• Twitter
  • Facebook
  • Print
  • Forward

Sönke Wortmann

Darsteller, Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produzent
Marl

Biografie

Sönke Wortmann, geboren am 25. August 1959 in Marl, strebt nach dem Abitur zunächst eine Karriere als Profi-Fußballer an, die er jedoch trotz mancher Erfolge mangels nachhaltigem Ehrgeiz nach drei Jahren beendet. Schon kurz nach dem Beginn eines Soziologie-Studiums erkennt Wortmann, dass auch dieses Fachgebiet nicht das Richtige für ihn ist und bewirbt sich 1983/84 mit Erfolg an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF). An der HFF realisiert Wortmann mehrere Kurzfilme, darunter "Nachtfahrer" (1985), der einen Spezialpreis des Londoner Royal College of Art erhält (wo Wortmann ein jahr lang studiert), sowie den 50-minütigen, für den Studenten-Oscar nominierten "Drei D" (1988), ein ironisch-reflexiver Film-im-Film über einen Filmstudenten, der seinen Abschlussfilm über einen Filmstudenten bei den Dreharbeiten zu dessen Abschlussfilm dreht.

Nach dem Studienabschluss 1988 hält sich Wortmann mit Gelegenheitsjobs (unter anderem als Taxifahrer) über Wasser und ist als Schauspieler in der TV-Serie "Eine glückliche Familie" zu sehen. Sein Langfilm-Debüt gibt Sönke Wortmann 1990 mit der preisgekrönten Fernsehkomödie "Eine Wahnsinnsehe" mit Barbara Auer und Thomas Heinze. Ein Jahr später inszeniert er die Komödie "Allein unter Frauen". Ursprünglich fürs Fernsehen produziert, findet der Film über einen Macho, der notgedrungen in einer Frauen-WG unterkommen muss, einen Kinoverleih und entwickelt sich zu einem Publikumsrenner.

Auch sein zweiter Kinofilm "Kleine Haie", über die Abenteuer dreier mittelloser Schauspielstudenten, avanciert zum Publikumshit und erlangt einen gewissen Kultstatus: In einigen deutschen Kinos steht der Film über ein volles Jahr hinweg auf dem Spielplan. Die Hauptdarsteller Jürgen Vogel, Kai Wiesinger und Gedeon Burkhard werden, ebenso wie Armin Rohde in einer Nebenrolle, durch den Film schlagartig bekannt.

 

 

Seinen Ruf als neues deutsches Regie-Wunderkind droht Wortmann mit seinem nächsten Film zu verspielen: Das international besetzte Road-Movie "Mr. Bluesman" (1993) wird von der Kritik weitgehend negativ besprochen und findet auch an den Kinokassen kein Publikum. Nur ein Jahr später landet Wortmann einen der größten Kassenerfolge des deutschen Nachkriegsfilms: Die Bernd-Eichinger-Produktion "Der bewegte Mann", nach einem Comic von Ralf König, greift das Grundprinzip von "Allein unter Frauen" auf und schickt einen Münchner Supermacho (Til Schweiger) in eine Schwulen-WG. Die sympathisch-skurrile Komödie lockt über 6.5 Millionen Zuschauer in die Kinosund bekommt 1995 den Ernst-Lubitsch-Preis.

 

Auch Wortmanns folgender Film, die prominent besetzte Hera-Lind-Adaption "Das Superweib" (1996), erweist sich trotz eher mäßiger Kritiken als Kassenerfolg. Nicht ganz so erfolgreich ist 1998 die Dietrich-Schwanitz-Verfilmung "Der Campus", eine Satire über einen Uni-Professor (Heiner Lauterbach), der fälschlicherweise der Vergewaltigung einer Studentin bezichtigt wird und in einem Sog aus "political correctness" und Profilierungssucht seiner Kollegen unterzugehen droht.

Die ambitionierte Ensemble-Tragikomödie "St. Pauli Nacht" (1998) floppt trotz positiver Kritiken an den Kinokassen. Danach realisiert Wortmann in Amerika die Komödie "Der Himmel von Hollywood" (2001), die zwar mit den Hollywood-Altstars Tom Berenger, Rod Steiger und Burt Reynolds aufwarten kann, auf Grund vernichtender Resonanz jedoch erst Mitte 2004 nach dem Hit "Das Wunder von Bern" (2003) in die deutschen Kinos kommt – ein Erfolg wird der Film trotzdem nicht. Ganz anders Wortmanns Epos über die fiktiven Begleitumstände des unverhofften WM-Siegs in Bern 1954 durch die Fußballnationalmannschaft der noch jungen BRD. "Das Wunder von Bern" stößt bei Publikum und Kritik auf gleichermaßen positive Resonanz. Beim Deutschen Filmpreis 2004 erhält das Werk den Filmpreis in Silber für den "Besten Film"; Sönke Wortmann wird mit dem Bayerischen Filmpreis 2004 als "Bester Regisseur" ausgezeichnet.

