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Alle Fotos (75)Biografie
Hannah-Rebecca Herzsprung, geboren 1981 als Tochter des Schauspielers Bernd Herzsprung, gab ihr Debüt vor der Kamera 1997 in der Fernsehserie "Aus heiterem Himmel", in der sie zwei Jahre lang in der Rolle der "Mimi" zu sehen war. In den kommenden Jahren trat Herzsprung in Nebenrollen in Fernsehspielen wie Dennis Satins "Mädchen, böses Mädchen" oder Tim Tragesers "Emilia – Die zweite Chance" sowie in TV-Serien wie "Soko 5113" auf. Ihr Kinodebüt gab sie 2005 mit "Vier Minuten". Für ihre Verkörperung einer klavierbegabten Gefängnisinsassin in Chris Kraus' vielfach preisgekröntem Drama wurde Herzsprung 2007 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.
Im selben Jahr gewann Herzsprung für ihre Verkörperung einer rebellischen Tochter in Alain Gsponers "Das wahre Leben" die Auszeichnung für die beste Nebenrolle beim Deutschen Filmpreis. Darüber hinaus wurde sie im Dezember von der Jury der European Film Promotion (EFP) als eine von neun jungen Schauspielern aus ganz Europa zum "Shooting Star 2008" ernannt – eine Ehrung, die sie ein Jahr lang zur Botschafterin für den europäischen Film in der Welt werden ließ.
Danach stand sie unter anderem als Dichterin in Rudolf Thomes "Pink" vor der Kamera, verkörperte in Jo Baiers TV-Film "Liesl Karlstadt und Karl Valentin" die titelgebende bayerische Soubrette als junge Frau und war in der Rolle der RAF-Terroristin Susanne Albrecht Teil des Star-Ensembles von Uli Edels "Der Baader Meinhof Komplex". Im Herbst 2008 war sie außerdem in Nicolai Rohdes Drama "10 Sekunden" über die Folgen eines Flugzeugunglücks zu sehen.
Nach Nebenrollen in dem international besetzten Drama "Der Vorleser" (2008) sowie Margarethe von Trottas "Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" (2009) sah man Herzsprung Ende 2009 in zwei sehr unterschiedlichen Filmen auf der Kinoleinwand: In dem Dokumentarfilm "Andula – Besuch in einem anderen Leben" verkörperte sie in einzelnen Spielszenen die tschechische Volksschauspielerin Anna Letenska, die während der Nazi-Herrschaft ermordet wurde; in Alain Gsponers Gesellschaftskomödie "Lila, Lila" spielte sie den großen Schwarm eines hochstapelnden Schriftstellers.
2010 spielte sie in Juraj Herz' historischem Drama "Habermann" an der Seite von Mark Waschke die weibliche Hauptrolle. Im gleichen Jahr hatte sie eine Hauptrolle in dem hoch gelobten TV-Sechsteiler "Weissensee", über die privaten und politischen Verstrickungen zweier Familien in der DDR der frühen 1980er Jahre. Darin verkörperte sie eine junge DDR-Bürgerin, die wegen Landesverrats verurteilt wird.
In dem Thriller "Hell" (2011) sah man sie an der Seite von Lars Eidinger und Stipe Erçeg als Mitglied einer kleinen Gruppe Überlebender, die in einer postapokalyptischen Welt ums Überleben kämpfen müssen. In Lebensgefahr gerät auch die Figur, die Herzsprung in dem Drama "Wie zwischen Himmel und Erde" (2012) verkörperte: eine Studentin, die während eines Bergsteigerurlaubs im Himalaya mit den Nöten der von China unterjochten tibetischen Bevölkerung konfrontiert wird.
Einen gänzlich anderen Frauentyp spielte sie in dem Historienepos "Ludwig II.", das Ende 2012 in die Kinos kam: In der Regie von Peter Sehr gab Hannah Herzsprung darin die legendäre Kaiserin Sissi. Ebenfalls 2012 hatte sie einen kleineren Auftritt als Personenschützerin in Til Schweigers Actionfilm "Schutzengel".
Für Aufsehen sorgte sie auch in der zweiten Staffel der preisgekrönten Serie "Weissensee" (TV, 2013), bei der sie nach der ersten Staffel von 2010 erneut in die Rolle einer nonkonformistischen DDR-Bürgerin schlüpfte, die nun aber an den Nachwirkungen ihrer Haftzeit zerbricht. Von 2011 bis 2013 gehörte Herzsprung auch zum Ensemble der experimentellen amerikanischen Science-Fiction Serie "H+: The Digital Series", über eine Zukunft, in der sich das Leben aller Menschen fast nur noch im Internet abspielt. Im Kino war sie in Hauptrollen in Vivian Naefes "Der Geschmack von Apfelkernen" (2013) nach dem Roman von Katharina Hagena und in "Die geliebten Schwestern" (2014, Regie: Dominik Graf) zu sehen, in dem sie die mittellose Adelige Caroline von Lengefeld spielt, die 1788 mit ihrer Schwester und dem nonkonformistischen Dichter Friedrich Schiller eine ereignisreiche und prägende Zeit verlebt. Der Film wurde im Wettbewerb der Berlinale 2014 uraufgeführt und startete im Juli desselben Jahres in den Kinos.
In dem Cyber-Thriller "Who Am I – Kein System ist sicher" (2014) sah man sie als clevere Freundin eines Hackers (Tom Schilling), gefolgt von einer Hauptrolle in der Komödie "Traumfrauen" (2015), als liebeskranke WG-Bewohnerin, die mit allerlei amourösen Wirrungen zu kämpfen hat. Chris Kraus besetzte sie in der Tragikomödie "Die Blumen von gestern" (2016) als Ehefrau der Hauptfigur, eines seelisch geplagten Holocaust-Forschers (Lars Eidinger).
2017 stand sie mit Lars Eidinger, Tobias Moretti, Joachim Król und weiteren namhaften Darstellern für Joachim Langs "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" (DE/BE, Kinostart: 2018) vor der Kamera. Anschließend schlüpfte sie für Christian Alvarts Thriller "Steig. Nicht. Aus!" (2017) in die Rolle einer lässigen Sprengstoffexpertin.
Im Jahr darauf gehörte sie in einer Nebenrolle zum großen Ensemble der Netflix-Serie "Dogs of Berlin" (2018). Unter der Regie und an der Seite von Karoline Herfurth hatte Herzsprung eine Hauptrolle in der Kinokomödie "Sweethearts" (2019), als dilettantische Bankräuberin auf der Flucht. Weitere Hauptrollen hatte sie in Joseph Vilsmaiers skurriler Komödie "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" (2019), Lena Stahls "Mein Sohn" (2020) und Alain Gsponers "Wolke unterm Dach" (2022), als Familienmutter, deren plötzlicher Tod von ihrer jungen Tochter auf ganz eigene Weise verarbeitet wird. Anfang 2024 sah man sie in der Hauptrolle von Chris Kraus' "15 Jahre", einer Fortsetzung des Kinoerfolgs "Vier Minuten". Für diese intensive Darstellung erhielt sie den Bayerischen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin sowie eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis.