Hannelore Elsner
Quelle: DIF, Foto: Michael Löwa
Bei der Wiedereröffnung des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main, am 12.8.2011
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Hannelore Elsner, geboren am 26. Juli 1942 in Burghausen in Oberbayern, verbrachte ihre Schulzeit in bayerischen Klöstern. Nachdem sie in München eine Schauspielausbildung abgeschlossen hatte, spielte sie an Theatern in München und Berlin, etwa an den Münchner Kammerspielen. Erste Filmauftritte hatte sie Ende der 50er Jahre in "Immer die Mädchen" und "Freddy unter fremden Sternen". Es folgten in den 60er und 70er Jahren zahlreiche weitere Unterhaltungsfilme wie "Die Lümmel von der ersten Bank" oder "Willi wird das Kind schon Schaukeln".
Doch auch die jungen deutschen Autorenfilmer wurden auf Hannelore Elsner aufmerksam, die bald als eine der sinnlichsten Frauen des deutschen Films galt. So spielte sie in "Die Reise nach Wien" (1973) von Edgar Reitz und in "Berlinger" (1975) von Alf Brustellin. Ihre Theaterarbeit ging in den folgenden Jahren durch das verstärkte Filmengagement zurück. Ab den 70er Jahren war Elsner auch häufig im Fernsehen zu sehen, unter anderem in TV-Serien wie "Die schöne Marianne" (1975), in der sie die Titelrolle spielte, "Die Krimistunde", "Die Schwarzwaldklinik" und "Tatort", und drehte mit Regisseuren wie Dieter Wedel ("Schwarz Rot Gold") und Uli Edel ("Eine Art von Zorn").
Enorme Popularität erlangte Hannelore Elsner als Titelfigur der ARD-Serie "Die Kommissarin". Von 1994 bis 2006 verkörperte sie Lea Sommer in mehr als 60 Episoden und erhielt mehrere Preise für ihre Darstellung. Im Kino war sie zeitweise nur selten zu sehen, so spielte sie 1985 die Hauptrolle in "Marie Ward – Zwischen Bett und Galgen". Ihr großes Kino-Comeback hatte sie erst 1999 mit Oskar Roehlers "Die Unberührbare", in der sie - basierend auf der wahren Geschichte von Roehlers Mutter Gisela Elsner - die exzentrische Schriftstellerin Hanna Flanders verkörpert, für die mit dem Untergang der DDR die eigenen Ideale zerbrechen. Für ihre beeindruckende Darstellung dieser gebrochenen Persönlichkeit wurde Elsner neben zahlreichen weiteren Ehrungen im Jahr 2000 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhielt sie einen weiteren Deutschen Filmpreis für Oliver Hirschbiegels "Mein letzter Film". Und bereits 2005 wurde sie erneut nominiert für ihre Rolle in Dani Levys Komödie "Alles auf Zucker".
Seit "Rot und Blau" (2003) spielt Elsner Hauptrollen in mehreren Filmen des Regisseurs Rudolf Thome, zuletzt in "Das Sichtbare und das Unsichtbare" (2007). 2007 ist sie auch in Angelina Maccarones Frauen-Roadmovie "Vivere" zu sehen. Für Ihre Rolle in Doris Dörries "Kirschblüten" (2008) an der Seite von Elmar Wepper erhält Hannelore Elsner eine weitere Nominierung für den Deutschen Filmpreis als Beste Darstellerin in einer Nebenrolle.
Auch in den folgenden Jahren bleibt Elsner überaus aktiv: Allein 2010 sieht man sie in sechs Kino- und Fernsehproduktionen, so etwa als Mutter des Rappers Bushido in der Filmbiografie "Zeiten ändern Dich", als Internatsdirektorin in der Jugendbuch-Verfilmung "Hanni & Nanni" oder als strenges Oberhaupt eines illustren Familienclans in Kai Wessels "Alles Liebe" (TV). Eine weitere große Rolle spielt sie unter der Regie von Hans Steinbichler in "Das Blaue vom Himmel", der im Frühsommer 2011 startet: Darin verkörpert Hannelore Elsner eine verwitwete und an Demenz leidende Frau, deren erwachsene Tochter allmählich hinter ein viele Jahre gehütetes Familiengeheimnis kommt. Im gleichen Jahr wirkt sie an der Seite von Anna Thalbach und Armin Rohde in einer Nebenrolle der Ensemble-Komödie "Kein Sex ist auch keine Lösung" mit.
Ebenfalls 2011 absolviert sie einen Gastauftritt in der Fernsehserie "Das Traumschiff" (Folge: "New York, Savannah und Salvador de Bahia"). Im Jahr darauf sieht man sie erneut als Internatsdirekorin in "Hanni & Nanni 2" sowie in einem prägnanten Auftritt als herrische Schwiegermutter, die nach ihrem plötzlichen Ableben heilig gesprochen werden soll, in Marcus H. Rosenmüllers bayerischer Dorfkomödie "Wer's glaubt, wird selig".


