Inhalt
Verfilmung des gleichnamigen Romans von Hans Rath. Im Mittelpunkt steht Paul, ein lässiger Typ und ein überzeugter Single, dessen Haltung jedoch ins Wanken gerät, als seine Traumfrau einen anderen zu heiraten droht – dies will er mit allen Mitteln verhindern, wobei er sich jedoch nicht sonderlich geschickt anstellt. Zugleich muss der arme Kerl mehr oder weniger freiwillig seinen beiden besten Freunden bei deren Frauenproblemen beistehen: Da ist zum Einen der notorische Fremdgänger Schamski, der seine Frau mit der Sekretärin betrügt und somit seine dritte Ehe zu ruinieren droht, und zum Anderen der Computernerd Günther, der viel zu schüchtern ist, um die von ihm angebetete Kellnerin anzusprechen.
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Pauls Ego ist mächtig angekratzt, weshalb er seinem Dasein eine neue Herausforderung gönnt: Er will den traurigen Vierbeinern im Berliner Tierheim ein paar schöne Stunden bereiten. Doch bevor der stämmige Rottweiler-Mix Fred an seiner Leine auf das grüne Umfeld der vielleicht modernsten kommunalen Anlage weltweit in Lichtenberg losgelassen wird, muss Paul die strenge Hundesitter-Schule von Frau Korff absolvieren. Unter den wohlwollenden Blicken der liebenswerten Tierärztin Dr. Iris Jasper, die sogleich zu Pauls neuem Objekt der Begierde mutiert. Doch da hilft weder Pauls Charme noch Freds vorgetäuschtes Unwohlsein: die Doktorin ist in festen Händen, schlimmer noch: ihre Hochzeit steht kurz bevor.
Und da stellt sich für Paul dann doch allmählich ernsthaft die Sinn-Frage. Nicht nur, weil ihm sein unverbesserliches Helfersyndrom zu schaffen macht: Seine 16-jährige Ziehtochter Sophie löchert ihn zu all' ihren Beziehungsproblemen. Und sein bester Freund Günther, der als Computerfreak draußen auf der freien Wildbahn des Lebens einfach den Mund nicht aufkriegt, bedarf dringend Unterstützung beim Anbaggern seiner Traumfrau Iggy. Sondern weil Paul sich ganz ernsthaft in die Tierärztin verliebt hat – und nun immer mehr Zeit im Tierheim verbringt. Zur Verwunderung seiner scheinbar so strengen Sekretärin, aber auch seines befreundeten Arbeitskollegen Guido Schamski, dem Vertriebsleiter des in hipper Mediaspree-Lage angesiedelten Verlages. Der als Weiberheld par excellence drei Ehen und fünf Umzüge hinter sich hat und solche Probleme nicht kennt.
Dafür hat er nun ein anderes: „Sie kann alles haben, aber nicht den Porsche und nicht das Klavier.“ Gemeint ist Guidos Frau, die ihren Gatten vor die Tür gesetzt hat, weil sie hinter seine Affäre mit der attraktiven Chefsekretärin Katja Riebinger gekommen ist. Pauls Singledasein nimmt, zumindest in den eigenen vier Wänden, ein abruptes Ende: Guido und Katja ziehen bei ihm ein, später auch noch der brotlose Künstler Bronko. Der hat bisher in Iggys Lokal gekellnert und übernimmt nun, nach einer nächtlichen Verkehrskontrolle mit Führerscheinentzug, den Job als Pauls Fahrer. Und als philosophierender Lebensretter in allen Seelen-Nöten der Männer-WG, die kurze Zeit später durch Günther und den Vierbeiner Fred komplettiert wird.
Was tun? Paul muss sich eine Strategie überlegen, um Iris im allerletzten Moment doch noch für sich zu gewinnen, Günther desgleichen für Iggy, Guido muss sich zwischen Gattin und Geliebter entscheiden und Bronko, der nach Pleiten, Pech und Pannen mit dem Liebesleben bereits ganz abgeschlossen hat, endlich den Mut finden, zu neuen Ufern aufzubrechen. Mann tut was Mann kann...
„Für welche würdest du dich entscheiden, wenn du nur noch eine Stunde zu leben hättest?“: Vier Männer verwandeln Pauls schickes Loft in ein Krisenzentrum. Es ist ihnen klar, dass sie zu Höchstform auflaufen müssen, um alle Baustellen abzuarbeiten – und zwar gleichzeitig. Keine Frage, dass es ihnen gelingt in dieser gerade auch mit der 34-jährigen Berliner Deutsch-Türkin Jasmin Gerat, die mit frappant-selbstverständlicher Natürlichkeit überzeugt wie zuvor in „Kokowääh“, großartig besetzten romantischen Komödie. Über das „Wie“ wird naturgemäß geschwiegen, auch wenn von überraschenden Wendungen nicht wirklich gesprochen werden kann.
Dafür entschädigt die zwar nicht klischeefreie, aber doch recht originelle Typenparade rund um den Mann, der glaubt, alles zu haben (tolles Auto inklusive). Wie Marc Rothemund die inneren Zwiegespräche Pauls auf die Leinwand gebracht hat, kann sich hören (und zugleich auch sehen) lassen. Was für Wotan Wilke Möhring, ganz besonders aber für Jan Josef Liefers gilt: Letzterer steht für das gewisse Abgründige hinter den geschliffen-wortwitzigen Dialogen. Und die finale Weisheit, dass man(n) für die große Liebe nie zu alt ist. Schließlich sorgt mit Fred, der eigentlich Bruno heißt und eine ganz besondere Mischung aus Dobermann und Rottweiler ist, ein ganz besonderer Liebesbote auf vier Pfoten, für das Tüpfelchen auf dem „I“.
Hans Raths Roman „Man tut, was man kann“ war der Auftakt zu einer mit „Da muss man durch“
und „Was will man mehr“ komplettierten Romantrilogie um Pauls Liebesleben. Uraufgeführt am 9. Oktober 2012 im Cinestar Berlin sorgte RTL am 1. März 2015 für die Free-TV-Premiere.
Pitt Herrmann