Weitere Namen
Anke Christina Fischer (Weiterer Name)
Darstellerin
Montréal, Québec, Kanada

Biografie

Anke Engelke, geboren am 21. Dezember 1965 in Montreal in Kanada, moderierte schon als Kind Fernsehsendungen bei Radio Luxemburg und beim ZDF und war 1986 bis 1998 Redakteurin und Moderatorin beim SWF. Von 1996 bis 2000 gehörte Anke Engelke zum Ensemble der Comedy-Serie "Wochenshow" bei Sat.1, es folgten ihre eigenen Shows "Anke", "Ladykracher" und zuletzt "Anke Late Night". Für eine Episode der Zwei-Personen-Improvisation "Blind Date" erhielt Engelke mit Olli Dittrich 2003 den Grimme Preis.

Nach einer kleinen Rolle in "Tatort - Tod im All" (1997) spielte Engelke 2000 in Detlev Bucks "Liebesluder". Es folgten weitere Filmrollen, in denen Engelke ihr komisches Talent einsetzte, etwa in Michael Herbigs "Der Schuh des Manitu" (2001) oder in "Der Wixxer" (2004). Als Synchronsprecherin gab sie die Doris in der deutschen Fassung von "Findet Nemo" (USA 2003) und die Eidechse Iguanita in "Der kleine Eisbär" (2001) und "Der kleine Eisbär 2 – Die geheimnisvolle Insel" (2005). Seit Januar 2007 ist sie in der Kultserie "Die Simpsons" in der Nachfolge der 2006 verstorbenen Elisabeth Volkmann als "Marge Simpson" zu hören.

Im Jahr 2006 bekam Engelke mit der "Ladykracher"-Fortsetzung "Ladyland" eine neue Comedy-Show. Ab September 2007 wirkte sie zudem in der Vorschulkinder-Reihe "Die Sendung mit dem Elefanten" mit. Zu Engelkes zahlreichen Fernseh-Aktivitäten gehörte außerdem die Fernsehserie "Kommissarin Lucas" (ab 2007), in der sie die jüngere Schwester der von Ulrike Kriener verkörperten Kommissarin spielte.

Im Kino war Engelke auch weiterhin in größeren Nebenrollen zu sehen, so etwa als unglückliche und untreue Ehefrau in Helmut Dietls "Vom Suchen und Finden der Liebe" (2005) sowie als kauzige Chefin des Titelhelden in der Romanverfilmung "Vollidiot" (2007) mit Oliver Pocher. In den Jugendfilmen "Freche Mädchen" (2008) und "Freche Mädchen 2" (2010) gab Engelke die Mutter einer der Hauptfiguren, in dem Kinderfilm "Lippels Traum" (2009) sah man sie als strenge Haushälterin und Babysitterin des jungen Protagonisten.

2010 erhielt Anke Engelke gleich zwei Deutsche Comedypreise: Für die Serie "Ladykracher" sowie für das TV-Special "Fröhliche Weihnachten! – mit Wolfgang & Anneliese" (gemeinsam mit Bastian Pastewka). 2011 folgte eine Doppelauszeichnung beim Deutschen Fernsehpreis: In der Kategorie "Beste Unterhaltungssendung des Jahres" für ihre Moderation des Eurovision Song Contest (gemeinsam mit Stefan Raab) und in der Kategorie "Beste Comedy" für "Ladykracher".

Nach einer längeren Leinwandpause hatte Engelke 2014 zwei kleine Auftritte in Kinderfilmen: als skurrile Eisverkäuferin in "Rico, Oskar und die Tieferschatten" (2014) und als Chefin des Patentamtes in "Doktor Proktors Pupspulver" (2014). Eine größere Rolle spielte sie in Sönke Wortmanns Satire "Frau Müller muss weg" (2014; Start: 2015), als knallharte Karrierefrau, die der vermeintlich unfähigen Lehrerin ihres Kindes das Leben schwer macht. Für diese Rolle wurde sie mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.

Erneut in einem Kinderfilm sah man Engelke in "Gespensterjäger – Auf eisiger Spur" (2015): als Gespensterjägerin, die unverhofft zur Verbündeten eines lieben Gespensts wird. Auch mit "Doktor Proktors Zeitbadewanne" (NO/DE 2016) blieb sie dem Genre des Kinderfilms treu, diesmal in einem Gastrauftritt als kauzige Rezeptionistin.

Danach wirkte Engelke in einer Reihe von Fernsehspielen mit, darunter in einer Hauptrolle als Chefredakteurin in Sherry Hormanns zweiteiligem Journalismus-Thriller "Tödliche Geheimnisse" (2016) und "Tödliche Geheimnisse 2 – Jagd in Kapstadt" (2017) jeweils an der Seite von Nina Kunzendorf und Katja Riemann.

Regisseur André Erkau besetzte sie in der Komödie "Happy Burnout" (2017) als konservative Krankenschwester in einer Burnout-Klinik, deren strenges Regiment von einem neuen Patienten, einem Alt-Punker, ins Wanken gebracht wird.

Es folgten weitere Auftritte in Kinoproduktionen, als Eintagsfliege im Kinderfilm "Nur ein Tag" (2017), im mehrfach preisgekrönten Drama "Das schönste Mädchen der Welt" (2018) als Mutter einer der Hauptfiguren, sowie in einer kleinen Nebenrolle in der Dating-App-Komödie "Rate Your Date", die im Frühjahr 2019 in die Kinos kam. Schon 2018 war sie zuvor als DDR-Buchhalterin in sieben Folgen der zehnteiligen, für Amazon Prime produzierten Spionageserie "Deutschland '86" zu sehen. Diese Rolle übernahm sie für acht weitere Folgen in der Fortsetzung "Deutschland '89", die 2020 auf Amazon veröffentlicht wurde.  

Die Hauptrolle einer plötzlich verwitweten Frau, die auf der Suche nach einem Job ihre Berufung als professionelle Trauerrednerin entdeckt, spielte sie 2020 in der Netflix-Dramedy-Serie "Das letzte Wort". Im Frühjahr 2021 war sie eine der Teilnehmer*innen der von Amazon produzierten Comedy-Game-Show "LOL: Last One Laughing Germany", in der bekannte Comedians sechs Stunden zusammen eingeschlossen werden und einander zum Lachen bringen müssen ohne dabei selbst eine Miene zu verziehen.

Ernster Natur hingegen war ihre Hauptrolle in Lena Stahls vielgelobtem Spielfilmdebüt "Mein Sohn", als (über-)besorgte Mutter, die nach dem schweren Unfall ihres risikoliebenden Sohns (Jonas Dassler) noch schlechter davon ablassen kann, sich in dessen Leben einzumischen. Das Drama, das auf dem Filmfest München mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Beste Produktion ausgezeichnet wurde, kam im Winter 2021 in die Kinos.

Mit den Herausforderungen und den ambivalenten Erfahrungen des Mutter-Seins setzte sich auch Carolin Schmitz Film "Mutter" auseinander, für den die Dreharbeiten im November 2020 begannen und in dem dokumentarische Aussagen verschiedener Frauen in einer fiktiven Figur, dargestellt von Engelke, zusammengeführt werden.

 

 

FILMOGRAFIE

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