Beate Mainka-Jellinghaus, Source: film & kunst
Beate Mainka-Jellinghaus in "Schnitte in Raum und Zeit" (2006)

90. Geburtstag: Beate Mainka-Jellinghaus

Als der Filmpionier Harry Piel sie 1953 für ihre erste Schnitt-Assistenz bei seinem Spielfilm "Gesprengte Gitter – Die Elefanten sind los" engagierte, war das der Grundstein für eine Karriere, die den Neuen Deutschen Film nachhaltig prägte: Beate Mainka-Jellinghaus begann danach mit Edgar Reitz zu arbeiten und lernte durch ihn auch den jungen Alexander Kluge kennen, dessen gefeiertes Debüt "Abschied von gestern" sie 1966 schnitt. Durch diesen Erfolg wiederum wurde Werner Herzog auf sie aufmerksam und engagierte sie für "Lebenszeichen". In den folgenden Jahren und Jahrzehnten war sie die Editorin zahlreicher Filme sowohl von Kluge wie auch von Herzog, darunter lauter Meisterwerke, von "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos" bis "Die Macht der Gefühle", von "Herz aus Glas" bis "Fitzcarraldo". Herausragend ist insbesondere die komplexe Montage des Omnibusfilms "Deutschland im Herbst", den sie wie auch manche anderen Werke nicht nur montiert, sondern auch mitkonzipiert hat. Mit ihrem anspruchsvollen Stil, in dem oft die lineare Narration aufgebrochen sowie dokumentarisches und fiktionales Material verzahnt wird, hat sie immer wieder das Publikum herausgefordert – und zum aktiven Mitgestalter der Filme gemacht. Am 27. Juli wird Beate Mainka-Jellinghaus 90 Jahre alt – herzlichen Glückwunsch!

Aktuelles

In der dritten Förderrunde 2026 vergibt die Film- und Medienstiftung NRW 9,08 Mio. Euro an insgesamt 37 Projekte.

Deutsches Kino auf dem Lido: Von 2. bis 12. September 2026 richtet sich der Blick der internationalen Filmwelt erneut auf den Lido: Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig präsentieren aktuelle Arbeiten renommierter Filmschaffender ebenso wie neue Stimmen und innovative filmische Erzählformen. Als ältestes Filmfestival der Welt und eine der bedeutendsten Plattformen des internationalen Kinos ist die Mostra zugleich ein wichtiger Ausgangspunkt für die kommende Festival- und Awards-Saison.

Einmal pro Monat präsentieren DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und epd Film ein herausragendes deutschsprachiges Kinowerk mit anschließendem Werkstattgespräch. Am kommenden Dienstag, 28. Juli, stellt Nicolas Steiner im Kino des DFF sein Spielfilmdebüt "Sie glauben an Engel, Herr Drowak?" vor, das 2025 in Shanghai Premiere feierte und den Max Ophüls Preis 2026 eröffnet hat.

Die Stiftung Kulturregion Hannover und die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH schreiben erneut das Kurzfilmstipendium cast&cut aus. Für das Jahr 2027 werden zwei Kurzfilmer*innen gesucht, die ein eigenes Kurzfilmprojekt in der Region Hannover realisieren möchten.

Der Drehbuchautor und Schauspieler Werner Enke, der vor allem durch den Klassiker "Zur Sache, Schätzchen" berühmt wurde, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.