Kora Terry

Deutschland 1940 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Kora und Mara, die ungleichen Zwillingsschwestern, treten gemeinsam als Artistinnen auf. Bei einem Unfall stürzt Mara und ist für lange Zeit ans Bett gefesselt. Zu allem Unglück verliert sie auch ihren Geliebten, den Komponisten Michael Varany, an ihre Schwester. Um weiteren unliebsamen Auseinandersetzungen zu entgehen, setzt Mara sich nach Algier ab und wird dort in eine Spionageaffäre verwickelt. Als es darüber zwischen den Schwestern zum Streit kommt, schießt Mara auf Kora, die durch einen Streifschuß getroffen die Treppe hinunterstürzt und sich dabei tödlich verletzt. Ein Freund überredet Mara, weiter als ihre Schwester aufzutreten. Er nimmt die Strafe für die Tat auf sich. Nach schweren Zeiten findet Mara zu ihrer Identität zurück und kann ihre Unschuld beweisen. Glücklich beginnt sie ein neues Leben mit ihrem Michael.

Nach dem gleichnamigen Roman von: H.C. von Zobeltitz

 

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Falk Schwarz
Zweimal Rökk und keinmal Freud'
Ein Revuefilm mit Krimieinlagen oder ein Kriminalfilm mit Revue? Eine Mischung aus Show und Crime, in der Marika Rökk eine Doppelrolle spielt. Die kesse, leichtlebige, freche und ungenierte Kora, die Männer um den Finger wickelt und keinerlei Herz kennt. Und dann die brave, sanfte, herzensgute Zwillingsschwester Mara, die sich um das uneheliche Kind der Kora kümmert. Also die Charaktere bis zum Äußersten gespreizt. Als schließlich die brave Mara auf ihre zynische Schwester schiesst, fällt Kora die Treppe hinunter und stirbt. Nun folgt der Identitätstausch: Mara muss in die Tanzschuhe der Schwester schlüpfen. Sie tut, was getan werden muss, bis schließlich alles im Eclat endet und Mara sich wieder aus ihrer Kora-Rolle befreien kann. „Frivolität (wird) von der Naivität besiegt“ (Witte). Leichtlebigkeit tötet, Anstand bewahrt - um dem Film zu einem „zeitgemäßen“ Schluss zu verhelfen. Der Jungschauspieler Will Quadflieg muss sich im Alter von 26 Jahren als brillanter Pianist aufspielen und sich als Geiger feiern lassen (wobei er vielleicht die Fingersätze doch besser studiert hätte). Damit nicht genug: er singt auch noch. Eine Kunstfigur, wie auch der brave Tobs (Josef Sieber), der immer zur Stelle ist, wenn Hilfe gebraucht und friedfertiges Gutmenschentum angesagt ist. Da hat der Film überhaupt keine Mitte. Regisseur Georg Jacoby zeigt einige rasante Revueszenen (Musik: Peter Kreuder), in denen die Rökk artistisch tanzt. Kameramann Konstantin Irmen-Tschet hat vor allem bei der Kopf-auf-Kopf Revuenummer perfekte Trickarbeit geleistet. Dennoch ging es nicht ohne ein Double für die Rökk. Peter Kreuder beschreibt die krude Filmpolitik in einer bösen Zeit: „Wir (brauchten) ein Mädchen, das ihr möglichst ähnlich sehen sollte und nur von hinten oder im Halbprofil gezeigt wurde. Es gab eine Doppelgängerin - sie war im KZ. Es gelang uns, sie aus dem KZ zu holen, und nach Beendigung des Film schafften wir es, dass sie nicht ins KZ zurück musste. Was heute aus dem Mädchen geworden ist, weiß ich nicht...“. Da bleibt einem die Luft weg.

Credits

Regie

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Standfotos

Kostüm-Entwurf

Schnitt

Choreografie

Gesang

Darsteller

Herstellungsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 27.03.1940 - Juli 1940
Länge:
11 Akte, 2982 m, 109 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 12.11.1940, B.54520, Jugendverbot / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 27.11.1940, Karlsruhe;
Berliner Erstaufführung (DE): 29.11.1940, Berlin, Capitol

Titel

  • Originaltitel (DE) Kora Terry

Fassungen

Original

Länge:
11 Akte, 2982 m, 109 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 12.11.1940, B.54520, Jugendverbot / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 27.11.1940, Karlsruhe;
Berliner Erstaufführung (DE): 29.11.1940, Berlin, Capitol

Verleihfassung

Länge:
6 Akte, 2840 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 12.03.1957, 00248 [2. FSK-Prüfung];
FSK-Prüfung (DE): 13.10.1949, 00248, Jugendfrei ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei