Halbe Brüder

Deutschland 2014/2015 Spielfilm

Inhalt

Drei Männer, die unterschiedlicher kaum sein können und sich nie zuvor begegnet sind, erfahren nach dem Tod ihrer Mutter, dass sie Brüder sind: Der Familienvater und Trickbetrüger Julian, der redselige, von einer Rapper-Karriere träumende Afrikaner Addi sowie der schnöselige Türke Yasin fallen angesichts dieser Nachricht aus allen Wolken. Da die drei sich auf Anhieb reichlich unsympathisch sind, würden sie am liebsten schnell wieder getrennte Wege gehen. Allerdings macht ihnen das mütterliche Testament einen Strich durch die Rechnung. Denn um an das gut versteckte Erbe heranzukommen, müssen sie sich zusammentun. Auf einer turbulenten Reise quer durch Deutschland lernen die Halbbrüder sich besser kennen und merken, dass sie doch so manches gemeinsam haben.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Weil Julian Lindemann (der Berliner Rapper Paul „Sido“ Würdig, der bei „Blutzbrüdaz“ schon Leinwanderfahrungen sammeln konnte) seine genervte Gattin Sandra endlich davon überzeugen will, doch kein Loser zu sein als Klinkenputzer, lässt er sich auf illegale Glücksspiele ein. Zur Aufbesserung der Haushaltskasse und zur Versorgung seiner Kinder. 120.000 Euro hat er Stanni, dem prahlerischen Onkel des Bonsai-Gangsters Gonzo, beim Pokern abgeknöpft und sogleich bei einem befreundeten Banker zugunsten seiner Familie hinterlegt. Und fühlt sich – endlich – auf der sicheren Seite.

Julians Pech: Stanni hat nicht die eigene Kohle verzockt, sondern die des Berliner Unterwelt-Bosses U-Bahn-Lemmle. Und der ist dahintergekommen, auf welch' unsaubere Weise der grundsolide Biedermann gezockt hat. Weshalb er ihm seinen Schuldeneintreiber Klopfer auf den Hals hetzt, der warum auch immer stets in einem Bunny-Kostüm herumlaufen muss. Julians Chance: Notar Garcia hat ihn in seine Kanzlei gebeten zur Annahme des üppig dotierten Testaments seiner in einem Kloster verstorbenen Mutter Esther.

Bei dem Termin trifft er auf zwei ihm bis dahin völlig unbekannte Halbbrüder, die wie er selbst einst aus dem Kinderheim heraus adoptiert wurden: Yasin Philip Blöckers hat es zumindest finanziell am besten getroffen und steht kurz davor, das Unternehmen seines „Vaters“ (Michael Mendel) zu übernehmen. Andererseits wartet der deutsch-türkische Dialysepatient bereits seit längerem auf eine Spenderniere. Das Küken des Trios heißt Ademola „Addi“ Tomo („Hairspray“-Musical-, „Teddy-Show“- Comedian- und YouTube-Videostar Tedros Teclebrhan) und ist gerade bei den Proben zu einem Gangster-Rapper-Clip auf einem Hochhausdach eingebrochen. Was aber nicht das einzige Problem des Afro-Deutschen ist: seine asiatische Freundin Linh ist schwanger.

Die drei, die unterschiedlicher nicht sein können, begeben sich auf eine Reise back to the roots, um Näheres über ihre biologischen Väter zu erfahren – und um den „Schatz“ zu heben, den Mutter Esther seinerzeit als promiskuitive Hippiebraut für ihren Nachwuchs vergraben hat. Doch weder bei Addis Papa Zequera, der in einer Frankfurter Nobelvilla gerade seinen Abschied vom Showbusiness feiert, noch bei Yasins Erzeuger Erdal, dem Schlammcatcher auf Freigang im „Jeilen Büggl's“, einem Kölner Schwulen-Club, werden sie fündig. Dafür hat Yasin die Bekanntschaft mit der attraktiven Jenny gemacht. Und die besorgt den alten VW-Bus, mit dem es in den hohen Norden geht, schließlich zeigt Esthers Vermächtnis, eine Ansichtskarte aus den 1960er Jahren, einen Leuchtturm, Sandstrand, ein reetgedecktes Fachwerkhaus – und ein Mädchen, das hinaus aufs Meer schaut.

„Kiffing Bull“ alias Achim ist zwar nur Julians Onkel, sein Vater ist vor geraumer Zeit verstorben, er kann sich aber noch gut an die heißen Zeiten auf Fehmarn erinnern. Und ein paar Super8-Filme aus den 1970er Jahren beisteuern – mit Jimi Hendrix, der bei einem Festival auf der Insel aufgetreten ist. Ein Gedenkstein markiert dieses historische Ereignis – und schon funkts bei den Brüdern...

„Halbe Brüder“ ist eine Mischung aus Familienstory und Roadmovie, die Doron Wisotzky mit Geschichten, die gleich für mehrere Filme ausreichen würden, vollgepackt hat. Diese sind naturgemäß in der deutschen Kinokomödien-Landschaft völlig an den Haaren herbeigezogen, was aber angesichts der Bezüge zur Hippiekultur der Eltern-Generation (mit Dorothea Walda als Drogen-Oma Irmi) nicht weiter stört. Zumal der dolle Cast einiges wettmacht, noch zu nennen Ralf Richter als Barmann und Lilo Wanders als Kölsche Dragqueen.

Christian Alvart hat schon ambitioniertere Filme gemacht. „Halbe Brüder“, gedreht in Köln, Frankfurt/Main und auf Fehmarn und am 31. Dezember 2018 von RTL als Free-TV-Premiere ausgestrahlt, ist bei der deutschen Kritik schlecht weggekommen. Erwartungsgemäß, weil er nur so von Brachial- und Fäkalhumor in Altherrenwitz-Manier strotzt. Und einmal mehr sämtliche Klischees bedient. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass „Halbe Brüder“ mit einer sehr berührenden und in diesen unseren Tagen so notwendigen Botschaft daherkommt, die man mit Fug und Recht moralisch nennen könnten: Wisotzky und Alvart singen das Hohelied der Großfamilie, und sei sie auch noch so multikulturell.

Christian Alvart im Universum-Presseheft: „Es ist wirklich eine ungewöhnliche Konstellation aus einem Rapper, einem professionellen Schauspieler und einem Comedian und YouTube-Star. Aber ich habe gehofft, dass jeder etwas Eigenes aus seiner Welt mitbringt und sich die drei gegenseitig ergänzen. Und so ist es auch gekommen.“

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Drehbuch

Drehbuch-Mitarbeit

2. Kamera

Standfotos

Beleuchter

Kamera-Bühne

Szenenbild

Art Director

Set Dresser

Storyboard

Außenrequisite

Innenrequisite

Kostüme

Garderobe

Schnitt

Ton-Assistenz

Casting

Darsteller

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Produktions-Assistenz

Produktions-Koordination

Post-Production

Dreharbeiten

    • 19.05.2014 - 04.07.2014
Länge:
116 min
Format:
HD, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 19.02.2015, 150035, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 09.04.2015

Titel

  • Originaltitel (DE) Halbe Brüder
  • Weiterer Titel Half Brothers

Fassungen

Original

Länge:
116 min
Format:
HD, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 19.02.2015, 150035, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 09.04.2015