Münchhausen

Münchhausen

Deutschland 1942/1943, Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Seltsam ist die verblüffende Ähnlichkeit des Barons von Münchhausen mit seinem Urahn, dessen Antlitz von einem 200 Jahre alten Ölgemälde herunter lächelt. Als Münchhausen eines seiner berühmten Feste feiert, gesteht ihm die blutjunge, romantisch veranlagte Sophie von Riedesel ihre Liebe. Diese Offenbarung nimmt Münchhausen zum Anlass, am nächsten Tag eine wunderliche, absurde, abenteuerliche und überaus spannende Lebensbeichte abzulegen. Es ist sowohl seine Geschichte als auch die des Mannes, der da von dem Gemälde herunter lächelt. Während Münchhausens Erzählfluss vermischen sich Vergangenheit und Gegenwart, Illusion und Realität zu einem rauschhaften Erlebnis. Da ist kaum eine Persönlichkeit, die Münchhausen nicht kennen gelernt, kein Abenteuer, dass er nicht durchlebt hätte.

Ob er nun die russische Zarin Katharina verführt, Fürst Potemkin im Zweikampf besiegt oder gegen die Türken ins Feld zieht – Münchhausens Leben gleicht einem einzigen großen Ritt auf der Kanonenkugel. Er fährt zum Mond, besucht den alternden Casanova in Venedig und bekommt von dem diabolischen Cagliostro die ewige Jugend geschenkt – kein Wunder also, dass er seinem vermeintlichen Urahn so sehr ähnelt ... Doch am Ende des Films gibt er gerade dieses Geschenk zurück.

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Der Baron auf der Kanonenkugel

Während der Dreharbeiten zu diesem Film in der zweiten Hälfte des Jahres 1942 wurde die Schlacht von Stalingrad zu einem Fiasko ungeheuren Ausmaßes. Als der Film am 5. März 1943 Premiere hatte, stand fest: 700 000 Soldaten waren bei Stalingrad gefallen, während die UFA ungerührt ihr 25jähriges Jubiläum feierte. Es ist schlechterdings unmöglich, diese beiden Entwicklungen nicht in eine Parallelität zu bringen - auf der einen Seite die Großmannssucht der Nazis, die zeigen wollten, dass Deutschland ein hoch entwickeltes Filmland ist und andererseits sollte durch solche Epen der Tod von Hunderttausenden überspielt werden. Es mutet heute zynisch an, dass alleine für die Sequenz in Venedig in knappsten Kriegszeiten 800 Kostüme geschneidert wurden in Berlin, die mit dem Zug dorthin geschafft wurden. Und wozu? Farbenprächtiges Getümmel auf dem Canale Grande, hübsch anzusehen, jedoch entbehrlich. Goebbels wollte den „Dieb von Bagdad“, 1939 in England erschienen, toppen. Doch wie denn? Dort arbeiteten Profis, die Weltruf genossen: Georges Périnal an der Kamera, Oscarpreisträger Lawrence Butler für die fabelhaften Filmtricks, die den Ritt auf der Kanonenkugel kleinteilig aussehen lassen. Ausserdem - Technicolor, mit brillanter Trennschärfe, gegen Agfacolor, unscharf, nebulös, wo kaum eine Gesichtsfarbe stimmte. Das war ein Rennen, dass Deutschland nicht gewinnen konnte. Und was bei dem „Dieb“ wunderbar fließend und erzähl-logisch umgesetzt wurde, ist bei „Münchhausen“ eher szenisch eng und bleibt im Episodischen stecken. Ein Berthold Bürger (Erich Kästner) hat eine kleine Story mit ein paar Dialogfetzen aufgepeppt („Wo andere Frauen ein Herz haben, hat sie nur ein Dekolleté“, „Man soll den Kopf nicht verlieren, bevor er ab ist“). Was ist dieser Film? Der Filmkritiker Karsten Witte hat ihn als „gargantueske Fehlgeburt“ bezeichnet, was die Verfasser des Buches über die Ufa-Farbfilme (2010) eher pikiert erwähnen, so als müssten wir Deutschen stolz auf „Münchhausen“ sein.

