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Alle Fotos (16)Biografie
Adrian Hoven wurde am 18. Mai 1922 als Wilhelm Arpad Peter Hofkirchner im österreichischen Wöllersdorf nahe Wien geboren. Nach dem Abitur studierte er Maschinenbau und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Flugzeugtechniker bei der Messerschmidt AG. Im Zweiten Weltkrieg war er Fallschirmjäger und wurde in Nordafrika schwer verwundet. Seinen ersten Filmauftritt hatte Hofkirchner als Statist in Helmut Weiss' Komödienfortsetzung "Quax in Afrika" mit Heinz Rühmann in der Titelrolle. Der Film wurde zwar 1943/44 gedreht, kam vor dem Ende des Krieges aber nicht mehr zur Aufführung und wurde von den alliierten Besatzungsmächten wegen seiner ideologischen Färbung verboten. Erst 1953 kam eine geschnittene Version des Films in die deutschen Kinos.
Durch seine Bekanntschaft mit Weiss erhielt Hofkirchner nach Kriegsende eine Schauspielausbildung an der kurzlebigen Schauspielschule Dahlberg in Berlin und spielte in der Folge an Berliner Theatern wie der Tribüne, dem Renaissance-Theater und dem Theater am Schiffbauerdamm. In dieser Zeit verwendete er erstmals seinen Künstlernamen Adrian Hoven. Im Laufe seiner Karriere nahm er auch die Pseudonyme Percy Parker und Percy G. Parker an, diese aber ausschließlich als Produzent und Regisseur.
Weiss blieb ein Förderer von Hovens Schauspielkarriere und besetzte ihn in immer größer werdenden Rollen in seinen Filmen "Herzkönig" (BRD 1947) und "Tromba" (BRD 1949). In "Tromba" spielte er das erste Mal seine Paraderolle des sportlichen und gutaussehenden Helden und Liebhabers, die er im Kino der 1950er-Jahre vielfach darstellte. Um sich voll auf seine Filmkarriere zu konzentrieren, löste er nach seinem Engagement in "Tromba" alle seine Bühnenverträge auf und stand fortan nur noch vor der Kamera.
In den 1950er-Jahren wirkte Hoven an vielen Heimat- und Unterhaltungsfilmen des deutschen Kinos mit, so beispielsweise in "Mädchenjahre einer Königin" (AT 1954) an der Seite von Romy Schneider, "Kaiserjäger" (AT 1956) oder "Zwei Herzen voller Seligkeit" (BRD 1957). Er blieb in seiner Genrewahl jedoch flexibel und tauchte auch in Kriegs-, Kriminal- und Horrorfilmen auf, zumeist in Hauptrollen. So spielte er in mehreren Francis-Durbridge- und Edgar-Wallace-Verfilmungen mit, darunter "Das Rätsel der roten Orchidee" (BRD 1960) und "Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X" (AT 1964).
1965 gründete Hoven gemeinsam mit dem italienischen Filmproduzenten Pier A. Caminneci die Produktionsfirma Aquila Film Enterprises und war nun auch als Produzent und Drehbuchautor tätig. Im selben Jahr realisierte er seine erste Regiearbeit, den Kriminalfilm "Der Mörder mit dem Seidenschal" (BRD/IT 1966), zu dem er gemeinsam mit Rolf A. Becker auch das Drehbuch beisteuerte. Hoven produzierte in den späten 1960er- und 70er-Jahren vornehmlich Horror- und Erotikfilme. Vor allem die beiden Filme "Hexen bis aufs Blut gequält" (BRD 1970) mit Udo Kier und "Hexen – geschändet und zu Tode gequält" (BRD 1972) gelten international inzwischen als Klassiker des Exploitation-Films, wurden bei Veröffentlichung aufgrund extremer Gewaltdarstellung aber von der Kritik ausgesprochen negativ aufgenommen. "Hexen bis aufs Blut gequält" war zudem in Deutschland bis 2016 indiziert.
Rainer Werner Fassbinder besetzte Adrian Hoven ab 1973 in zahlreichen seiner Film- und Fernsehproduktionen, beginnend mit dem TV-Zweiteiler "Welt am Draht" (BRD 1973), in dem Hoven die Rolle des Professor Henry Vollmer verkörperte. Bis auf seine Zusammenarbeit mit Fassbinder spielte Hoven nur in wenigen TV-Produktionen mit, meist in Nebenrollen oder einzelnen Episoden von Fernsehserien wie "Graf Yoster gibt sich die Ehre" (1974), "Bitte keine Polizei" (1975) oder "Jörg Preda berichtet" (1976).
In der Folge seiner Zusammenarbeit mit Fassbinder war Hoven wieder vermehrt als Schauspieler tätig und spielte unter anderem in den beiden Ludwig-Ganghofer-Verfilmungen "Der Edelweißkönig" (BRD 1975) und "Waldrausch" (BRD 1977), letzterer an der Seite von Uschi Glas. Seine letzte Zusammenarbeit mit Fassbinder war "Lili Marleen" (BRD 1980), wo er den Schauspieler Ernst Ginsberg verkörperte. Hovens letzter Leinwandauftritt folgte 1981 als Schausteller Capone in "Looping – Der lange Traum vom kurzen Glück" mit Hans-Christian Blech und Shelley Winters in den Hauptrollen.
Adrian Hoven starb am 8. April 1981 in Tegernsee an den Folgen eines Herzinfarkts. Seine letzte Regiearbeit, "Verbotene Lust im Sperrbezirk", wurde 1983 unter seinem Pseudonym Percy Parker postum veröffentlicht.