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Sündige Grenze

BR Deutschland 1951 Spielfilm

Inhalt

Sozialkritischer Nachkriegsfilm, der von wahren Begebenheiten inspiriert wurde: Zöllner und Polizisten müssen am Drei-Länder-Eck der deutsch-belgisch-holländischen Grenze hilflos zusehen, wenn hunderte Menschen zeitgleich und schlagartig über die Grenze rennen, um Ware zu schmuggeln. Diese sogenannten "Rabbatz-Kolonnen" bestehen zum Großteil aus Kindern und Jugendlichen, die ausgenutzt von ihren Eltern und anderen profitorientierten Erwachsenen durch ihr Treiben immer weiter in die Kriminalität abgleiten. Ein Student, der vermeintlich zu Recherchezwecken an die Grenze kommt, soll die Kinder aus ihrer misslichen Lage befreien. Bei seiner Mission verliebt er sich in eines der Schmugglermädchen.

 

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Falk Schwarz
Ein Krimi mit Kindern
Hundert Kinder laufen auf die Grenze zu, unter ihren Jacken haben sie Kaffee versteckt. Die Grenzer sind machtlos, einige Kinder können sie festnehmen und im Kommissariat verhören – aber der größte Teil kommt davon. Die Zehnjährigen jedoch sind nicht strafmündig und verweigern die Aussage. Nicht einmal ihren Namen kriegen die Grenzer heraus. Wer organisiert diese „Rabatzer“, diese Kinderhorden, die Schmuggel in großem Umdfang an der Grenze zwischen Holland, Belgien und Deutschland betreiben? Ende der vierziger Jahre war Schmuggel für viele eine Art des Überlebens. Robert A. Stemmle hat diese Idee seines Produzenten Artur Brauner umgesetzt: viele frische, neue Gesichter im deutschen Film. Aber was zunächst detailgenau und realistisch anfängt, wird dann durch das Auftreten von Dieter Borsche, dem ewig Guten, Sanften und Gerechten, wieder zunichte gemacht. Die Krimihandlung malt schwarz-weiss, der „böse“ Krapp (Jan Hendriks) begnügt sich nicht mit Kaffee, er raubt einen Kirchenschatz, versucht Marianne (Inge Egger) zu vergewaltigen und da hört nun die dramaturgische Toleranz auf – solch Verhalten endet mit dem Tod. Borsche schaut mild, obwohl sein Dortsein reichlich unmotiviert ist. Ein Rumsteher, ohne Amt und mit einer vagen Begründung, der immer dann zur Stelle ist, wenn etwas passiert. Sehr fragwürdig die Besetzung der Marianne mit Inge Egger. Sie soll ein Gangsterliebchen sein? Eher der Typ Hausfrau mit Kittelschürze. Sie schaut wie Borsche – sanft und verständnisvoll. Ihre zarte Weiblichkeit kann keine Härte ausstrahlen, erst als Krapp sie arg bedrängt, wacht sie auf. Frech und aufmüpfig der altkluge Dieter (Wolfgang Jansen), der sein Talent folgerichtig in eine Filmkarriere ummünzte. Moral? „Schluss ist nie, bis sie die Grenzpfähle rausziehen“. Nur eine Frage bleibt: wieso ist diese Grenze sündig? Weil das Adjektiv „sündig“ die Zuschauer 1951 in Scharen in die Kinos lockte?
Zwangsrentner
weitere Darsteller
Wenn es sich bei diesem Film um einen Kriegsfilm handelt, dann hat mein Vater da auch mit gespielt, da er aber nur als "Kleindarsteller" mitgewirkt hat, Kommt und kam er in keinem Vor oder Nachspann vor. Ich finde es ohnehin traurig, das heute bei den meisten Filmen im Fernsehen diese der Werbung zum Opfer fallen.

Credits

Kamera

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 19.07.1951 - 11.09.1951: Berlin, Aachen und Umgebung, Harz; CCC-Studios Berlin-Spandau
Länge:
2392 m, 87 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 24.10.1951, 03375, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 08.11.1951, Aachen, Bavaria

Titel

  • Originaltitel (DE) Sündige Grenze
  • Arbeitstitel Die Rabbatzer

Fassungen

Original

Länge:
2392 m, 87 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 24.10.1951, 03375, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 08.11.1951, Aachen, Bavaria

Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis 1952
  • Silberne Dose, Bester Nachwuchsschauspieler
FBW 1951
  • Prädikat: wertvoll