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Alle Fotos (2)Biografie
Ewald Andreas Dupont wurde am 25. Dezember 1891 in Zeitz geboren. Sein Vater Hermann Dupont war Journalist und von 1894 bis 1903 Chefredakteur der Berliner Illustrirten Zeitung. Ab 1911 arbeitete auch E.A. Dupont als Journalist für verschiedene Berliner Zeitungen, ab 1915 schrieb er bei der B.Z. regelmäßig für die Rubrik "Varieté und Film". 1916 verfasste er sein erstes Drehbuch für den Detektivfilm "Mein ist die Rache" aus der populären Harry-Higgs-Filmreihe, inszeniert von Rudolf Meinert – der Beginn einer erfolgreichen Filmkarriere. Allein 1917/18 wurden elf seiner Drehbücher verfilmt, unter anderem durch Regisseure wie Joe May und Richard Oswald.
1918 engagierte ihn die Stern-Film als Autor und Regisseur für die Max Landa-Detektivserie, in der bis Ende 1919 zwölf Filme entstanden. Daneben drehte er für die Stern-Film unter anderem das Melodram "Alkohol" (1920).
1920 wechselte Dupont zur Gloria-Film, wo er eine Reihe erfolgreicher Publikumsfilme realisierte, darunter einige mit Paul Leni ("Patience", 1920; "Der weiße Pfau", 1920; der Zweiteiler "Kinder der Finsternis", 1921). Viel Kritikerlob erhielt er für die Henny Porten-Filme "Die Geier-Wally" (1921) und "Das alte Gesetz" (1923).
1924 leitete Dupont für eine Saison ein Varieté in Mannheim, ein Milieu, das er in seinen Filmen immer wieder schilderte – und das für ihn zur Basis seines größten Welterfolgs wurde: "Varieté" (1925) mit Emil Jannings und Lya de Putti, den für den Ufa-Produzenten Erich Pommer drehte.
Dieser Erfolg brachte Dupont ein Engagement nach Hollywood ein, aber nach nur einem Film – "Love Me and the World Is Mine" ("Lieb mich und die Welt ist mein", US 1927) – kehrte er nach Europa zurück, wo er in den neuen Studios in Elstree bei London als "Director General of Production" tätig war. Von 1928 bis Ende 1930 arbeitete er zudem für die British International Pictures (BIP) als Produktionsleiter, Regisseur und Autor. Dort setzte er mit "Moulin Rouge" (GB 1928) und "Piccadilly" (GB 1928) seine Reihe erfolgreicher Varieté-Filme fort. Seine Mitarbeiter Alfred Junge (Bauten) und Werner Brandes (Kamera) legten mit diesen Filmen den Grundstein ihrer Karrieren in der britischen Filmindustrie.
Bei den Elstree Studios war Dupont auch maßgeblich am Aufbau der sich etablierenden Tonfilm-Produktion beteiligt. Sein 1929 in zweisprachiger Version erschienener Titanic-Film "Atlantic" ("Atlantik", GB 1929), war ein großer Erfolg – in Deutschland wurde er als der "erste deutsche hundertprozentige Sprechfilm" gefeiert. Auch die in drei Sprachfassungen (deutsch, englisch, französisch) produzierten Filme "Two Worlds"/"Zwei Welten/"Les deux mondes" (1930) und "Cape Forlorn"/"Menschen im Käfig"/"Le cap perdue" (1931) waren erfolgreich und festigten Duponts Position in der Übergangzeit zum Tonfilm.
Zurück in Deutschland inszenierte er das Zirkus-Melodram "Salto mortale" (DE/FR 1931) und den Gaunerfilm "Peter Voß, der Millionendieb" (1932).
Der Ende 1932 im Rahmen der Olympischen Spiele von Los Angeles gedrehte Sportfilm "Der Läufer von Marathon" (1933) mit Brigitte Helm und Viktor de Kowa wurde für Dupont zu einem Wendepunkt, nicht nur, weil er ihm ein neuerliches Angebot aus Hollywood bescherte: Anfang Januar 1933 reiste er per Schiff in Richtung Amerika, um dort "Ladies Must Love" zu drehen – doch nach der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar konnte und wollte er nicht mehr nach Deutschland zurückkehren, da er jüdischer Herkunft war und damit Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten fürchten musste. So wurde seine ursprünglich als Arbeitsreise geplante Überfahrt zum erzwungenen Exil.
In Hollywood drehte er für große Studios wie Universal, MGM und Paramount einige kleine, wenig erfolgreiche Produktionen, zum Beispiel das Kriminalmelodram "The Bishop Misbehaves" (US 1935) und den Detektivfilm "Night of Mystery" (US 1937).
Dupont galt in Hollywood als "schwierig", und nach einem Konflikt bei den Dreharbeiten zu dem Jugend- und Sozialdrama "Hell's Kitchen" (US 1939) wurde er entlassen und erhielt für viele Jahre keinerlei Aufträge mehr. Notgedrungen versuchte Dupont sich als Herausgeber einer von Wilhelm Dieterle finanzierten Fachzeitschrift, The Hollywood Tribune, die aber kein Erfolg wurde. Ab 1940 arbeitete er als Presseagent.
1951 erhielt Dupont für den Kunst-Dokumentarfilm "Pictura" zusammen mit dem Co-Regisseuren Luciano Emmer und Enrico Gras einen Golden Globe Award in der Kategorie "Outstanding Cultural Film". Im selben Jahr versuchte er mit dem Thriller "The Scarf" (1951) ein Comeback, doch der Film floppte. In den nächsten Jahren konnte Dupont nur noch billige C-Filme wie "The Neanderthal Man" ("Dr. Jenkins unheimliche Nächte", 1953) und "Return to Treasure Island" ("Die Banditeninsel von Karabei", 1954) realisieren. Von 1952 bis 1954 arbeitete er an der im Pressemilieu spielenden Krimiserie "Big Town" mit, vor allem als Autor, bei drei Episoden aber auch als Regisseur.
Duponts letzte Regiearbeit war 1955 eine Episode der US-Serie "Your Favorite Story". 1956 wirkte er am Drehbuch zu William Dieterles "Magic Fire" mit, einer Filmbiografie über Richard Wagner (deutscher Titel: "Wagner – Die Richard Wagner Story").
E.A. Dupont, der mit der Schauspielerin Gretl Dupont verheiratet war, starb am 12. Dezember 1956 in Los Angeles an den Folgen einer Krebserkrankung.