Summary
When Will It Be Again Like It Never Was Before
"Actually, all he has to do is just concentrate exactly, then you don’t die." – "I do it all the time, too. Otherwise, I’d already be dead a thousand times over."
The household Josse grows up in hardly corresponds to the typical notions of family: his father is the director of a psychiatric clinic, on the premises of which their family home is located. Josse spends his childhood and adolescence with two brothers and liberal parents whose bourgeois life is threatening to break up their marriage. Again and again, Josse is plagued by fits of anger and sadness. He finds a sympathetic ear, consolation and the feeling of not being an oddball primarily among the psychiatric patients. The adaptation of Joachim Meyerhoff’s bestseller is carried by a well-known cast and tells a tragicomic tale about growing up in the 1970s. A soulful celebration of life in all its absurdity and transience.
Source: 73. Internationale Filmfestspiele Berlin (Catalogue)
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Josses ohnehin schon reiche Phantasie wird auf dem Hesterberg, wo einmal sogar der Ministerpräsident einen Wahlkampf-Termin absolviert, eher angeregt als auf dem Gymnasium, wo der Schuldirektor Otten (Matthias Bundschuh) von seinen im Russlandfeldzug der Wehrmacht erfrorenen Zehen spricht. Als Vater Richard an seinem 40. Geburtstag mit dem Rauchen aufhört, hat Josse längst gemerkt, dass die Ehe der Eltern in die Jahre gekommen ist: Während er sich ungewöhnlich häufig mit der Sparkassen-Sachbearbeiterin Ehlers trifft, sehnt sich Mutter Iris nach Italien: ihre Aquarelle strahlen die Wärme römischer Sommernächte aus.
Josse aber, inzwischen 14, wird es auch im norddeutschen Dauerregen warm ums Herz – an der Seite der depressiven und hochgradig suizidgefährdeten Patientin Marlene, seiner ersten großen Liebe. Die er zurücklassen muss, als er für ein Jahr als Austauschschüler in die USA geht. Wo ihn gleich mehrere Hiobsbotschaften erreichen, die Josse schneller als von ihm erhofft erwachsen werden lassen: Die Eltern haben sich getrennt, sein zweitältester Bruder ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Marlene hat es im x-ten Anlauf geschafft, sich umzubringen. Als sich herausstellt, dass Vater Richard unheilbar an Krebs erkrankt ist, was er lange Zeit geheim gehalten hat, kommt die Familie wieder zusammen…
Joachim Meyerhoff, langjähriger Star-Schauspieler sowohl des Wiener Burgtheaters als auch der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, erzählt irrsinnig komisch und zugleich tief berührend in seiner teilweise auch für die Bühne adaptierten und inzwischen auf sechs Bände angewachsenen autobiographischen Romanreihe „Alle Toten fliegen hoch“ von seiner außergewöhnlichen Kindheit und Jugend im hohen Norden Deutschlands – und vom skurrilen Familienleben inmitten einer psychiatrischen Einrichtung.
„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ ist die Verfilmung des gleichnamigen, 2013 erschienenen tragikomischen Bestsellers, dem zweiten Band der Reihe, welcher auch aus der Sicht des Heranwachsenden die Frage stellt, was unter „normal“ zu verstehen ist. Lars Hubrich und Sonja Heiss, preisgekrönte Regisseurin von „Hedi Schneider steckt fest“ und Autorin des Spiegel-Bestsellers „Rimini“, haben sich mit Erfolg darum bemüht, die außergewöhnliche Sprache und melancholische Grundstimmung der Coming-of-Age-Story Meyerhoffs auf die Leinwand zu übertragen. Und das mit einem besonderen Ensemble von professionellen Schauspielern und Laiendarstellern mit und ohne Behinderung.
Pitt Herrmann