Credits

Regie:Josef von Baky
Drehbuch:Erich Kästner
Kamera:Werner Krien
Schnitt:Milo Harbich, Walter Wischniewsky
Musik:Georg Haentzschel
  
Darsteller: 
Hans AlbersBaron Münchhausen
Hans BrausewetterFreiherr von Hartenfeld
Marina von DitmarSophie von Riedesel
Käte HaackBaronin Münchhausen
Brigitte HorneyZarin Katharina II.
Ferdinand MarianGraf Cagliostro
Leo SlezakSultan Abd-ul-Hamid
Hermann SpeelmansChristian Kuchenreutter
Hilde von StolzLouisa La Tour
Ilse WernerPrinzessin Isabella d'Este
Eduard von WintersteinVater Münchhausen
Wilhelm BendowMann im Mond
Michael BohnenHerzog Karl von Braunschweig
Andrews EngelmannFürst Potemkin
Waldemar LeitgebFürst Grigorij Orlow
Walter LieckLäufer
Hubert von MeyerinckPrinz Anton Ulrich
Jaspar von OertzenGraf Lanskoi
Werner ScharfPrinz Francesco d'Este
Armin SchweizerDiener Johann
Marianne SimsonFrau im Mond
Gustav WaldauGiacomo Casanova
Franz WeberFürst von Ligne
Valy ArnheimHaushofmeister am Petersburger Hof
Erwin BiegelCagliostros Leibjäger
Fritz BuschTheaterdirektor
Fanny CottaRosalba Carriera
Erich DunskusKurländischer Wirt
Angelo FerrariFrancescos Freund
Ilse FürstenbergRieke Kuchenreutter
Irene FischerKammerfrau Marfa
Bernhard GoetzkeGesandter Gatti
Karl HarbacherDie Uhr
Harry HardtKurier
Trude HeessFürstin Stroganow
Maria HofenOhnmächtige Theaterbesucherin
Victor JansonYussuf Pascha
Hans JunkermannKapellmeister Graun
Nikolaj KolinGroßwesir
Leopold von LedeburKanzler Panin
Karl-Heinz PetersFrançois Blanchard
Hermann PfeifferEunuch Selim
Anton PointnerGraf Kobenzl
Elena PolewitzkajaFürstin Daschkin
Erik RadolfHusarenoffizier
Paul RehkopfFörster
Ernst-Albert SchaahGesandter de Ségur
Franz SchafheitlinDoge
Franz SteinLeibjäger Rösemeyer
Henry StuartSir Fitzherbert
Aruth WartanPugatschew
Ewald WenckVorhangzieher Methfessel
Louis BrodyObersklave
Theodor MichaelLeibwedler des Sultans
Helene von SchmithbergDame
  
Produktionsfirma:Ufa-Filmkunst GmbH (Berlin) (Herstellungsgruppe Eberhard Schmidt)

Alle Credits

Regie:Josef von Baky
Dialog-Regie:Fritz Thiery
Drehbuch:Erich Kästner
Kamera:Werner Krien
Optische Spezialeffekte:Konstantin Tschet (Trickaufnahmen), Theodor Nischwitz (Trickaufnahmen), Gerhard Huttula (Mitarbeit)
Standfotos:Willi Klitzke, Lars Looschen
Bauten:Emil Hasler, Otto Gülstorff, Wilhelm Vorwerg (Assistenz), Hans Minzloff (Assistenz), Karl Getschmann (Assistenz), Matthieu Ostermann (Assistenz), Walter Kutz (Assistenz)
Kunstmaler:Rudolf Linnekogel
Kostüme:Manon Hahn
Schnitt:Milo Harbich, Walter Wischniewsky
Ton:Erich Schmidt
Choreografie:Maria Sommer
Musik:Georg Haentzschel
  