Durch diesen Film (sowie seine Anfänge als Kicker) zum deutschen "Fußballfilm"-Profi avanciert, darf Wortmann bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland das deutsche Nationalteam mit der Kamera durch das Turnier begleiten. Der Dokumentarfilm "Deutschland. Ein Sommermärchen" (2006), der neben seinem Blick "hinter die Kulissen" auch die Stimmungen der Fans einfängt, wird mit rund vier Millionen Besuchern ein enormer Kassenerfolg und erhält den Grimme-Preis in der Sparte "Information & Kultur".

Zu seinem nächsten Projekt kommt Wortmann eher zufällig: Nachdem die Produktionsfirma Constantin-Film den ursprünglichen Regisseur Volker Schlöndorff auf Grund von Differenzen von der Bestseller-Verfilmung "Die Päpstin" abgezogen hat, wird Wortmann mit der Inszenierung des Historiendramas betraut. In "Die Päpstin" (2009) nach dem Roman von Donna Woolfolk Cross verkörpert Johanna Wokalek jene sagenumwobene Frau, die im 9. Jahrhundert als Mann verkleidet zum Papst gewählt worden sein soll. "Die Päpstin" wird mit über 2,5 Millionen Besuchern ein großer Kassenerfolg und erhält beim Deutschen Filmpreis 2010 Nominierungen in vier Kategorien: Beste Nebendarstellerin (Jördis Triebel), Bestes Szenenbild (Bernd Lepel), Bestes Kostümbild (Esther Walz) und Beste Tongestaltung (Roland Winke, Stefan Busch, Michael Kranz).

Bei seinem nächsten Film widmet Wortmann sich wieder leichterer Kost: "Das Hochzeitsvideo" (2012) erzählt von einer Hochzeitsfeier, die in jeder erdenklichen Hinsicht aus dem Ruder läuft. Anders als Wortmanns vorhergehenden Filmen ist der Komödie weder bei der Kritik noch beim Publikum großer Erfolg beschieden. Mit Spannung wird dafür sein nächster Film erwartet, der auch zahlreiche positive Kritiken erhält: Die Komödie "Schoßgebete", nach dem Bestseller von Charlotte Roche, erzählt von einer Frau, die ihre seelischen Probleme durch sexuelle Ausschweifungen zu kompensieren versucht. Einige Monate später startet bereits Wortmanns nächster Film in den Kinos: Die Satire "Frau Müller muss weg" (2014), nach dem erfolgreichen Theaterstück von Lutz Hübner, handelt von einem Elternabend, der heillos aus dem Ruder läuft.

Danach realisiert Wortmann "Deutschland. Dein Selbstporträt" (2016), einen Dokumentarfilm, der ausschließlich aus Material besteht, das deutsche Bürger eingesendet hatten und in dem sie ihr eigenes Leben dokumentieren. Fürs Fernsehen dreht er den Sechsteiler "Charité" (2017), über die Geschichte der berühmten Berliner Charité-Klinik und die teils bahnbrechenden Entdeckungen ihrer Mediziner. Wortmanns nächster Kinofilm "Sommerfest" (2017) basiert auf dem Roman von Frank Goosen und handelt von einem mäßig erfolgreichen Berliner Schauspieler, der nach dem Tod seines Vaters in seine Heimatstadt Bochum reisen muss. "Sommerfest" startet Ende Juni 2017 in den Kinos.

Filmografie

2017/2018
  • Regie
2016/2017
  • Regie
  • Drehbuch
2016/2017
  • Produzent
2015-2017
  • Regie
2014/2015
  • Regie
2014
  • Co-Produzent
2013/2014
  • Regie
  • Drehbuch
2011/2012
  • Regie
2010/2011
  • Produzent
2010/2011
  • Co-Produzent
2008/2009
  • Regie
  • Drehbuch
2008/2009
  • Produzent
2007/2008
  • Produzent
2006
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
2005/2006
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
2005
  • Produzent
2004/2005
  • Produzent
2002/2003
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
2000/2001
  • Produzent
2000/2001
  • Regie
1999/2000
  • Produzent
1998/1999
  • Regie
1997/1998
  • Regie
  • Drehbuch
1996/1997
  • Darsteller
1996
  • Regie
1996
  • Darsteller
1995/1996
  • Regie
1994
  • Regie
  • Drehbuch
1992/1993
  • Regie
1991/1992
  • Regie
  • Drehbuch
1990/1991
  • Darsteller
1990/1991
  • Regie
1990
  • Produzent
1989/1990
  • Regie
1989
  • Herstellungsleitung
1988
  • Regie
  • Drehbuch
  • Co-Produzent
1987-1993
  • Darsteller
1987
  • Regie-Assistenz
  • Produzent
1986
  • Regie
  • Drehbuch
1985
  • Regie
  • Drehbuch
  • Schnitt