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Werner Schroeter

Darsteller, Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Kamera, Bauten, Maskenbild, Kostümbild, Schnitt, Ton, Musik, Produzent
Georgenthal Kassel

Biografie

Werner Schroeter, geboren am 7. April 1945 in Georgenthal (Thüringen), aufgewachsen in Bielefeld und Heidelberg, studiert ab 1966 zunächst drei Semester Psychologie in Mannheim. Nach bestandener Aufnahmeprüfung wechselt er an die Hochschule für Fernsehen und Film in München, die er jedoch bereits nach wenigen Wochen wieder verlässt.
Im Dezember 1967 reist er zum Experimentalfilm-Festival EXPRMTL 4 im belgischen Knokke, wo er einen seiner 8mm-Filme vorstellt. Hier lernt er Rosa von Praunheim kennen, mit dem er, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, in den nächsten Jahren zusammenlebt und den Film "Gotesk Burlesk Pittoresk" realisiert. Zwischen seinem Elternhaus in Heidelberg und seinem Berliner Wohnsitz (bei von Praunheim) pendelnd, realisiert Schroeter 1968 eine Reihe von Filmen: zunächst kurze Etüden auf 8mm, schließlich seine auf 16mm gedrehten Langfilme "Neurasia" und "Argila". Beide laufen mit großem Erfolg auf der Hamburger Filmschau 1969. Ein erster Durchbruch gelingt Schroeter noch im gleichen Jahr mit seinem dritten Langfilm "Eika Katappa", für den er im Oktober 1969 bei der Internationalen Filmwoche Mannheim den Josef von Sternberg-Preis erhält.

Schroeters filmischen Stil hat der Kulturjournalist Alfred Nemeczek 1980 in einem Artikel treffend zusammengefasst: Schroeter verzichte "auf eine Handlung und reiht szenische Höhepunkte aus Dichtung, Geschichte und Mythos ohne Übergang aneinander. Stundenlang nichts als Verzückung und Ekstase, nichts als Tod, Abschied, Liebeswahn, Verzweiflung." Schroeter arbeitet zudem mit einem festen Stamm von Darstellern, zu dem unter anderen Carla Aulaulu, Ellen Umlauf und später auch Christine Kaufmann gehören – sowie natürlich Magdalena Montezuma (bürgerlich: Erika Kluge), die er bereits als Jugendlicher kennen gelernt hat und die bis zu ihrem Tod 1984 in all seinen Werken auftritt.

 


Seit den frühen Siebziger Jahren werden seine Filme, die zum Teil während längerer Auslandsreisen (zumeist Italien) entstehen, in erster Linie vom Fernsehen finanziert, vor allem von der ZDF-Redaktion "Das kleine Fernsehspiel". "Ich habe ein Kassetten-Tonband und ein paar Oberhemden und ein Jackett, vier oder fünf Bücher... Meist lebe ich bei Freunden. Wenn ich arbeite, ziehe ich von Hotel zu Hotel, weil das eine doppelte Belastung für jemanden wäre, der mit mir leben muss", erklärt Schroeter 1980 in einem Interview.

Erst ab "Regno di Napoli / Neapolitanische Geschwister" (1978), als seine Filme klassischeren narrativen Strukturen folgen, kommen sie wieder in die Kinos – zum Teil mit beachtlichem Erfolg: "Regno di Napoli" wird unter anderem mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet und feiert auch international Erfolge. Für sein Gastarbeiterdrama "Palermo oder Wolfsburg" erhält Schroeter zwei Jahre später auf der Berlinale 1980 den Goldenen Bären. Nicht zuletzt in Frankreich feiern Cinephile Schroeter, der seine Drehbücher selbst verfasst und bis Ende der siebziger Jahre bei fast all seinen Filmen auch für die Kamera und den Schnitt verantwortlich zeichnet, als großen "Auteur". Gelegentlich tritt er auch als Darsteller in Filmen anderer Regisseure auf, so etwa bei Fassbinder ("Welt am Draht", "Berlin Alexanderplatz") und Herbert Achternbusch ("Das Gespenst").