Darsteller: 
Hans AlbersBaron Münchhausen
Hans BrausewetterFreiherr von Hartenfeld
Marina von DitmarSophie von Riedesel
Käte HaackBaronin Münchhausen
Brigitte HorneyZarin Katharina II.
Ferdinand MarianGraf Cagliostro
Leo SlezakSultan Abd-ul-Hamid
Hermann SpeelmansChristian Kuchenreutter
Hilde von StolzLouisa La Tour
Ilse WernerPrinzessin Isabella d'Este
Eduard von WintersteinVater Münchhausen
Wilhelm BendowMann im Mond
Michael BohnenHerzog Karl von Braunschweig
Andrews EngelmannFürst Potemkin
Waldemar LeitgebFürst Grigorij Orlow
Walter LieckLäufer
Hubert von MeyerinckPrinz Anton Ulrich
Jaspar von OertzenGraf Lanskoi
Werner ScharfPrinz Francesco d'Este
Armin SchweizerDiener Johann
Marianne SimsonFrau im Mond
Gustav WaldauGiacomo Casanova
Franz WeberFürst von Ligne
Valy ArnheimHaushofmeister am Petersburger Hof
Erwin BiegelCagliostros Leibjäger
Fritz BuschTheaterdirektor
Fanny CottaRosalba Carriera
Erich DunskusKurländischer Wirt
Angelo FerrariFrancescos Freund
Ilse FürstenbergRieke Kuchenreutter
Irene FischerKammerfrau Marfa
Bernhard GoetzkeGesandter Gatti
Karl HarbacherDie Uhr
Harry HardtKurier
Trude HeessFürstin Stroganow
Maria HofenOhnmächtige Theaterbesucherin
Victor JansonYussuf Pascha
Hans JunkermannKapellmeister Graun
Nikolaj KolinGroßwesir
Leopold von LedeburKanzler Panin
Karl-Heinz PetersFrançois Blanchard
Hermann PfeifferEunuch Selim
Anton PointnerGraf Kobenzl
Elena PolewitzkajaFürstin Daschkin
Erik RadolfHusarenoffizier
Paul RehkopfFörster
Ernst-Albert SchaahGesandter de Ségur
Franz SchafheitlinDoge
Franz SteinLeibjäger Rösemeyer
Henry StuartSir Fitzherbert
Aruth WartanPugatschew
Ewald WenckVorhangzieher Methfessel
Louis BrodyObersklave
Theodor MichaelLeibwedler des Sultans
Helene von SchmithbergDame
  
Produktionsfirma:Ufa-Filmkunst GmbH (Berlin) (Herstellungsgruppe Eberhard Schmidt)
Herstellungsleitung:Eberhard Schmidt
Aufnahmeleitung:Veit Massary
Produktions-Assistenz:Horst Kyrath
Dreharbeiten:13.04.1942-16.12.1942: Freigelände Babelsberg, Bodenwerder, Venedig; Ufastadt Babelsberg
Erstverleih:Deutsche Filmvertriebs GmbH (DFV) (Berlin)
Länge:3662 m, 134 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 03.03.1943, B.58674, Jugendverbot / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.03.1943, Berlin, U.T. Wagnitzstraße;
Uraufführung (DE): 05.03.1943, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Titel

Originaltitel (DE) Münchhausen

Fassungen

Original

Länge:3662 m, 134 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 03.03.1943, B.58674, Jugendverbot / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.03.1943, Berlin, U.T. Wagnitzstraße;
Uraufführung (DE): 05.03.1943, Berlin, Ufa-Palast am Zoo
 

Prüffassung

Länge:110 min
Format:DVD, 4:3
Bild/Ton:Farbe, Dolby Digital Stereo
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 13.07.2005, 17996VV, Ohne Altersbeschränkung
 
Länge:2868 m, 105 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 23.03.1982, 00589, ab 6 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 18.05.1978, 00589, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
 
Länge:2887 m, 105 min
Format:35mm, 1;1,33
Bild/Ton:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 07.12.1949, 00589, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei
 
Länge:97 min
Format:Video, 4:3
Bild/Ton:Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 02.12.1983, v638, ab 6 Jahre
 
Länge:2756 m, 101 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 21.12.1953, 00589, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 14.06.1954, 00589, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei
Aufführung:TV-Erstsendung (DD): 28.12.1959, DFF 1;
TV-Erstsendung (DE): 05.02.1966, ZDF
 
Länge:3135 m, 114 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 09.01.1995, 00589, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
 
Länge:2415 m, 88 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 14.06.1954, 00589, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 12.12.1953, 00589, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei
 
Länge:3225 m, 118 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 17.06.1943, B.59075, Jugendverbot / nicht feiertagsfrei
 

Auszeichnungen

FBW 1978
Prädikat: Besonders wertvoll
 
1943
Prädikat: Volkstümlich wertvoll
Prädikat: Künstlerisch besonders wertvoll