Darsteller
Hamburg

Biografie

Jannik Schümann, geboren 1992 in Hamburg, entwickelte schon als Kind eine Begeisterung für Tanz und Musik, was ihm mit neun Jahren seine erste Bühnenrolle einbrachte: 2001/2002 wurde er in dem Hamburger Musical "Mozart" in der Rolle des kleinen Amadé besetzt. In den folgenden Jahren erhielt er professionellen Schauspielunterricht, wirkte in den Musicals "Oliver Twist" (2004) auf Kampnagel und "Ich war noch niemals in New York“ (2008) im Operettenhaus Hamburg mit und hatte zahlreiche Nebenrollen in Fernsehproduktionen wie "Die Pfefferkörner" (2009), "Emmas Chatroom" (2010-2011), "Der Alte" (2011) oder "Polizeiruf 110" (2012).

Für seine Verkörperung eines Problemschülers in Martin Enlens Fernsehfilm "Mittlere Reife" (2011) erhielt er beim Hessischen Filmpreis 2012 gemeinsam mit den anderen jugendlichen Hauptdarstellern des Films einen Sonderpreis für das "Beste Ensemble". Ebenfalls 2011 beeindruckte er als bösartiger, erpresserischer Schüler in Kilian Riedhoffs hoch gelobtem, Grimmepreis-gekröntem TV-Drama "Homevideo" (2011). In Christian Petzolds "Barbara" (2012) hatte er eine kleine, aber prägnante Rolle als suizidaler Patient der von Nina Hoss gespielten Titelfigur. Unter der Regie von Gregor Schnitzler spielte Schümann kurz darauf seine erste Kinohauptrolle: In "Spieltrieb" (2013) brillierte er als 18-jähriger Gymnasiast, der eine jüngere Mitschülerin dazu überredet, einen ahnungslosen Lehrer in ein perfides Intrigenspiel zu verwickeln.

In Philipp Wagners hoch gelobter, gesellschaftskritischer "Tatort"-Folge "Gegen den Kopf" (2013, TV) verkörperte Schümann einen Abiturienten, der in der Berliner U-Bahn einen Mann zu Tode prügelt. Es folgten weitere Serien-Gastrollen in "Bella Block" (2013) und "Der Lehrer" (2013). In der TV-Märchenverfilmung "Die drei Federn" (2014) übernahm er die Hauptrolle des als "Dummling" unterschätzten Fürstensohns Gustav.

Anfang 2015 sah man Schümann in einer Nebenrolle der Folge "Die Illuminaten" aus der Mini-Serie "Schuld nach Ferdinand von Schirach", gefolgt von einer Schlüsselrolle in dem Drama "Die kalte Wahrheit" (2014, TV), als bester Freund eines bei einem Unfall getöteten Schülers. Kritikerlob erhielt Schürmann auch für seine Verkörperung eines transsexuellen Jugendlichen in Gregor Schnitzlers Dramedy "Mein Sohn Helen" (2015, TV).

Auf der Kinoleinwand sah man Jannik Schümann 2015 in dem Ensemble-Film "Taxi" in einer kleineren Rolle als Bruder der von Rosalie Thomass gespielten Hauptfigur. Danach stand er an der Seite von Louis Hofmann und Sabine Timoteo für die Jugendbuchverfilmung "Die Mitte der Welt" (Start: 2016) vor der Kamera; darin spielt er einen geheimnisvollen neuen Schüler, der eine Affäre mit einem Mitschüler beginnt. Bevor dieser Film startete, sah man Schümann aber noch in dem Historiendrama "Die Hebamme 2" (2016) als progressiven Medizinstudenten, der sich in eine Freundin der titelgebenden Hebamme verliebt. In dem viel gelobten TV-Mehrteiler "Die Diplomatin" (2016) hatte er eine Hauptrolle als Assistent einer Diplomatin (Natalia Wörner) in Tunis, deren Botschaft von Terroristen gestürmt wird. Fast durchweg positive Kritiken gab es auch für das Jugenddrama "LenaLove", das im Oktober 2016 in die Kinos kam; darin verkörperte Schümann einen sensiblen Schüler, der in eine folgenreiche Cybermobbing-Intrige gegen seine neue Freundin verwickelt wird. Wenig später, im November 2016, startete schließlich auch "Die Mitte der Welt" in den Kinos.

In der Romanverfilmung "Jugend ohne Gott" (2017) war Jannik Schümann ein gefühlskalter Eliteschüler, in der Gesellschaftskomödie "High Society" (2017) ein schnöseliger Industriellensohn. Die zweite Staffel der erfolgreichen Serie "Charité" (2019) zeigte ihn als antifaschistischen Widerstandskämpfer Otto Marquard, während er in dem 1946 spielenden Nachkriegsdrama "Niemandsland" (2019) einen unbelehrbaren Nazi spielte.

Eine Hauptrolle hatte Schümann in der Jugendroman-Verfilmung "Dem Horizont so nah" (2019), dem ersten Teil der so genannten "Danny-Trilogie". Darin verkörperte er die Hauptfigur Danny, einen 20-Jährigen Gewinnertyp, hinter dessen charismatischer Fassade sich ein traumatisierter Charakter verbirgt.

Kritikerlob erhielt er für seine Hauptrolle in dem TV-Drama "9 Tage wach" (2020), einer Verfilmung der Biografie des einst Crystal-Meth-abhängigen Schauspielers Eric Stehfest. Für das Roadmovie "Deine Farbe" (DE/US 2019), über zwei junge Männer, die der deutschen Provinz entfliehen und nach Barcelona reisen, erhielten Schürmann und sein Co-Star Nyamandi Adrian im Oktober 2020 den Darstellerpreis beim spanischen Calella Film Festival.

Im Februar 2021 gehörte Jannik Schümann zu den 185 lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, nicht-binären und trans* Unterzeichner*innen des Manifests #actout und war damit Teil des Massen-Coming-Outs auf der Titelseite des Magazins der Süddeutschen Zeitung. Angestoßen von Karin Hanczewski, Godehard Giese und Eva Meckbach, positionierte sich die Initiative gegen Diskriminierung und forderte mehr Sichtbarkeit und Diversität in der Theater-, Film und Fernsehbranche.

Wenig später sah man ihn zwei Folgen der Netflix-Endzeitserie "Tribes of Europa" (2021). Außerdem wurde "Deine Farbe" aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie Ende Februar 2021 als Video-on-Demand-Premiere veröffentlicht. Auch der deutsche Start der international koproduzierten Videospiel-Verfilmung "Monster Hunter", wurde wegen der Pandemie von Ende 2020 auf 2021 verschoben.

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