Fotogalerie
Alle Fotos (14)Biografie
Elisabeth "Lisa" Kreuzer wurde am 2. Dezember 1945 in Hof (Saale) geboren und wuchs dort und in Tübingen auf. Nach ihrem Schulabschluss hielt sie sich für einige Zeit mit wechselnden Jobs über Wasser, bevor sie von 1966 bis 1969 eine Ausbildung an der Schauspielschule München absolvierte und parallel dazu bei einem Verlag für medizinische Literatur ihren Lebensunterhalt verdiente.
Ihr Bühnendebüt gab sie 1969 am Münchner Residenztheater, gefolgt von Engagements in Ingolstadt, München, Berlin und Schwäbisch Hall. 1972 wurde sie von dem Filmemacher Peter Beauvais für den Film entdeckt und gab in dessen TV-Drama "8051 Grinning" ihr Debüt vor der Kamera.
Größere Bekanntheit erlangte Kreuzer jedoch durch ihre Zusammenarbeit mit Wim Wenders: Ihre erste gemeinsame Arbeit war der Film "Alice in den Städten" (1974), in dem sie eine bedeutende Nebenrolle als Mutter der jungen Alice übernahm. Fürs Fernsehen wirkte Kreuzer unter Wenders' Regie in zwei Episoden der Miniserie "Ein Haus für uns" (1974) mit: "Aus der Familie der Panzerechsen" und "Die Insel".
Es folgten prägende Auftritte als Reisebekanntschaft Rüdiger Voglers in "Falsche Bewegung" (1975) und als flirtende Kassiererin in "Im Lauf der Zeit" (1976) – Kreuzers zurückhaltende, unverstellt natürliche Spielweise lässt sich rückblickend als exemplarisch für die Ästhetik des deutschen Autorenfilms jener Zeit betrachten. Für "Falsche Bewegung" wurde sie gemeinsam mit dem restlichen Ensemble mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Lisa Kreuzer mit ihrer Hauptrolle in Wenders' Patricia-Highsmith-Adaption "Der amerikanische Freund" (1977), in der sie die Ehefrau von Bruno Ganz' tragischer Hauptfigur verkörperte. Der Film fand internationale Beachtung, erhielt hervorragende Kritiken und gilt als eines der zentralen Werke des Neuen Deutschen Films. Parallel zur beruflichen Zusammenarbeit entwickelte sich zwischen Kreuzer und Wenders auch eine private Beziehung, aus der ein Sohn hervorging.
Weitere wichtige Filme dieser Jahre waren Hartmut Bitomskys "Auf Biegen oder Brechen" (1975) und Claus Peter Witts Fernsehspiel "Die Dämonen" (1977).
In den 1980er Jahren lebte und arbeitete Kreuzer einige Jahre in Paris. Während dieser Zeit übernahm sie Rollen in französischen Produktionen wie der Krimiserie "Maigret" (FR 1985) mit Bruno Cremer, der Stricher-Milieustudie "L’Homme blessé" ("Der verführte Mann", FR 1983) mit Jean-Hugues Anglade und dem Actionfilm "Les loups entre eux" ("Unter Wölfen", FR 1985) mit Claude Brasseur.
Zurück in Deutschland verlagerte sich Kreuzers Schwerpunkt im Lauf der 1980er- und 1990er-Jahre praktisch vollständig auf Fernsehproduktionen. Hier wurde sie bald zu einem vertrauten Gesicht in zahlreichen populären Serien wie "Tatort", "Polizeiruf 110", "Derrick", "Der Alte", und "Das Traumschiff". Feste Rollen hatte sie als Kollegin der Titelfigur in der Anwalts-Miniserie "Eva - ganz mein Fall" (2002) und als Mutter einer Hauptfigur in der Krimiserie "Ihr Auftrag, Pater Castell" (2008).
In Bettina Oberlis düsterem Kriminaldrama "Tannöd" (2009) spielte Kreuzer eine mysteriöse Bäuerin, Dominik Graf besetzte sie in "Dreileben – Komm mir nicht nach" (2011, TV) als Mutter von Jeanette Hains Hauptfigur. Einen kleinen Kinoauftritt hatte sie 2014 als Grande Dame in Wes Andersons hochkarätig besetztem "The Grand Budapest Hotel". In "Uli Hoeneß - Der Patriarch" (2015, TV) verkörperte sie die Ehefrau des Fußballmanagers. Ab 2015 übernahm Lisa Kreuzer in der Serie "Der Bozen-Krimi" eine feste Hauptrolle als Groß- und Schwiegermutter.
Viel Aufmerksamkeit, auch international, erhielt die Mysterserie "Dark" (2017-2020), in der Kreuzer in allen drei Staffeln als Mitglied der Tiedemann-Familie mitwirkte. Die französische Miniserie "Becoming Karl Lagerfeld" (2024) zeigte sie in einer Nebenrolle als Mutter des legendären Modeschöpfers. Ebenfalls in Mutter- und Großmutterrollen sah man die Schauspielerin in dem heiteren Weihnachtsfilm "Alle Jahre wieder" (2024) und der tragikomischen Beziehungs- und Gaunerkomödie "Makellos – Eine kurze Welle des Glücks" (2026).
Lisa Kreuzer lebt in München.