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Fuhrmann Henschel

Österreich 1956 Spielfilm

Inhalt

Der einfache und gutmütige Kutscher Henschel hat eine kranke Frau und eine hinterlistige Magd, die den Haushalt versorgt. Die Frau zwingt ihn zu dem Versprechen, niemals die Magd zu heiraten. Doch nach dem Tod der Frau erliegt Henschel der Verlockung und heiratet die Magd dennoch. Schnell stellt sich heraus, dass der boshaften und habsüchtigen Person nur an Henschels Geld gelegen ist. Sie macht ihm das Leben zur Qual, und er fühlt sich gestraft, weil er das Versprechen gebrochen hat, das er seiner Frau gegeben hat. Voller Verzweiflung wählt er den Tod in den Flammen. – In die aktuelle Zeit übertragene Verfilmung des Dramas von Gerhart Hauptmann.

 

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Henschel (Walter Richter) steht am Bahnhof. Der Dampfzug läuft ein. Aus dem Abteilfenster schaut die neue Magd Hanne (Nadja Tiller) auf Henschel herunter - sie ist auf „einfach“ geschminkt und gekleidet, doch weder Haltung noch Ausdruck passen zu einer Bauernmagd. „Die“ Tiller hat diesen mondänen Großstadtblick und so weiss jeder von Anbeginn, dass auf dieser Beziehung kein Segen liegen kann: sie wird den freundlichen, ehrlichen Henschel verführen und ruinieren. Gerhart Hauptmann hätte sich ob dieser Fehlbesetzung an den Kopf gelangt. In seinem 1898 aufgeführten Drama zeichnet er zwei einfache, arme Menschen, die in der Hölle ihrer Kellerwohnung dem Weibsteufel Hanne ausgeliefert sind. Der Film dagegen führt ein hübsch saniertes altes Bauernhaus vor, das in einem Heimatmuseum stehen könnte. Bloss nicht zuviel Schärfe! Völlig abstrus wird es, wenn Kellner Georg auftritt, der Mann, von dem Hanne nicht „los kommt“. Der Schauspieler Wolfgang Lukschy mag ein eleganter Professor Higgins gewesen sein, ein Liebhaber, nach dem sich eine Frau verzehrt, ist er nicht. Wenn er sich der Tiller eindeutig nähert, tendiert seine erotische Ausstrahlung gegen null. Regisseur Josef von Baky hat über das hauptmannsche Drama Zuckerguss gekippt und leider auch kaum eine Dialogpassage aus der Bühnenfassung übernommen. In dem Alpental sprechen alle hochdeutsch (wegen der Verkäuflichkeit des Films), während der (schlesische) Dialekt bei Hauptmann ja gerade ein wichtiges Stilmittel ist, um die Milieuzeichnung zu verschärfen. Kameramann Günther Anders gelingen eindrucksvolle Bilder - die nächtliche Auseinandersetzung zwischen Tiller und Lukschy wird von ihm spielerisch und geschickt verschattet. Leider entkommt dieses naturalistische Drama nicht der Falle des Kommerz - es mutiert zu einem österreichischen Heimatfilm. Auch Walter Richter, der diese Rolle viele Male im Theater spielte, enttäuscht, wenn er dem inneren Aufgewühltsein lediglich versteinerte Gesichtszüge aufsetzt. Geht so ein Mensch in den Tod? Was wohl ein Heinrich George aus dieser Rolle gemacht hätte? Ein wehmütiger Gedanke.

Credits

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera-Assistenz

Kostüme

Schnitt

Darsteller

Produktionsleitung

Länge:
2829 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 15.10.1956, 13087, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 03.01.1966, ZDF

Titel

  • Originaltitel (AT) Fuhrmann Henschel

Fassungen

Original

Länge:
2829 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 15.10.1956, 13087, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 03.01.1966, ZDF