Seit 1972 arbeitet Werner Schroeter neben seiner filmischen Tätigkeit auch am Theater, seit 1979 inszeniert er zudem Opern an deutschen und italienischen Opernhäusern. Seine eigenwilligen Klassiker-Inszenierungen, die er zum Teil mit seinen Stammschauspielern realisiert, sind oft umstritten. Zu seinen wichtigen Bühnenarbeiten gehören "Emilia Galotti" (Hamburg, 1972); "Salome" (1973), "Lucrecia Borgia" (1974), "Fräulein Julie" (1977) sowie "Das Käthchen von Heilbronn" (1978) unter der Intendanz Peter Zadeks in Bochum. Im März 1980 arrangiert er in Paris eine Show mit Ingrid Caven. Für Aufsehen sorgt er im Mai 1982 am Schauspielhaus Frankfurt mit Schillers "Don Carlos" – denn nach dem ersten Satz aus Schillers Drama verwandelt sich die Inszenierung in eine Aufführung von Pirandellos "Heute Abend wird aus dem Stehgreif gespielt".


Ab Mitte der achtziger Jahre werden die Abstände zwischen seinen filmischen Arbeiten immer länger. Wenn Schroeter jedoch neue Werke präsentiert, werden diese von Seiten der Kritik und der Cinephilen stets mit großem Interesse aufgenommen. So wird seine Ingeborg Bachmann-Verfilmung "Malina" (1991) mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle in Cannes uraufgeführt und erhält unter anderem Deutsche Filmpreise in den Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie". Schroeters nachfolgender Film, die poetische Dokumentation "Poussières d"amour", lässt sechs Jahre auf sich warten – und wird prompt mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

2008 stellt Schroeter nach einer sechsjährigen Filmpause im Wettbewerb der Filmfestspiele Venedig seine Juan-Carlos-Onetti-Adaption "Une nuit de Chien / Diese Nacht" vor. Schroeter erhält in Venedig den Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk.

Auf der Berlinale wird Schroeter im Februar 2010 mit dem schwul-lesbischen Teddy Award für sein Lebenswerk geehrt; im März erhält er den Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis.

Am 12. April 2010, wenige Tage nach seinem 65. Geburtstag, erliegt Werner Schroeter in Kassel den Folgen einer Krebserkrankung.

Filmografie

2012
  • Mitwirkung
2008
  • Regie
  • Drehbuch
2002
  • Mitwirkung
2001/2002
  • Regie
  • Drehbuch
2001/2002
  • Darsteller
1999/2000
  • Regie
  • Drehbuch
  • Interviews
1995/1996
  • Mitwirkung
  • Regie
  • Drehbuch
  • Stoff
  • Interviews
1990/1991
  • Regie
1986
  • Sprecher
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kommentar
  • Interviews
1984-1986
  • Regie
  • Drehbuch
1983
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
1982
  • Mitwirkung
1982
  • Darsteller
1981/1982
  • Regie
1981
  • Regie
  • Drehbuch
1980/1981
  • Darsteller
1980
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
  • Ton
  • Musik
  • Produzent
1980
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1979/1980
  • Regie
  • Drehbuch
  • Dialoge
  • Maske
  • Schnitt
1978
  • Regie
  • Drehbuch
  • Schnitt
1975/1976
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Ausstattung
  • Kostüme
  • Musik
  • Produzent
1973/1974
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Produzent
1973
  • Darsteller
1972/1973
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
  • Ton
  • Produzent
1971/1975
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Produzent
1971/1972
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
  • Musik Sonstiges
  • Produzent
1971
  • Regie
  • Drehbuch
1971
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1970
  • Regie
  • Drehbuch
  • Schnitt
1970
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
  • Produzent
1969
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Ausstattung
  • Kostüme
  • Schnitt
  • Musik Sonstiges
1969
  • Darsteller
  • Regie-Assistenz
1969
  • Regie
  • Drehbuch
  • Schnitt
1968/1969
  • Darsteller
1968/1969
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Ausstattung
  • Schnitt
  • Musik-Bearbeitung
  • Produzent
1968
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
  • Schnitt
1968
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Ausstattung
  • Kostüme
  • Schnitt
  • Musik Sonstiges
  • Produzent
1968
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
1968
  • Regie
  • Drehbuch
1968
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
  • Ton
1968
  • Regie
  • Kamera
  • Schnitt
1968
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
1968
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
1968
  • Regie
  • Kamera
  • Schnitt
1968
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
1968
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
1968
  • Darsteller
  • Regie
  • Kamera
1968
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
1967
  • Regie
  • Kamera
  • Schnitt
1966/1967
  • Darsteller