Parallel zur Ausstellung über Christoph Hochhäusler im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) zeigt das Kino Arsenal in Berlin ab morgen, 3. September, bis 24. September eine Werkschau aller Filme des Filmemachers.
Christoph Hochhäusler (*1972) nimmt als Filmemacher und Autor im deutschen Kino des 21. Jahrhunderts eine markante Position ein. Seine Filme bespielen stets das Hier und Jetzt, sind Gegenwartskino im doppelten Sinne. Sie bearbeiten ästhetisch eindrücklich gegenwärtige Phänomene und widmen sich gesellschaftlichen und technologischen Transformationen sowie deren Auswirkungen auf persönliche Beziehungen. Die Gegenwart und ihre komplexen Systeme finden hier eine Form. In Hochhäuslers Geschichten geht es oft um Lügen und Intrigen, um Manipulation und Täuschung. Immer wieder nahe am Genrekino (Film noir, Krimi, Politthriller, Gangsterfilm) inszeniert, werden sie außerdem von Betrug, Verrat und Begehren angetrieben. Das Gefühl, dass etwas im Gang ist, aber kaum jemand weiß, was wirklich geschieht, erfüllt sie genauso wie das nicht immer klar zuordenbare Nebeneinander von filmischer Wirklichkeit und Imagination. Eine unübersehbare Signatur Hochhäuslers ist der spezielle Fokus auf die Erkundung und visuelle Darstellung von Räumen und Architekturen. Die Schauplätze sind meist urban – angesiedelt in der Politik, der Medienlandschaft oder der Finanzwelt – doch sein Werk umfasst auch Blicke auf die Provinz. Nicht zuletzt zeichnen sich Hochhäuslers Filme durch kundige filmhistorische Bezüge aus, ohne deshalb ihre dezidierte Zeitgenossenschaft aufzugeben.
Die Werkschau zeigt drei kurze und sieben lange Filme aus dem Zeitraum 1998 bis 2026. Fast alle hatten bei den großen internationalen Festivals in Berlin, Cannes oder Locarno ihre Weltpremiere. Das Programm wird flankiert von Einführungen von Esther Buss, Matthias Dell, Jan Künemund, Anne Küper und Sebastian Markt. Wir freuen uns sehr, dass Christoph Hochhäusler an den beiden Eröffnungsabenden für Gespräche mit dem Publikum im Arsenal zu Gast ist. (Birgit Kohler)
Mit freundlicher Unterstützung des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.).
Donnerstag, 3. September 2026, 20 Uhr (Eröffnung)
& Mittwoch, 23. September 2026, 19:30 Uhr:
"Der Tod wird kommen" (Christoph Hochhäusler, D/BE/LU 2024, 101 min, OmdU)
Mit Sophie Verbeeck, Louis-Do de Lencquesaing, Marc Limpach
Am 3. September 2026 anschließendes Gespräch mit Christoph Hochhäusler, Moderation: Birgit Kohler
Freitag, 4. September 2026, 20 Uhr
& Donnerstag, 17. September 2026, 19:30 Uhr:
"Milchwald" ("This Very Moment", Christoph Hochhäusler, D 2003, 87 min, OmeU)
Mit Judith Engel, Horst-Günter Marx, Miroslaw Baka
Am 4. September 2026 anschließendes Gespräch mit Christoph Hochhäusler, Moderation: Birgit Kohler
Samstag, 5. September 2026, 20 Uhr
& Montag, 21. September 2026, 19:30 Uhr:
"Falscher Bekenner" ("Low Profile", Christoph Hochhäusler, D 2005, 94 min, OmeU)
Mit Constantin von Jascheroff, Victoria Trauttmansdorff, Manfred Zapatka
Vorfilm: "Fieber" ("Fever", Christoph Hochhäusler, D 1998, 13 min)
Am 5. September 2026 Einführung von Sebastian Markt (Leiter der Sektion "Generation" der Berlinale)
Sonntag, 6. September 2026, 20 Uhr
& Sonntag, 20. September 2026, 20 Uhr:
"Eine Minute Dunkel" ("One Minute of Darkness", Christoph Hochhäusler, D 2011, 89 min, OmeU)
Mit Stefan Kurt, Eberhard Kirchberg, Imogen Kogge
Am 6. September 2026 Einführung von Matthias Dell (Film- und Fernsehkritiker, Berlin)
Dienstag, 8. September 2026, 19:30 Uhr
& Freitag, 18. September 2026, 20 Uhr:
"Unter dir die Stadt" ("The City Below", Christoph Hochhäusler, D 2010, 110 min, OmeU)
Mit Nicolette Krebitz, Robert Hunger-Bühler, Mark Waschke, Corinna Kirchhoff
Vorfilm: "Séance" (Christoph Hochhäusler, D 2009, 9 min)
Am 18. September 2026 Einführung von Anne Küper (Kulturwissenschaftlerin, Kritikerin, Künstlerin, Berlin)
Donnerstag, 10. September 2026, 19:30 Uhr
& Donnerstag, 24. September 2026, 19:30 Uhr:
"Bis ans Ende der Nacht" ("Till the End of the Night", Christoph Hochhäusler, D 2023, 120 min, OmeU)
Mit Timocin Ziegler, Thea Ehre, Michael Sideris
Am 24. September 2026 Einführung von Jan Künemund (Filmkurator, Berlin)
Freitag, 11. September 2026, 20 Uhr
& Dienstag, 22. September 2026, 19:30 Uhr:
"Die Lügen der Sieger" ("The Lies of the Victors", Christoph Hochhäusler, D 2014, 112 min, OmeU)
Mit Florian David Fitz, Lilith Stangenberg, Ursina Lardi
Vorfilm: "Das Paradies vertreibt uns" ("Paradise Lost & Found", Christoph Hochhäusler, D 2026, ca. 10 min, OmeU)
Am 11. September 2026 Einführung von Esther Buss (Film- und Kunstkritikerin, Berlin)
Quelle und weitere Informationen: www.arsenal-berlin.de