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Der 15-jährige, sexuell völlig unerfahrene Flo ist mehr als erstaunt, als eines Tages sein "bestes Stück" anfängt, mit ihm zu sprechen. Die Stimme zwischen seinen Beinen treibt ihn energisch dazu an, endlich beim weiblichen Geschlecht sein Glück zu wagen.
Und tatsächlich geht Flo zum großen Erstaunen seiner Schulfreunde direkt in die Offensive über. In der drallen Blondine Leonie findet er ein geeignetes Objekt für seine Begierden. Das Problem ist nur, dass Leonies Freund, der berüchtigte Schulpsychopath Kai, überhaupt keinen Spaß versteht, wenn es um "sein" Mädchen geht.
Fortsetzung: Knallharte Jungs (2002, R.: Granz Henman)
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Was den Münchner Produzenten Bernd Eichinger sogleich zu einer Leinwand-Adaption bewegte: Nach einem Drehbuch Warren D. Leights drehte Doris Dörre in New York die Geschichte eines unscheinbaren Angestellten in einem Architekturbüro, welche die Neue Constantin am 15. September 1988 unter dem Titel „Ich und Er“ in die Kinos brachte und 1991 zunächst bei Premiere streamen ließ, bevor Sat 1 am 13. März 1999 die Free-TV-Premiere ausstrahlen konnte.
Es können keine künstlerischen, sondern nur kommerzielle Gründe gewesen sein, die Bernd Eichinger gut zehn Jahre später zu einer weiteren Adaption des Moravia-Romans durch Granz Henman veranlassten mit seiner nun nur noch Constantin Film genannten Münchner Produktionsfirma, diesmal in Kooperation mit Seven Pictures im Münchner Vorort Unterföhring.
Der nur Flo genannte Florian ist Fünfzehn und staunt über seinen erregten Penis, als er am frühen Morgen aufwacht und sich für die Schule fertigmachen muss. Kein Beinbruch, sollte man meinen, das passiert Gleichaltrigen ebenso, doch für Flo bricht eine bisher recht beschauliche Welt zusammen. Denn mit Mädchen konnte er nicht viel anfangen. Nun aber, schlagartig, sieht er die Welt mit anderen Augen. Plötzlich ist seine Tante Zelda, die ihm beim Frühstück gegenübersitzt, so nackt wie die Mathe-Lehrerin Matthys später in der Schule, sodass er ihrem Unterricht kaum noch folgen kann.
Und die miniberockten, bauchnabelfreien Klassenkameradinnen, die er sonst keines Blickes gewürdigt hat, gehen ihm plötzlich mächtig auf die Nerven bzw. auf sein „bestes Stück“, für den seine antiautoritären Eltern, die ihren Sprössling merkwürdig verändert finden, nur komisch verniedlichende Bezeichnungen finden und mit dem Flo nunmehr einen (inneren) Dialog beginnt. Während Flos Kumpel „Red Bull“ Tipps gibt, wie er sich am besten an Leonie, das von allen umschwärmte blonde Gift, auf dem Schulhof, heranmachen kann, obwohl ihr Beschützer, der psychopathische Kai sicherlich was dagegen hat, vergisst Flo glatt, dass eigentlich Lisa seine beste Freundin gewesen ist – bisher jedenfalls. Im Schülertheater wird derweil ausgerechnet William Shakespeares romantisches Liebesstück „Romeo und Julia“ naturgemäß höchst pannenreich eingeübt...
Wer Marc Rothemunds Film „Sophie Scholl“ gesehen hat, kommt schwerlich auf die Idee, diesen Regisseur mit Filmchen wie „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ (1998) oder gar „Harte Jungs“ in Verbindung zu bringen, in dem die adoleszenten Pennäler ständig an Sex denken, aber hochgradig verklemmt „Playboy“-Hefte auf der Schultoilette tauschen. Bernd Eichingers Constantin-Film behauptet frech, „Harte Jungs“ sei die deutsche Antwort auf „Amerikan Pie“. Doch lustig geht es in diesem schwül-klamottigen Schülerfilm nun wirklich nicht zu, es sei denn, man lässt das Geblödel eines Didi Hallervorden als Maßstab gelten.
„Harte Jungs“ wurde am 5. September 2002 von Pro Sieben als Free-TV-Premiere ausgestrahlt. Er fand im gleichen Jahr mit „Knallharte Jungs“ eine nun vom bisherigen Drehbuchautor Granz Henman verfilmte Fortsetzung, der auch 2023 mit der Netflix-Produktion „Hammerharte Jungs“ einen dritten Film folgen ließ.
Pitt Herrmann