Tanja Schmidbauer

Regie-Assistenz, Schnitt, Ton
Regensburg

Biografie

Tanja Schmidbauer, geboren 1940 in Regensburg, zählt zu den profiliertesten deutschen Editorinnen und prägte das Fernseh- und Kinogeschehen insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren maßgeblich mit. Ihre Karriere ist eng mit der Ära gesellschaftskritischer Epen und großer Unterhaltungsproduktionen verknüpft. So wurde sie einem breiten Publikum vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Dieter Wedel bekannt. Für ihn montierte sie Fernseh-Events wie "Der große Bellheim" (1992), "Der Schattenmann" (1995) und "Der König von St. Pauli" (1997), die Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockten. Auch im Kino setzte sie bleibende Akzente, etwa mit der Montage von Helmut Dietls vielfach preisgekrönter Satire "Schtonk!" (1992) oder Robert van Ackerens "Die flambierte Frau" (1983).

Schmidbauers Montagearbeit zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Beherrschung großer Erzählbögen und präzise rhythmische Gestaltung aus. In der Zusammenarbeit mit Dieter Wedel bewies sie die Fähigkeit, komplexe Handlungsstränge über viele Stunden Erzählzeit hinweg so zu verweben, dass die Spannung gehalten wird. Ihr Gespür für komödiantisches Timing demonstrierte sie eindrucksvoll bei Filmen wie "Schtonk!", in denen der Schnitt als Taktgeber fungiert und die Absurdität der Situationen durch präzise gesetzte Anschlüsse und Pausen unterstreicht.

Schmidbauer wirkte oft auch als Sound-Editorin oder "Studio Sound Effects Director". Diese Doppelfunktion erlaubte es ihr, Bild und Ton als untrennbare Einheit zu begreifen, wodurch ihre Montage eine besondere atmosphärische Tiefe und Dynamik erhielt. Dabei bewies Schmidbauer eine große stilistische Flexibilität: Von den unterkühlten, stilisierten Bildern van Ackerens bis hin zum historisch-emotionalen Drama unter der Regie von Klaus Maria Brandauer ("Mario und der Zauberer", 1994) passte sie ihren Schnittstil stets organisch der jeweiligen Vision an. Ihre Arbeit wird daher oft als eine Form der "finalen Regie am Schneidetisch" verstanden, die aus dem Rohmaterial jene rhythmische und emotionale Kraft extrahierte, die ihre Filme zu Klassikern der deutschen Film- und Fernsehgeschichte machte.

Quelle: Carola Bellach
 

FILMOGRAFIE

2004
  • Schnitt
1996-2002
  • Schnitt
1996/1997
  • Schnitt
1994/1995
  • Schnitt
1993/1994
  • Schnitt
1993/1994
  • Schnitt
1991/1992
  • Schnitt
1991/1992
  • Schnitt
1989/1990
  • Schnitt
1986-1989
  • Schnitt
1987/1988
  • Schnitt
1985-1987
  • Schnitt
1983/1984
  • Schnitt
1982/1983
  • Schnitt
1981/1982
  • Schnitt
1981/1982
  • Schnitt
1980/1981
  • Schnitt
1978-1980
  • Regie-Assistenz
1977/1978
  • Schnitt
1977/1978
  • Geräusche
1975-1977
  • Ton-Schnitt
1964/1965
  • Schnitt
1961
  • Schnitt