Ohm Krüger

Deutschland 1941 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Der nationalsozialistische Propagandafilm unter der "Gesamtleitung" von Emil Jannings erhielt alle zur Verfügung stehenden Prädikate, darüber hinaus das für ihn geschaffene "Film der Nation". Das mit einem Budget von 5,4 Millionen Reichsmark zweitteuerste Prestige- und Propagandaprojekt der NS-Zeit versucht die Vernichtungspolitik in den Konzentrationslagern zu rechtfertigen, indem es diese als Erfindung der Briten in Südafrika anprangert.

Historischer Rahmen ist der Burenkrieg (1899 – 1902), und zu Beginn wirbt der Patriarch und Burenpräsident Paul (Ohm) Krüger in Europa vergeblich für die Unterstützung seiner Gefolgsleute gegen die Engländer. In Rückblenden werden Krügers Konflikt mit seinem britischen Kontrahenten Cecil Rhodes geschildert sowie der Disput mit seinem zunächst anglophilen Sohn Jan. Die – vom Film offen propagandistisch inszenierte – Grausamkeit und Hinterlist der britischen Armee vereint die Familie jedoch im aussichtslosen Kampf. Gleichzeitig behauptet der Film, dass der erfolglose Widerstand der Buren nicht sinnlos war: In der letzten Szene des Films "prophezeit" Krüger den Untergang Englands.

 

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Falk Schwarz
Ihrer Majestät beste Feinde
Wer ist nicht ratlos angesichts dieser Hasstirade gegen die Engländer? „Wenn jemand illegal Waffen in ein Land einschmuggelt, kann das nur ein Engländer sein“. Einige der Besten des deutschen Films stellten sich in den Dienst dieser „Sache“, und Emil Jannings übernahm die künstlerische Oberleitung und outete sich damit als Parteigänger. Der Film beginnt mit Jannings als altem Ohm Krüger in einem Hotel in der Schweiz. Er ist fast erblindet. Kameramann Fritz Arno Wagner hat den Mut zur Dunkelheit, zeigt den Präsidenten erst von hinten in seinem Lehnstuhl und lässt dann die Gardinen aufziehen und mattes, trübes Tageslicht fällt auf den großen alten Mann, der mit schwerer Stimme, hinter seinen großen Sonnengläsern, sein Schicksal und das der Buren erinnert. Alles, was dann kommt, ist Rückblende. Jannings ist einfach imposant, mit einer Diktion, die jedes Wort bis in die letzte Nuance ausleuchtet. Verschliffene Sprache gibt es bei ihm nicht. Da steht er dann - in der Rückblende - in seinem Büro in Südafrika, unbeugsam, starr, angespannt und trifft auf seinen Sohn, der aus Oxford zurückkehrt. Er ist zu einem Engländer-Freund geworden ist. Da lodert der offene Zorn in Ohm Krüger auf. Die Kamera steht so stockstarr wie der Partriarch, der unversöhnlich seinen Sohn verstösst, damit er im Halbdunkel seines Büros Recht behalten kann. Von da ab allerdings reißt kein Schauspieler den Film mehr heraus. Die Propaganda lodert: Engländer vergewaltigen, halten sich nicht an Verträge, verteilen Waffen an Kirchenmänner und der Schlimmste von Allen ist Lord Kitchener, dessen in der Tat brutales Niederschlagen des Buren-Aufstandes geschichtlich wohl belegt, aber hier nur zu weiteren anti-englischen Tiraden ausgeschlachtet wird. Die Engländer richten KZs für Frauen und Kinder ein. Der Zuschauer soll begreifen, dass KZs eine Erfindung der bösen Engländer waren. Da ist kein Pfeil, der nicht angespitzt würde. Der altersstarre Ohm ist sich sicher: „Der Tag der Vergeltung kommt“. Er kam - nur anders, als er es sich dachte.

Credits

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Darsteller

Produzent

Herstellungsleitung

Prüfung/Zensur:

Prüfung: 02.04.1941

Aufführung:

Uraufführung: 04.04.1941

Titel

  • Originaltitel (DE) Ohm Krüger

Fassungen

Original

Prüfung/Zensur:

Prüfung: 02.04.1941

Aufführung:

Uraufführung: 04.04.1941