Boxhagener Platz

Deutschland 2009 Spielfilm

Inhalt

1968. Studentenunruhen und sexuelle Revolution im Westen – sowjetische Panzer in Prag. Auch die Welt von Oma Otti und ihrem Enkel Holger am Boxhagener Platz in Ostberlin ist in heller Aufruhr: Die lebensfrohe, passionierte Friedhofsgängerin Otti hat bereits fünf ihrer Ehemänner zu Grabe getragen. Und jetzt, da ihr sechster Mann Rudi kurz davor steht, das Zeitliche zu segnen, machen ihr gleich zwei neue Verehrer Avancen: der ebenso charmante wie wortgewandte Witwer und Rentner Karl Wegner, Ex-Spartakuskämpfer und Pendler zwischen Ost und West, und der schleimige Altnazi "Fisch-Winkler". Im Gegensatz zu Oma Otti hat ihr Enkel Holger noch wenig Glück beim anderen Geschlecht: Der schüchterne Außenseiter steht als Sohn eines linientreuen Abschnittsbevollmächtigten nicht nur bei den älteren Jungs vom Boxhagener Platz, sondern auch bei den Mädchen dort nicht besonders hoch im Kurs. Zu allem Überfluss streiten sich seine Eltern immer häufiger, so dass er noch öfter als sonst zu seiner heißgeliebten Oma Otti flüchtet.

Dann wird Fisch-Winkler tot in seinem Laden aufgefunden. Holgers Vater nimmt sich als Abschnittsbevollmächtigter des Falles an, wodurch Holgers Ansehen zunächst sprunghaft steigt. Doch die Ermittlungen geraten schon sehr bald ins Stocken, Holgers Vater hat keine interessanten Neuigkeiten mehr zu bieten. Und so muss Holger sich des Falls annehmen, allein schon, um mehr Achtung auf dem Boxhagener Platz zu gewinnen.

Quelle: 60. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)

 

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Heinz17herne
Heinz17herne
„Boxhagener Platz“ ist für manche Kritiker allzu leichte Kost („Lindenstraße des Sozialismus“). Doch diese exakt verortete Liebes- und Familiengeschichte, die zugleich eine (n)ostalgisch angehauchte Berlin-Hommage ist, weiß auch auf dem vergleichsweise niedrigeren ästhetischen Level eines TV-Kammerspiels zu überzeugen – durch beinahe klischeefreie Authentizität der Atmosphäre einschließlich ihres politischen Hintergrundes, der auf den zweiten Blick in der Rückerinnerung eine größere Rolle spielt als auf den ersten im Kino, durch einen schnoddrig-forschen Berliner Humor, der bei aller an Spree, Havel und Panke nun ’mal typischen großen Schnauze nicht jedem gefällt. Vor allem aber durch ein erlesenes Ost-Ensemble, das alle handwerklichen Bühnen- und Defa-Qualitäten in die Waagschale legt, welche zu ihren Gunsten ausschlägt – allen voran DT-Star Gudrun Ritter und Michael Gwisdek.

Matti Geschonnecks „Berliner Heimatfilm“ nach dem 2005 erschienenen gleichnamigen (Jugend-) Roman von Torsten Schulz, der auf der 60. Berlinale sozusagen am Ort des Geschehens uraufgeführt wurde, konnte nicht vor Ort in Friedrichshain gedreht werden, in dem übrigens beide Filmemacher aufgewachsen sind: Die Wende und die damit verbundene ständige Ost-Wanderung der Szene hat aus dem zu DDR-Zeiten grauen, verfallenen Arbeiter-Kiez eine blühende Boheme-Landschaft gemacht, die längst angesagter ist als Prenzlberg. Bis auf wenige Einstellungen wie die Beerdigung Rudis in der neogotischen Pankower Trauerhalle des Friedhofs am nördlichen Rand der Stadt musste die Crew um Kameramann Martin Langer u.a. nach Halle/Saale, Dessau und in die Lutherstadt Eisleben ausweichen.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera

Standfotos

Kostüme

Schnitt

Ton-Assistenz

Geräusche

Mischung

Casting

Darsteller

Executive Producer

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 19.03.2009 - 17.05.2009: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Halle, Dessau, Eilsleben
Länge:
2805 m, 102 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SRD
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 05.01.2010, 121102, ab 6 Jahre/feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 16.02.2010, Berlin, IFF - Berlinale Spezial;
Kinostart (DE): 04.03.2010

Titel

  • Originaltitel (DE) Boxhagener Platz

Fassungen

Original

Länge:
2805 m, 102 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SRD
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 05.01.2010, 121102, ab 6 Jahre/feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 16.02.2010, Berlin, IFF - Berlinale Spezial;
Kinostart (DE): 04.03.2010

Auszeichnungen

FBW 2010
  • Prädikat: besonders wertvoll