Weitere Namen
Ulrich Edel (Geburtsname)
Darsteller, Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Schnitt
Neuenburg am Rhein

Biografie

Uli Edel, geboren am 11. April 1947 in Neuenburg am Rhein, ging in seiner Kindheit sieben Jahre lang auf ein Jesuitenkolleg. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik besuchte er die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München. Dort lernte er Bernd Eichinger kennen, der seine Kurzfilme produzierte. Schon in München wurde der Grundstein für eine jahrelange Zusammenarbeit gelegt. Edel und Eichinger verband die Leidenschaft für den amerikanischen Mainstream-Film, an dem viele ihrer späteren Projekte orientiert sind. An der HFF lernten die beiden auch Herman Weigel kennen, der die Drehbücher für die meisten ihrer Produktionen schrieb.

Nach dem Studium arbeitete Edel als Regieassistent und Editor bei Douglas Sirk. Es entstand der Film "Silvesternacht – Ein Dialog" (1978) mit Hanna Schygulla nach der Vorlage von Arthur Schnitzler. Edels und Eichingers erstes großes Gemeinschaftsprojekt, "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" (1981), wurde zu einem großen kommerziellen Erfolg. Der Film basiert auf dem autobiographischen Buch von Christiane F. und erzählt, wie die 15-jährige in Berlin immer weiter in das Drogenmilieu gerät, bis sie sich prostituiert, um ihre Heroinsucht zu finanzieren. Darauf folgt ein jahrelanger harter Entzug und sozialer Ausstieg.

 

Nach einigen Arbeiten Edels für das deutsche Fernsehen drehte das Duo in den USA die Hubert-Selby-Adaption "Letzte Ausfahrt Brooklyn" (1989). Für den Film erhielt Edel sowohl den Deutschen als auch den Bayerischen Filmpreis. Die Geschichte um den Gewerkschaftsmann Harry Black, die Prostituierte Tralala, den Transvestiten Georgette und den Straßenjungen Sal, zeichnet den New Yorker Stadtteil Brooklyn der 50er Jahre als einen Ort, in dem Chaos und Gewalt herrschen.

1990 ging Edel nach Los Angeles, um dort vor allem große TV-Produktionen zu realisieren. Sein TV-Film "Rasputin" mit Alan Rickman bekam 1996 drei Emmies und drei Golden Globes. Weitere erfolgreiche Produktionen waren "The Mists of Avalon" (Der Nebel von Avalon), die Boxerbiografie "Tyson", der Western "Purgatory" und der Historien-Zweiteiler "Julius Caesar". Weniger erfolgreich und mit viel Häme seitens der Kritik bedacht wurde sein Erotik-Thriller "Body of Evidence" (1993) mit Madonna und Willem Dafoe.

Für die internationale Koproduktion "Der kleine Vampir" (2000) erhielt Edel den Deutschen Filmpreis für den Besten Kinderfilm. Ebenfalls als internationale Produktion entstand das TV-Epos "Die Nibelungen" (2004) mit Benno Fürmann als Siegfried sowie Max von Sydow, Kristanna Loken, Julian Sands.

2007 kamen Bernd Eichinger und Uli Edel wieder zusammen, um das RAF-Standardwerk "Der Baader-Meinhof-Komplex" von Stefan Aust zu verfilmen. Der Film zeigt die schon vielfach literarisch und filmisch verarbeitete Geschichte der Roten Armee Fraktion und des Weges ihrer Protagonisten in den Terror. Für dieses Großprojekt hatten sie das Who-is-Who des Deutschen Films versammelt. Moritz Bleibtreu ist in der Rolle des Andreas Baader, Martina Gedeck als Ulrike Meinhof und Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin zu sehen. Horst Herold, der damalige Chef des Bundeskriminalamtes, wird von Bruno Ganz gespielt. Der Film kam im Herbst 2008 in die Kinos, war ein großer Kassenerfolg und wurde neben weiteren Auszeichnungen im Jahr darauf für den Oscar® als Bester fremdsprachiger Film nominiert.

Auch Uli Edels nächster Film wurde von Bernd Eichinger produziert: "Zeiten ändern dich" (2010) ist die Verfilmung des autobiographischen Buchs des Rappers Bushido, der selbst auch die Hauptrolle übernahm. Im Januar 2013 wurde der von Edel inszenierte, aufwändige und starbesetzte Fernseh-Dreiteiler "Das Adlon. Eine Familiensaga" im ZDF ausgestrahlt und erzielte beste Einschaltquoten.

Seine nächsten Projekte realisierte Edel wieder auf dem amerikanischen Kontinent: Der TV-Zweiteiler "Houdini" (2014), eine US-amerikanisch-kanadische Produktion, zeigte Adrien Brody in der Titelrolle des legendären Magiers; das kanadische Mystery-Drama "Pay the Ghost" (2015) stürzte Nicolas Cage als Vater in eine alptraumhafte Suche nach seinem verschwundenen Sohn. Eine weitere Hauptrolle spielte Veronica Ferres.

FILMOGRAFIE

2012
  • Mitwirkung
2009/2010
  • Regie
2007/2008
  • Regie
  • Drehbuch-Mitarbeit
2005
  • Mitwirkung
2004
  • Regie
  • Drehbuch
1999/2000
  • Regie
1992/1993
  • Regie
1983/1984
  • Regie
  • Drehbuch
1980/1981
  • Regie
  • Drehbuch-Mitarbeit
1979/1980
  • Schnitt
1978
  • Regie
  • Drehbuch
1978
  • Regie
1977
  • Schnitt
1973/1974
  • Regie-Assistenz
  • Drehbuch
1972
  • Regie
  • Drehbuch
  • Schnitt