Markus Schleinzer

Darsteller, Regie, Drehbuch, Sonstiges
Wien, Österreich

Biografie

Markus Schleinzer wurde am 8. November 1971 in Wien, Österreich, geboren. Wie genau er zur Filmbranche kam, ist unklar. Sein Kinodedebüt als Schauspieler gab er 1994 mit einer Nebenrolle in Wolfgang Murnbergers preisgekröntem, autobiografisch gefärbtem "Ich gelobe". Nach ein paar weiteren Nebenrollen begann Schleinzer ab 1998 vor allem als Casting-Direktor zu arbeiten: Bis 2012 war er mit seinem Castingbüro vendettafilm für die Besetzung zahlreicher hochkarätiger Filme verantwortlich, in erster Linie österreichische Produktionen wie Ulrich Seidls "Hundstage" (AT 2001) und Stefan Ruzowitzkys Oscar-nominiertes Drama "Die Fälscher" (AT/DE 2007).

Eine wiederholte Zusammenarbeit beim Casting verbindet Schleinzer unter anderem mit Jessica Hausner ("Hotel", 2004; "Lourdes", 2009), Michael Glawogger ("Slumming", 2006; "Contact High, 2007; "Das Vaterspiel", 2009) und Benjamin Heisenberg ("Schläfer", 2005; "Der Räuber", 2010). Für Wolfgang Murnberger zeichnete er bei zehn Produktionen für das Casting verantwortlich (u.a. "Der Knochenmann", 2011), mit Michael Haneke arbeitete er bei "Die Klavierspielerin" (2001), "Wolfzeit" (2003) und dem vielfach preisgekrönten Welterfolg "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte" (2009) zusammen; bei letzterem war er nicht zuletzt für die Besetzung und Betreuung der insgesamt 48 Kinder- und Jugenddarsteller*innen zuständig.

Daneben übernahm Schleinzer immer wieder auch selbst kleine Parts, zum Beispiel als Bewährungshelfer in "Der Räuber" (2010) und als Weinhändler in Stefan Krohmers "Die fremde Familie" (2011, TV). Am Theater spielte er mehrfach in Stücken der Grazer Autorin Constanze Dennig, so etwa 2003 in "Extasy Rave" am Theater Graz den menschenverachtenden Moderator einer tödlichen Fernsehshow, und 2005 einen schmierigen ÖVP-Politiker in der Uraufführung des Stücks "Demokratie" am Literaturhaus Graz. Als Regisseur hatte er 2004 am Literaturhaus Graz Dennings Stück "Valse Triste" inszeniert.

Sein Debüt als Filmregisseur gab Schleinzer 2011 mit "Michael", einer Mischung aus Psychodrama und Charakterstudie über einen harmlos wirkenden Mann (gespielt von Michael Fuith), der einen kleinen Jungen gefangen hält. Der Film, der laut Schleinzer ausdrücklich nicht vom Entführungsfall Natascha Kampuschs inspiriert war, feierte 2011 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes Premiere. "Michael" erhielt positive Kritiken und auch Michael Haneke äußerte sich sehr positiv über die Regieleistung seines vormaligen Casting-Direktors.

Auf der Viennale erhielt Schleinzer für "Michael" den Wiener Filmpreis als Bester Film; beim Filmfestival Max Ophüls Preis wurde er mit dem Hauptpreis ausgezeichnet und beim Europäischen Filmpreis war er in der Kategorie European Discovery als Bester Erstlingsfilm nominiert. Beim Österreichischen Filmpreis erhielt "Michael" die Auszeichnung für die Beste Tongestaltung sowie Nominierungen in den Kategorien Bester Spielfilm, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Beste Kamera.

In den nächsten Jahren sah man Schleinzer als Schauspieler in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, meist in größeren und kleineren Nebenrollen. Markante Rollen hatte er als Supermarktleiter in dem preisgekrönten Sozialdrama "Einer von uns" (AT 2015) und als herrisch-hysterischer Einsatzleiter in der "Tatort"-Folge "Virus" (AT 2017).

Viel Aufmerksamkeit erhielt Schleinzer für seine zweite Regiearbeit "Angelo" (LU/AT 2018), über das ereignisreiche Leben des Afrikaners Angelo Solima, der im 18. Jahrhundert als Kind nach Wien verschleppt wurde und als "Paradiesvogel" in Adelskreisen aufwuchs. Auch dieser Film lief auf zahlreichen internationalen Festivals und war beim Österreichischen Filmpreis unter anderem als Bester Film, für die Beste Regie und das Beste Drehbuch nominiert.

Nach weiteren Schauspielrollen, unter anderem als berüchtigter SS-General Otto Hofmann in "Die Wannseekonferenz" (2021, TV) und als Kaiser Franz Joseph in "Sisi & ich" (DE/AT/CH 2022), drehte Schleinzer 2024 seinen dritten Film als Regisseur: "Rose", die auf einer realen Begebenheit basierende Geschichte einer Frau, die sich in einem Dorf des 17. Jahrhunderts als Mann ausgibt. Der Film feierte im Wettbewerb der Berlinale 2026 Premiere und erhielt überaus positive Kritiken; Hauptdarstellerin Sandra Hüller wurde mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Beim Festival Diagonale in Graz erhielten Schleinzer und sein Mitautor Alexander Brom den Drehbuchpreis. Im April 2026 startete "Rose" in den deutschen Kinos.

FILMOGRAFIE

2024-2026
  • Regie
  • Drehbuch
  • Casting
2023-2025
  • Darsteller
2022-2025
  • Darsteller
2023/2024
  • Dramaturgie
2023
  • Darsteller
2021/2022
  • Darsteller
2021/2022
  • Darsteller
2022/2021
  • Darsteller
2020/2021
  • Darsteller
2017/2018
  • Darsteller
2018
  • Regie
  • Drehbuch
2016/2017
  • Darsteller
2016/2017
  • Darsteller
2016/2017
  • Darsteller
2012-2014
  • Darsteller
2009-2011
  • Casting
2011
  • Regie
  • Drehbuch
2009/2010
  • Casting
2008-2010
  • Darsteller
  • Casting
2010
  • Darsteller
2009/2010
  • Casting
2008/2009
  • Casting
2007-2009
  • Casting
2008/2009
  • Casting
2008/2009
  • Darsteller
2006/2007
  • Casting
2006/2007
  • Casting
2007
  • Casting
2006/2007
  • Darsteller
  • Casting
2005/2006
  • Casting
2004/2005
  • Casting
2004/2005
  • Casting
2004
  • Casting
2004
  • Casting
2003/2004
  • Casting
2004
  • Casting
2001
  • Casting
2000/2001
  • Casting
1998
  • Casting
1996
  • Darsteller