Darsteller, Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch
Hainichen (Sachsen)

Biografie

Nach der Scheidung seiner Eltern wächst er bei seiner Mutter, einer Sekretärin, auf. Nach dem Abitur 1959 Dienst in der Nationalen Volksarmee. 1961–65 Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst, Potsdam-Babelsberg, Fachrichtung Regie, Diplomfilm "Peterle und die Weihnachtsgans Auguste". Beim DEFA-Studio für Spielfilme Regie-Assistent von Ralf Kirsten und Konrad Wolf.

Sein erstes eigenes Projekt, die Adaption des Romans "Die Moral der Banditen" von Horst Bastian, wird 1965 während der Vorbereitung abgebrochen. Für das DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme realisiert er den semidokumentarischen Ferienfilm "Freunde vom Werbellinsee" (1966). 1968 Regie-Vertrag beim DEFA-Studio für Spielfilme. Bereits der Märchenfilm "Wie heiratet man einen König" (1968) zeigt thematische und stilistische Eigenheiten Simons: Der ungewöhnliche Zugriff auf bekannte Motive oder Literaturvorlagen und das Verdichten zu emotional wirksamen Bildern. Mit "Gewöhnliche Leute", seinem Beitrag für den Episodenfilm "Aus unserer Zeit" (1969) wendet er sich Gegenwartsstoffen zu, ebenso in "Männer ohne Bart" (1971) über einen Schüler, dem es schwerfällt, sein Leben zwischen den Pflichten der Realität und den Wünschen seiner regen Phantasie einzurichten.

 

Den Märchenstoff "Sechse kommen durch die Welt" (1971/72) sucht Simon durch eine verstärkte Einbindung in ein soziales Umfeld auch für Erwachsene interessant zu machen. "Till Eulenspiegel" (1973/74), nach dem deutschen Volksbuch und einer Filmerzählung von Christa und Gerhard Wolf, stellt die oft zum Schelm reduzierte Figur des Eulenspiegel (Winfried Glatzeder) wieder in eine historische Situation und betont die Auseinandersetzung eines humanistischen Weltbildes mit dem mittelalterlich-klerikalen. "Zünd an, es kommt die Feuerwehr" (1977/78) ist eine Satire auf die deutsche Vereinsmeierei und zeigt den Versuch einer freiwilligen Feuerwehr-Gruppe, sich den Anlaß für ihre Auftritte selbst zu schaffen.

"Jadup und Boel", der – nach einem Roman von Paul Kanut Schäfer – Nachkriegs-Träume und Real-Sozialismus in der DDR anhand eines Kleinstadt-Bürgermeisters (Kurt Böwe) konfrontiert, wird 1981 kurz vor der Premiere verboten. 1988 aufgeführt, erweist er sich als einer der wichtigsten DEFA-Filme des letzten DDR-Jahrzehnts. In Zusammenarbeit mit dem Autor Fritz Rudolf Fries versucht "Das Luftschiff" (1982) die übersprudelnde Fantasie des Romans im Film nachzuvollziehen und so ein ironisch gebrochenes Panorama der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts zu geben.

In "Die Frau und der Fremde" (1984), nach der Novelle "Karl und Anna" von Leonhard Frank, zeigt Simon eine – wie bei seinen anderen Filmen auf intensiver Vorrecherche beruhende – detaillierte Beschreibung des proletarischen Milieus während des Ersten Weltkriegs. Der Film erhält 1985 einen Goldenen Bär und mehrere DDR-Preise, darf aber wegen Copyright-Streitigkeiten nicht im Westen gezeigt werden.

"Wengler & Söhne" (1986/87) ist eine aufwendig produzierte Familiensaga, die die Geschichte des Deutschen Reiches 1871–1945 in drei Generationen von Handwerkern und Arbeitern widerspiegelt. Kameramann Roland Dressel, der bei allen Filmen der 80er Jahre Simons Ideen in eindrucksvolle Bilder umsetzt, fotografiert auch "Die Besteigung des Chimborazo" (1988/89), der den Weg Alexander von Humboldt aus der beengenden deutschen Kleinstaaterei bis auf die Höhen der Anden verfolgt.

"Der Fall Ö" (1990/91), nach einer Erzählung von Franz Fühmann, konfrontiert – ein wenig didaktisch – antike Tragödie mit Griechenland unter deutscher Besetzung im Zweiten Weltkrieg. "Nach Fernes Land Pa-isch" (1993/94), einem chaotischen Ausflug in die klischeehaften Abgründe der westlichen Jugendkultur, lehrt Simon, der Bücher über seine Filme sowie Erzählungen ("Bedrohungen", 1997) veröffentlicht, 1993–96 an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg.

In Equador entstehen die Dokumentarfilme über naive Kunst ("Die Farben von Tigua", 1994) und über die ursprünglichen Záparo-Indianer ("Mit Fischen und Vögeln reden", 1998/99).

© hmbock

FILMOGRAFIE

1995/1996
  • Drehbuch-Mitarbeit
1994
  • Regie
  • Drehbuch
1993/1994
  • Regie
  • Drehbuch
1992
  • Regie
1990/1991
  • Regie
  • Drehbuch
1988/1989
  • Regie
  • Drehbuch
1986/1987
  • Regie
  • Drehbuch
1984/1985
  • Drehbuch-Mitarbeit
1984
  • Regie
  • Drehbuch
1982/1983
  • Regie
  • Drehbuch
1980/1988
  • Regie
  • Drehbuch
1978
  • Drehbuch
1977/1978
  • Regie
  • Drehbuch
1974/1975
  • Regie
  • Drehbuch
1973/1974
  • Drehbuch
1971/1972
  • Regie
  • Drehbuch
  • Szenarium
1971
  • Regie
  • Drehbuch
1967/1968
  • Assistenz-Regie
1966/1967
  • Regie
  • Drehbuch
1965-1966/1971
  • Regie-Assistenz
1964
  • Regie
  • Drehbuch