Der Drehbuchautor und Schauspieler Werner Enke, der vor allem durch den Klassiker "Zur Sache, Schätzchen" berühmt wurde, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.
Der gebürtige Berliner wuchs in Göttingen auf und spielte, nachdem er privaten Schauspielunterricht genommen hatte, ab 1963 erste, meist kleinere Nebenrollen in Fernsehspielen. Durch Klaus Lemke lernte er May Spils kennen, die später seine Lebensgefährtin wurde.
1968 sah man Enke in seiner ersten Langfilm-Hauptrolle: als jungen Bundeswehrsoldaten In Franz-Josef Spiekers Militär-Farce "Mit Eichenlaub und Feigenblatt" (1968). Der Durchbruch gelang ihm jedoch mit dem zeitgleich startenden "Zur Sache, Schätzchen", unter der Regie von May Spils, die gemeinsam mit Enke und Rüdiger Leberecht auch das Drehbuch geschrieben hatte. Die Komödie über den Alltag eines Schwabinger Tagediebs war einer der großen kommerziellen Erfolge des Jungen Deutschen Films und avancierte bald zum Kultfilm. Enke erhielt für seine Leistung den Deutschen Filmpreis als Bester Nachwuchsdarsteller. Auf Grund der originellen und prägenden Sprache mit Begriffen wie "fummeln" und "Dumpfbacke" wurde das Autorentrio zudem mit einem einmalig vergebenen Sonderpreis ausgezeichnet, dem Filmband in Gold für Dialoge.
Für "Nicht fummeln, Liebling" (1970), über die Erlebnisse eines sympathischen Münchner Hallodris, erhielten Hauptdarsteller und Drehbuchautor Enke und Regisseurin Spils den Ernst-Lubitsch-Preis. Das Team Spils/Enke drehte noch drei Fortsetzungen über den Lebensweg dieser Figur: "Hau drauf, Kleiner" (1974) über seine Zeit bei der Bundeswehr, "Wehe, wenn Schwarzenbeck kommt" (1978) über seine Abenteuer mit einem anarchischen Schrotthändler, und "Mit mir nicht, du Knallkopp" (1983), in dem er in eine skurrile Agentengeschichte verwickelt wird.
Danach zogen beide sich aus dem Filmgeschäft zurück und lebten wechselweise in München-Schwabing und auf einem Bauernhof bei Bremen. Enke veröffentlichte 2003 unter dem Titel "Es wird böse enden" noch eine Sammlung eigener Cartoons, 2023 stellte er in München eigene Landschaftsgemälde aus.
Werner Enke, der mit einer Handvoll Filme zur Kultfigur einer Generation avanciert war, starb nach schwerer Krankheit am 20. Juli 2026 in München.