Hedwig Wangel

Weitere Namen
Amalie Pauline Hedwig Simon (Geburtsname)
Darstellerin, Regie, Produzent
Berlin Lohe bei Rendsburg

Biografie

Hedwig Wangel kommt als Tochter des Musikverlegers Carl Simon und seiner Frau Anna, geborene Droehmer, am 23. September 1875 in Berlin auf die Welt. Sie besucht, wie die meisten Mädchen aus bürgerlichem Hause die Höhere Töchterschule, nimmt Gesangsunterricht bei der Koloratursängerin Emilie Welti-Herzog und Schauspielunterricht bei Antonie Baumeister sowie bei Elsa Ernst-Cochoy und Josef Kainz. Bereits mit 15 Jahren spricht sie im Königlichen Schauspielhaus bei Max Grube vor, wo sie anschließend Unterricht nimmt. Ihr großes Vorbild ist die bekannte Schauspielerin Agnes Sorma. Hedwig Wangel erhält zunächst Engagements in Barmen, Riga, Kassel und Berlin. 1903 wird sie ans Deutsche Theater berufen und steigt dort zu einer Schauspielerin von internationalem Rang auf. Sie bekommt Engagements in London, Paris und Petersburg und spielt in den Münchner Kammerspielen bei Otto Falckenberg. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zieht sie sich plötzlich 1909 vom Theater zurück, widmet sich ihrer Religiosität und stellt ihr Leben in den Dienst der Wohltätigkeit und sozialen Humanität. Nach über 15 Jahren kehrt sie zurück zur Bühne, baut ihre Theater- und Filmkarriere weiter aus und übernimmt in über 70 Filmen oft die Hauptrolle. Sie beherrscht sowohl das humorvolle als auch das tragische Fach, spielt im Theater die unterschiedlichsten weiblichen Figuren in Shakespeare-Stücken.

Am 31. März 1926 eröffnet sie im brandenburgischen Dolgensee in der Nähe von Storkow "Das Tor der Hoffnung", ein Heim mit Fachschule für weibliche Strafentlassene. Um das Haus finanzieren zu können, gründet sie den Wohltätigkeitsverein Hedwig Wangel-Hilfe und kämpft jahrelang für seinen Erhalt. Im "Goldenen Buch der Mädchen", herausgegeben von Alice Fliegel schreibt sie: "[…] immer wieder ging ich in das Gefängnis, immer wieder hatte ich nur den einen Wunsch: 'Ein Haus!' Wohin sollten die armen Menschenkinder denn gehen, wenn sie entlassen werden, die Eltern tot oder verarmt oder in Feindschaft mit ihren heruntergekommenen Kindern lebten?" (S. 271).

Schließlich kann sie 40 Mädchen und Frauen einen Platz im Heim anbieten, um ihnen eine Perspektive geben zu können, sich wieder in das gesellschaftliche Leben einzugliedern. Die Strafentlassenen werden in kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Berufen ausgebildet, lernen stenografieren und Schreibmaschine schreiben, Schneidern und das Friseurhandwerk. 1926 produziert sie mit dem Verein den kurzen Dokumentarfilm "Ein Rettungsanker für Gescheiterte" und 1930 den Spielfilm "Menschen zweiter Güte", bei dem sie gemeinsam mit Julius Meery Regie führt. Die Uraufführung findet im Ufa-Theater Kurfürstendamm vor ausverkauftem Haus statt. Beide Filme sind leider verschollen. Neben der Produktion des Films, der für das Heim und die Ausbildung strafentlassener Frauen wirbt, reist Wangel durch ganz Deutschland, hält Vorträge und sucht engagierte Geldgeber*innen für ihr Heim.

Obwohl die Fachschule Zuschüsse vom Staat erhält, Wangel unermüdlich für das Heim wirbt und Spenden sammelt, reicht es nicht. Ihr fehlen finanzkräftige Wohltäter*innen und Mäzene, so muss das Heim 1929 wieder schließen. Die tiefreligiöse Schauspielerin tritt weiterhin im Theater auf und spielt bis 1956 zahlreiche Rollen im Film. Zudem ist sie als Synchronsprecherin tätig. Im Alter von 85 Jahren stirbt sie im Holsteinischen Lohe in einem Heim für gefährdete Frauen und Mädchen, an dessen Gründung sie maßgeblich beteiligt war. (gw)

Ausgewählte Literaturhinweise 

Hedwig Wangel: Das Tor der Hoffnung. In: Alice Fliegel (Hg.): Das Goldene Buch der Mädchen. Berlin: Eigenbrödler Verlag 1928, S. 270–275. 

Clara Weichold-Kantmann: Hedwig Wangels Liebeswerk. Das "Tor der Hoffnung". In: Frauenfreude Mädchenglück, 1929, Nr. 188, S. 3.

Quelle:

Berten, Daria; Haupts, Annika; Heizmann, Anna; Jaspers, Kristina (Hg.): Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933). München: Edition text+kritik 2025 (Film Erbe, Bd. 7).

FILMOGRAFIE

1955
  • Darsteller
1953
  • Darsteller
1952/1953
  • Darsteller
1953
  • Darsteller
1952
  • Darsteller
1950/1951
  • Darsteller
1951
  • Darsteller
1944/1950
  • Darsteller
1949/1950
  • Darsteller
1949/1950
  • Darsteller
1949/1950
  • Darsteller
1948/1949
  • Darsteller
1949
  • Darsteller
1947/1948
  • Darsteller
1944/1945
  • Darsteller
1944/1945
  • Darsteller
1944/1945
  • Darsteller
1943/1944
  • Darsteller
1943/1944
  • Darsteller
1942/1943
  • Darsteller
1941/1942
  • Darsteller
1942
  • Darsteller
1940/1941
  • Darsteller
1941
  • Darsteller
1941
  • Darsteller
1940/1941
  • Darsteller
1939/1940
  • Darsteller
1940
  • Darsteller
1939
  • Darsteller
1938
  • Darsteller
1937/1938
  • Darsteller
1932
  • Darsteller
1931/1932
  • Darsteller
1931/1932
  • Darsteller
1932
  • Darsteller
1932
  • Darsteller
1931
  • Darsteller
1930
  • Darsteller
1930
  • Darsteller
1930
  • Regie
  • Produzent
1928
  • Darsteller
1927/1928
  • Darsteller
1927
  • Darsteller
1927
  • Darsteller
1926/1927
  • Darsteller
1926/1927
  • Darsteller
1926
  • Darsteller
1926
  • Darsteller
1926
  • Darsteller
1926
  • Darsteller