Darsteller, Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Produzent

Biografie

Marc Rothemund, geboren am 26. August 1968, arbeitete als Regieassistent unter anderen mit Helmut Dietl, Dominik Graf und Gérard Corbiau. 1997 begann seine Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Fred Breinersdorfer bei zwei Folgen der Fernsehkrimireihe "Anwalt Abel". Für sein Regiedebüt "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" erhielt Rothemund 1998 mit den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsregisseur. Sein zweiter Kinofilm, die Pubertätskomödie "Harte Jungs", gehörte 1999 mit 1,7 Millionen Zuschauern zu den erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres.

Mit dem Fernsehfilm "Die Hoffnung stirbt zuletzt" wandte Rothemund sich einem deutlich ernsteren Thema zu: Basierend auf einem wahren Fall erzählt das hoch gelobte, eindringlich gespielte und inszenierte Drama von einer jungen Polizistin, die von ihren Kollegen in den Selbstmord getrieben wird. Ein weiteres Frauenschicksal thematisierte Rothemund 2004 mit seinem Kinofilm "Sophie Scholl – Die letzten Tage". Das kammerspielartige Drama über die Inhaftierung, Verurteilung und Hinrichtung der Widerstandskämpferin Sophie Scholl wurde mit zahlreichen deutschen und internationalen Preisen geehrt. Auf der Berlinale 2004 erhielt die Scholl-Darstellerin Julia Jentsch den Silbernen Bären als "Beste Darstellerin".

Leichtere Kost bot Rothemund wieder mit seinem folgenden Film "Pornorama oder Die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts": Vor dem Hintergrund der "sexuellen Revolution" Ende der 1960er Jahre erzählt die Komödie von zwei ungleichen Brüdern, die einen Softsex-Film drehen wollen, um zu Geld und Ruhm zu kommen. Leichte Unterhaltung bot auch sein nächster Film: Die romantische Komödie "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" erzählt von einer Teenagerin, die sich unwissentlich in einen umschwärmten Popstar verliebt.

Kritikerlob erntete Rothemund für seinen nachfolgenden Film "Mann tut was Mann kann" (2012): Wotan Wilke Möhring, Jan-Josef Liefers und Oliver Korittke spielen darin drei Freunde, die auf unterschiedliche Weise mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe zu kämpfen haben.

Ebenfalls 2012 begann Rothemund mit der Arbeit an "Heute bin ich blond" – nach dem autobiografischen Bestseller der niederländischen Autorin Sophie van der Stap. Die Schauspiel-Newcomerin Lisa Tomaschewsky verkörpert darin eine Studienanfängerin, die trotz einer schweren Krebserkrankung ihren Lebensmut nicht verlieren will. Der Film startete im Frühjahr 2013.

Anschließend inszenierte Rothemund eine Fortsetzung seines Kassenhits "Mann tut was Mann kann": Die Komödie "Da muss Mann durch" (2014) erzählte vom Versuch des beziehungsgeschädigten Paul, die Eltern seiner Traumfrau von seinen Qualitäten zu überzeugen. An den Erfolg des Vorgängerfilms konnte "Da muss Mann durch" jedoch nicht anknüpfen.

Im Winter 2015 begann Rothemund mit den Dreharbeiten zu seinem nächsten Film "Mein Blind Date mit dem Leben" (Start: 2016). Basierend auf einer realen Begebenheit erzählt die Tragikomödie von einem nahezu blinden Mann, der über 15 Jahre hinweg seine gesamte Umwelt glauben lässt, er könne ganz normal sehen.