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Die Drei von der Tankstelle

Deutschland 1930 Spielfilm

Inhalt

Die Freunde Willy, Kurt und Hans kehren von einer dreimonatigen Reise zurück. Zu Hause angekommen, müssen sie überrascht feststellen, dass sie pleite sind: Überall klebt der "Kuckuck" im trauten Heim. Nur der Hund und das Auto sind ihr ganzes Eigentum. Vom Erlös des Wagens entsteht ihre neue Existenz: Die Tankstelle "Zum Kuckuck", die sie nun zu dritt betreiben. Eine ihrer besten Kundinnen ist die junge und reiche Lilian Coßmann, in die sie sich alle drei verlieben. Auch bei der jungen Dame hat es gefunkt, sie weiß nur nicht, für wen sie sich entscheiden soll.

Eine Weile genießt sie es, von allen dreien umgarnt zu werden, die nicht wissen, dass sie mit derselben Dame ausgehen. Schließlich entscheidet sich Lilian: Es ist Willy, den sie liebt, aber der verzichtet auf den "Sieg", weil er glaubt, dass sie mit ihm und seinen Freunden nur spielt. So muss Lilians Vater, der Konsul, eine Tankgesellschaft gründen, und Willy soll Direktor werden. Er willigt aber nur unter der Bedingung ein, dass seine Freunde mit von der Partie sind. Als aber Lilian als neue Sekretärin vor ihm sitzt und er merkt, wer wirklich hinter der Sache steckt, diktiert er wütend seine Kündigung, die er ungelesen unterschreibt. In Wirklichkeit aber hat er seinen Ehevertrag mit Lilian unterschrieben.

 

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Falk Schwarz
Ein "herzloses, kokettes Luxusweib"?
Es gewittert. Regen platscht gegen die Scheiben der kleinen Tankstelle. Lillian (Lillian Harvey) und Willy (Willy Fritsch) sind alleine. „Sie halten sich wohl für unwiderstehlich“, meint Willy. Und da setzt Llilian zu einer Replik an, die immer wieder durch Blitze draussen unterbrochen wird: „Nun, ich halte mich nicht für unwiderstehlich, aber für klug genug, um zu erkennen, dass sie nur darum so grob zu mir sind, weil sie sich genieren, so nett zu mir zu sein, wie sie gern möchten“. Scharf argumentiert. Dann Blitz, Nähe, noch größere Nähe, während es draussen immer noch regnet. Kuss. Beide schauen sich fragend an. Kein Blitz? Nein, kein Blitz, langer Kuss. Wieder kein Blitz. - So intim und heiter spielen Regisseur Wilhelm Thiele und sein sensibel ausleuchtender Kameramann Franz Planer eine Szene durch, die zu den schönsten des Films gehört: „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“ singen beide, während draussen der Regen für die Dialektik sorgt. - Der Film hat Charme, Tempo, Eleganz - vor allem wenn Lillian Harvey rhythmisch präzise die Beine schwingt und dazu noch singt - da strahlt sie Herzlichkeit und Natürlichkeit aus. - Gleich zu Beginn sind die Jungs zwar pleite, aber statt sich zu grämen, fangen sie unmotiviert zu singen und zu tanzen an. So ist der Film auf seinem Gleis: Musical, Operette, kleine Handlung. Dazu dieses erstaunliche Martins-Horn-Motiv, das sich „mit der Beharrlichkeit eines echten Leitmotivs“ (Kracauer) durch den Film zieht und vom Komponisten Werner Richard Heymann stammt. Überhaupt hat Heymann in der Frühzeit des Tonfilms unschlagbar schöne Musik geschrieben. Herrlich. Die drei Freunde bleiben trotz aller Rempeleien Freunde - wie um sich gegen die „frei flottierende weibliche Sexualität“ (Kaes) zu schützen.

Credits

Kamera

Schnitt

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 17.06.1930 - 31.07.1930: Ufa-Atelier Neubabelsberg
Länge:
2728 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 11.09.1930, B.26807, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 15.09.1930, Berlin, Gloria-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Die Drei von der Tankstelle
  • Weiterer Titel Le Chemin du Paradis

Fassungen

Original

Länge:
2728 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 11.09.1930, B.26807, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 15.09.1930, Berlin, Gloria-Palast

Prüffassung

Länge:
2574 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 22.07.1987, 58273, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Länge:
2668 m, 97 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 16.09.1930, B.26869, Jugendfrei;
Zensur (DE): 01.10.1937, O.07884, Verbot

Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 18.05.1968, West 3