte
1943
  • Musik
1941/1942
  • Musik
1939
  • Musik
1937/1938
  • Musik
1937
  • Musik
1936
  • Musik
1933
  • Musik
1933
  • Musik
1932
  • Musik
  • Liedtexte
1932
  • Musik
  • Liedtexte
1932
  • Musik
1932
  • Musik
1932
  • Musik
1932
  • Musik
1932
  • Musik
1931/1932
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1931/1932
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1931/1932
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1931
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1931
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1931
  • Musik
1931
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1931
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1931
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1930/1931
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1930/1931
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1929/1930
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1929/1930
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1929
  • Musik
  • Musikalische Leitung
1928/1929
  • Musik
1927/1928
  • Musik
1927
  • Musik
1926/1927
  • Musik
1926/1927
  • Musik
1926/1927
  • Musik
1926/1927
  • Musik
1926
  • Musikalische Leitung
1926
  • Musik
1925/1926
  • Musik
1925/1926
  • Musik
1925/1926
  • Arrangement
1925/1926
  • Musik
  • Arrangement