Das Leben ist zu lang

Deutschland 2009/2010 Spielfilm

Summary

Life Is Too Long

Alfi Seeliger is a filmmaker, hypochondriac and family man – a tough combination: His wife feels neglected, his rebellious kids are giving him a hard time and his eccentric mother isn't helping either. Moreover, Alfi has to cope with the producer of his new film project and his gambling Russian wife. Alfi's doctor and his analyst don't have any answers, and only young actress Caro Will seems to understand him. His crisis climaxes in a half-hearted suicide attempt, after which things really go crazy: Alfi survives, but awakens in an altered reality.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
„In der Inszenierung meines Lebens bin ich der Nebbich“: Keine Krise ist so verhängnisvoll, überwältigend und ungerecht wie die von Alfi Seliger (auch als Ich-Erzähler und Off-Kommentator im pausenlosen Einsatz: Markus Hering). Der jüdische Filmemacher, Anfang 50, Hypochonder und Familienvater – im in Maßen lustigen Vorspann in eine Reihe mit Autor-Regisseur Dani Levy und dessen großem Vorbild Woody Allen gestellt – steckt bis zum Hals in Problemen. Und sein letzter großer Kassenerfolg „Mein blaues Wunder“ liegt auch schon fünfzehn Jahre zurück.

Zum einen finden ihn seine pubertierenden Kinder Romy und Alain lächerlich. Zum anderen wäre seine Ehefrau Helena, die als Synchronsprecherin arbeitet und ihren Frust längst bei einem anderen Mann ablässt, froh, sie fände ihn nur lächerlich. Beim offenen Ehe-Krach im Restaurant etwa. Und, weil alle guten Dinge drei sind, geht auch noch seine Bank in die Insolvenz. Was naturgemäß Auswirkungen auf sein neues Filmprojekt hat, das allerdings auch sonst nur schwer auf Gegenliebe stößt. Handelt es sich dabei doch um eine Komödie über den Mohamed-Karikaturen-Streit.

Natasha (Anspielungen, Verweise, Klischees: Veronica Ferres in einer saublöden Rolle), eine russischstämmige Venus, nimmt sich den schmächtigen Bubi von Alfi zur Brust, weil sie das Dasein als fürchterlich radebrechendes Ausstellungsstück ihres Gatten, des mächtigen Produzentenmoguls Holger Miesbach-Boronowski Leid ist. Der Regisseur soll ihr eine Hauptrolle in seinem neuen Film mit dem anspielungsreichen Titel „Mo-Ha-Ha-med“ zuschustern, während ihrem Gatten längst eine Comedyserie beim Prekariatssender RTL vorschwebt – mit billigen Soap-Darstellern.

Auch der einstige deutsche Weltschauspieler Georg Maria Stahl stellt Alfi nach. Der für einen erkrankten Kollegen einspringen soll, was ihn bei seinem eigenen Projekt aber vier weitere Monate in Verzug bringen würde. Das seine Mutter Lieselotte mit Geld finanziert, welches nach der Bankenkrise gar nicht mehr vorhanden ist. Als ihm von seinem Psychiater Tabatabai attestiert wird, er sei ein „alternder jüdischer Nichtfilmemacher auf zwei kurzen Beinen“, steht für Alfi der Entschluss fest: Er will seinem Leben ein Ende machen. Mit einem grandios theatralischen Abgang versteht sich. Doch diesem geborenen „Nebbich“, der jiddische Ausdruck steht für einen liebenswerten Versager, misslingt selbst das: Alfi überlebt und scheint in seinem alten Leben zu erwachen. In dem sich plötzlich und von ihm zuletzt erwartet alles zum Guten wendet: Eine Versuchung jagt die nächste, alte Träume werden wahr. Aber: Ist das alles das wahre Leben oder nur ein Traum? Ein Fake gar aus der Traumfabrik Kino?

Um es auf den Punkt zu bringen: Das Leben ist nicht lang genug, um sich knapp anderthalb Stunden vor die Leinwand zu setzen. Und das bei einem erst sehr spät vom Film entdeckten Erzkomödianten wie Markus Hering, der seit 1993 zum Ensemble des Wiener Burgtheaters gehörte und gleich zweimal den begehrten Nestroy-Preis als bester Darsteller erhielt. Und das bei einem deutschen All-Star-Aufgebot bis in kleinste Episodenrollen und kurze Cameo-Auftritte (Regiekollege Joseph Vilsmaier) hinein, genannt seien etwa noch Justus von Dohnanyi als Produzentensohn, Heino Ferch als Arzt, Yvonne Catterfield als Soap-Star sowie Otto Sander und Burkhard Klaußner neben Comedians wie Bully Herbig und Kurt Krömer, der Alfi Herings Finanzberater mimt.

Dani Levy im X-Verleih-Presseheft: „Ich glaube, der Film ist weniger autobiographisch als vielmehr persönlich. Das Drehbuch entstand aus der Sehnsucht, einen Film über einen Künstler, einen Filmemacher, über meine Liebe zum Film zu machen. Einen möglichst ehrlichen Film, so wie das Truffaut, Fellini, Woody Allen oder Almodovar gemacht haben. Wahrscheinlich will sich jeder Filmemacher eines Tages mit dem auseinandersetzen, was er da sein ganzes Leben lang treibt. Ich wusste, es sollte eine Komödie werden. Nicht zwangsläufig über mich, aber inspiriert von meinen eigenen Erfahrungen und Fragen und vor allem auch von den Widerständen, auf die man stößt, wenn man eigenwillige Filme drehen will. Also auch ein Film über die Kunstform Film. Und die Fragen: Können Filme die Wahrheit sagen? Was ist Sein und Schein, was Realität und Illusion?“ Free-TV-Premiere war zwei Jahre nach der Schweiz und Österreich am 9. Juni 2015 auf Super RTL.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Editing

Music

Cast

Producer

All Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Assistant camera operator

Still photography

Titles / Opticals

Lighting design

Production design

Property master

Stand-by props

Construction manager

Editing

Sound design

Audio mixing

Casting

Music

Cast

Producer

Line producer

Unit production manager

Production coordinator

Original distributor

Shoot

    • 01.09.2009 - 30.10.2009: Berlin, Italien
Duration:
2362 m, 86 min
Format:
35mm, 1:2,35
Video/Audio:
Farbe, Dolby Digital
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 06.08.2010, 123253, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 26.08.2010

Titles

  • Originaltitel (DE) Das Leben ist zu lang

Versions

Original

Duration:
2362 m, 86 min
Format:
35mm, 1:2,35
Video/Audio:
Farbe, Dolby Digital
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 06.08.2010, 123253, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 26.08.2010