Darstellerin, Regie, Drehbuch
Teheran, Iran

Biografie

Maryam Zaree wurde am 22. Juli 1983 in Teheran, Iran, geboren. Sie kam dort im Evin-Gefängnis zur Welt, wo ihre Mutter aus politischen Gründen inhaftiert war. 1985 flüchteten Mutter und Tochter nach Deutschland; sie ließen sich in Frankfurt nieder, wo Zarees Mutter Nargess Eskandari-Grünberg als Kommunalpolitikerin (Bündnis 90/Die Grünen) Karriere machte.

Von 2004 bis 2008 absolvierte Zaree ein Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen 'Konrad Wolf' in Potsdam-Babelsberg. Während dieser Zeit wirkte sie in einigen Kurzfilmen mit; für ihre Rolle in dem Kurzfilm "Herbstzeitlose" (2004) bekam sie beim Kasseler Filmfest eine Lobende Erwähnung. Auch ihre ersten Langfilm-Rollen spielte Zaree noch während des Studiums: im Ensemble des Berliner Großstadtmärchens "Mein Vogel fliegt schneller" (2007-2009) und in der Schweizer Produktion "Suicide Hill" (2008), über eine Gruppe suizidaler junger Menschen.

Nach ihrem Abschluss hatte Zaree Nebenrollen in Fernsehspielen wie Marcus O. Rosenmüllers Survival-Thriller "Bis an die Grenze" (2009) und Franziska Meyer Prices Weihnachtskomödie "Engel sucht Liebe" (2009).

Der Durchbruch gelang Maryam Zaree mit der Hauptrolle in Burhan Qurbanis Kinofilm "Shahada" (2009), der im Wettbewerb der Berlinale 2010 uraufgeführt wurde. In dem Drama über drei junge Muslime in Berlin verkörperte sie die westlich orientierte Tochter eines liberalen türkischen Imams, die nach einer Abtreibung streng gläubig wird, was zu Konflikten mit ihrem Vater führt. "Shahada" lief auf einer Reihe internationaler Festivals und erhielt mehrere Preise, darunter den Hessischen Filmpreis. Zaree wurde für ihre Darstellung beim Monterrey-Filmfestival in Mexiko ausgezeichnet und erhielt eine Besondere Erwähnung beim Internationalen Filmfestival in Gent, Belgien.

Sehr gute Kritiken und mehrere Auszeichnungen erhielt auch das Sozialdrama "Abgebrannt" (2010), über eine alleinerziehende Deutschtürkin (Zaree) in Berlin, die trotz aller Bemühungen immer stärker ins Elend abzurutschen droht. Wichtige Fernsehrollen hatte Zaree unter anderem als Drogenkurierin in Andreas Kleinerts "Tatort"-Folge "Fette Hunde" (2012), als bedrohte Schwester eines Gangsters in Matti Geschonnecks "Tod einer Polizistin" (2012) und als wichtige Belastungszeugin gegen einen Drogenring in Lars Beckers Thriller "Unter Feinden" (2013).

Auf der Kinoleinwand sah man sie in der Ensemble-Tragikomödie "Willkommen bei Habib" (2013) als Ehefrau eines treulosen Herumtreibers, in einer Haupt-Doppelrolle des in Istanbul spielenden Krimis "I Am Not Him" (TR/GR/DE/FR 2013) und in dem belgischen Flüchtlingsdrama "Le chant des hommes" (2015). In der Komödie "Marry Me!" (2015) spielte sie eine Deutsch-Inderin, die mit ihrer kleinen Tochter in Kreuzberg lebt und überraschend Besuch von ihrer altmodischen Großmutter aus Indien bekommt.

Im Fernsehen hatte sie von 2015 bis 2019 in den Berliner "Tatort"-Folgen des Teams Rubin und Karow die Rolle der Gerichtsmedizinerin Nasrin Reza. Für das Sozialdrama "Club Europa" (2017, TV), über eine WG, die ihrem von Abschiebung bedrohten Mitbewohner beistehen will, erhielt Zaree beim Achtung Berlin Festival zusammen mit dem Team des Films den Exberliner Film Award. In der Serie "4 Blocks" (2017-2018) spielt sie eine Hauptrolle als Ehefrau eines Berliner Clan-Chefs (Kida Khodr Ramadan), der aus dem kriminellen Milieu aussteigen will.

Neben Kino und Fernsehen arbeitete Zaree immer wieder auch fürs Theater. So gab sie Gastspiele unter anderem am Ballhaus Naunynstraße (2012-2015) und am Maxim-Gorki-Theater (2016-2018). Für ihr erstes eigenes Theaterstück "Kluge Gefühle" gewann sie 2017 den AutorenPreis des Heidelberger Stückemarkts.

Christian Petzold besetzte sie in seiner Anna Seghers-Adaption "Transit" (2018) als Witwe eines deutschen Geflüchteten in Marseille. Kurz darauf spielte sie unter Petzolds Regie in der "Polizeiruf 110"-Folge "Tatorte" (2018) die Ermittlerin Nadja Micoud, die neue und ehrgeizige Kollegin des Münchner Kommissars Hanns von Meuffels. Mit diesen Parts schien Petzold auch die Weichen dafür zu stellen, dass Zaree nicht mehr nur als Orientalin gecastet wurde.

2019 sah man Zaree in dem Erfolgsfilm "Systemsprenger" in einer tragenden Rolle als Elli, Ehefrau des Sozialarbeiters Micha (Albrecht Schuch). Der Film feierte im Wettbewerb der Berlinale Premiere. Auf dem gleichen Festival stellte Zaree in der Sektion Perspektive Deutsches Kino ihr Regiedebüt vor, den Dokumentarfilm "Born in Evin". Darin geht sie ihrer iranischen Herkunft nach, insbesondere auch den Hintergründen der eigenen Geburt 1983 im politischen Gefängnis von Evin. Auf der Berlinale gewann der Film den Kompass-Perspektive-Preis; beim Hessischen Filmpreis 2019 erhielt Zaree den Newcomerpreis. Beim Fünf Seen Filmfestival 2019 und beim Deutschen Filmpreis 2020 wurde "Born in Evin" jeweils als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Als Schauspielerin sah man Maryam Zaree danach in der Hochschulsatire "Weitermachen Sanssouci" (2019) als Unternehmensberaterin, in Christian Klandts Kneipen-Milieustudie "Leif in Concert - Vol. 2" (2019) als Slam-Poetin, und in Christian Petzolds Liebesmärchen "Undine" (2020) als Monika, Kollegin und gute Freundin von Franz Rogowskis Industrietaucher. 

FILMOGRAFIE

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