Kostümbild
Fontainebleau, Frankreich

Biografie

Die Kostümbildnerin Sabine Böbbis wurde 1963 in Fontainebleau (Frankreich) geboren. Sie hegte schon früh großes Interesse an Mode und Textilien und erlernte das Schneidern autodidaktisch. Ihre berufliche Laufbahn begann sie mit einer Hospitanz an der Oper Köln im Bereich Bühnenbild und der dort folgenden Ausbildung als Gewandmeisterin. Zwischen 1985 und 1990 entwarf sie schwerpunktmäßig Bühnenoutfits für Musiker*innen und betrieb in dieser Zeit ein eigenes Atelier in Köln, bevor sie ab 1990 für Film- und Fernsehproduktionen tätig wurde.     

Anfangs war Böbbis vor allem als Gewandmeisterin, Garderobiere oder Kostümbildassistentin beschäftigt, so zum Beispiel 1991 als Gewandmeisterin für die französisch-kanadische Mary-Higgins-Clark-Verfilmung "Terror Stalks the Class Reunion" (TV) mit Jennifer Beals in der Hauptrolle und ein Jahr später als Kostümbildassistentin für die deutsch-kanadische TV-Serie "Der kleine Vampir" basierend auf den erfolgreichen Kinderbüchern "Der kleine Vampir" und "Der kleine Vampir zieht um" von Angela Sommer-Bodenburg. 1997 war sie als Garderobiere für die historischen Kostüme in Max Färberböcks preisgekröntem und unter anderem für den Golden Globe nominierten Liebesdrama "Aimée & Jaguar" tätig, für Uli Edels Kinofilm-Version von "Der kleine Vampir" (1999) schneiderte sie die Kostüme, ebenso wie im selben Jahr auch für die französisch-deutsch-niederländische Koproduktion "Rembrandt" mit Klaus Maria Brandauer in der Rolle des großen Malers.   

Erstmals verantwortlich für das Kostümbild eines Films zeichnete Sabine Böbbis 1995 in Billy Hopkins' Drama "I Love You, I Love You Not" (DE, UK, FR, US) über die Beziehung einer jüdischen Großmutter und ihrer Enkelin, hochkarätig besetzt mit den internationalen Stars Jeanne Moreau, Claire Danes und Jude Law. Die nächste größere Kino-Produktion, für die Böbbis das Kostümbild gestaltete, war Jörn Hintzers Episodenfilm "Weltverbesserungsmaßnahmen", der unterschiedliche Deutsche bei ihrem Versuch, die Welt zu verändern, beobachtet und seine Uraufführung 2005 auf der Berlinale in der Sektion Perspektive Deutsches Kino feierte. Danach folgte unter anderem das Kostümbild für Ed Herzogs "Schwesterherz" mit Heike Makatsch und Anna Maria Mühe als Schwesternpaar, das sich während eines gemeinsamen Urlaubs in Spanien gezwungen sieht, sein Bild voneinander zu revidieren.   

Im Anschluss daran entwarf Sabine Böbbis erstmals die Kostüme für einen Film von Hermine Huntgeburth, die TV-Komödie "Väter, denn sie wissen nicht, was sich tut" (2006). In der Folge dieser Zusammenarbeit zeichnete Böbbis dann für das Kostüm-Design fast aller weiteren Filme Hermine Huntgeburths verantwortlich, darunter die TV-Produktion "Das Glück ist eine ernste Sache" über eine dysfunktionale Mutter-Tochter-Beziehung, die 2008 im Auftrag der ARD gedreht, dort jedoch erst 2013 ausgestrahlt wurde, und die TV-Adaption des rund 600 Seiten starken gleichnamigen Romans von Sven Regener "Neue Vahr Süd", für den Hermine Huntgeburth mit zahlreichen Preisen bedacht wurde, darunter der Grimme-Preis und der Bayrische Filmpreis.   

Es folgten weitere TV-Filme unter der Regie Huntgeburths, etwa die wohlwollend besprochene Korruptions-Komödie "Eine Hand wäscht die andere" (2012), sowie das Grimme-Preis prämierte Drama "Männertreu" (2013) nach einem Drehbuch der Schriftstellerin Thea Dorn mit Matthias Brandt als Bildungsbürger-Macho und Herausgeber einer großen Zeitung, der von außerehelicher Affäre zu außerehelicher Affäre stolpert. Huntgeburths "Einmal Hallig und zurück" (2014), für den Böbbis ebenfalls das Kostümbild gestaltete, erzählt die Geschichte einer Klatschreporterin (Anke Engelke), die einen Artikel über einen einsiedlerischen Vogelkundler (Charly Hübner) schreiben soll und dabei auf ungeahnte Gemeinsamkeiten mit dem verschrobenen Zeitgenossen stößt. Im Jahr 2015 arbeiteten Böbbis und Huntgeburth gemeinsam an gleich zwei TV-Filmen: an der in den 1950ern und 1960ern angesiedelten Verfilmung des autobiographisch gefärbten Ulla Hahn-Romans "Aufbruch", sowie an der vielgelobten Frankfurter "Tatort"-Folge "Die Geschichte vom bösen Friederich" mit Margarita Broich und Wolfram Koch als Ermittler-Duo. Sehr positive Kritiken erhielt ein weiterer Huntgeburth-Film, für den Böbbis das Kostümbild gestaltete: Die Komödie "Tödliches Comeback" (2018) erzählt die Geschichte eines Vaters, der sich nach vielen Jahren mit seinem Sohn versöhnen möchte und zudem als alternder Musiker vom großen Comeback träumt.   

Neben ihrer Arbeit für Fernsehproduktionen, darunter auch einzelne für die TV-Sender RTL und SAT.1, war Böbbis zwischen 2005 und 2020 fünfmal in Kinoproduktionen involviert: Huntgeburths Verfilmungen der Kinderbuchklassiker "Tom Sawyer" und "Die Abenteuer des Huck Finn" entstanden 2010 und 2011, 2014 entwarf sie die Kostüme für Hendrik Hölzemanns modernes Märchen "Axel der Held", 2007 fungierte sie als Gewandmeisterin für die Großproduktion "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" (US, DE) mit Tom Cruise in der Rolle des Hitler-Attentäters Claus von Stauffenberg, bevor sie 2018/2019 zum dreizehnten Mal für Huntgeburth arbeitete: "Lindenberg! Mach dein Ding" über die Rocklegende Udo Lindenberg kam im Januar 2020 in die Kinos. Für das Kostümbild wurde Sabine Böbbis im selben Jahr mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Sabine Böbbis lebt in Köln und Hamburg.

FILMOGRAFIE

2019/2020
  • Kostüme
2015/2016
  • Kostüme
2014-2017
  • Kostüme
2013/2014
  • Kostüme
2013/2014
  • Kostüme
2012/2013
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2010/2011
  • Kostüme
2010
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2009/2010
  • Kostüme
2006
  • Kostüme
1999/2000
  • Kostüme
1998/1999
  • Kostüme
1997/1998
  • Kostüme
1997/1998
  • Garderobe