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Oliver Hirschbiegel

Darsteller, Regie, Drehbuch, Musik
Hamburg

Biografie

Oliver Hirschbiegel, geboren am 29. Dezember 1957 in Hamburg, fährt nach dem Abschluss der Waldorfschule zunächst als Küchenjunge auf See. Nach seiner Rückkehr studiert er Malerei und Grafik bei Sigmar Polke an der Hamburger Hochschule der Künste, wendet sich jedoch immer mehr den Bereichen Foto, Video und Film zu, inszeniert Rauminstallationen und Performance-Auftritte und wechselt schließlich ins Fach Filmregie über.

Seine professionelle Karriere als Filmemacher beginnt er Mitte der 1980er Jahre als Aufnahmeleiter bei der TV-Serie "Losberg". 1986 gibt er mit der Fernsehproduktion "Das Go! Projekt", zu dem er auch das Drehbuch verfasst, sein Regiedebüt. Fünf Jahre später sorgt er mit dem innovativen TV-Projekt "Mörderische Entscheidung" für Aufsehen: Der Thriller erzählt in Form von zwei Filmen die gleiche Geschichte aus der Sicht zweier Personen, wobei der Zuschauer je nach Situation selbst die Perspektive bestimmen kann, da beide Versionen gleichzeitig in ARD und ZDF ausgestrahlt werden – auch das ein Novum im deutschen Fernsehen.

Im folgenden Jahr inszeniert Hirschbiegel den Tatort "Kinderspiel", der mit einem Grimme-Preise ausgezeichnet wird. Nach einer Reihe weiterer Krimi-Episoden wie "Kommissar Rex" (1997) und Fernsehfilmen wie dem Grimme-Preis-gekrönten Krimi "Das Urteil" (1997) gibt Hirschbiegel im Jahr 2001 sein Kinodebüt: Der prominent besetzte Thriller "Das Experiment" erweist sich als großer Publikumserfolg und wird unter anderem mit drei Bayerischen und vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet.

Nach dem Einpersonen-Kammerspiel "Mein letzter Film" (2002) mit Hannelore Elsner sorgt Hirschbiegel 2004 mit "Der Untergang" (2004) nach dem Buch von Joachim Fest weltweit für Furore. Die mit zahlreichen Charakterdarstellern besetzte Großproduktion über die letzten Stunden in Hitlers Führerbunker wird von der deutschen Kritik eher negativ aufgenommen, während renommierte Kritiker etwa in den USA oder in Großbritannien dem Film sehr wohlwollend gegenüberstehen. Beim deutschen Publikum kommt "Der Untergang" trotz der Ablehnung der Kritik sehr gut an: Der Film zieht über 4,6 Millionen Zuschauer in die Kinos. Darüber hinaus wird "Der Untergang" mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen bedacht, darunter eine Oscar-Nominierung, der Preis des Verbands der Londoner Filmkritiker und drei Bayerische Filmpreise.

Die Erfolge von "Das Experiment" und "Der Untergang" bringen Hirschbiegel Angebote aus Hollywood ein. Nachdem er mit "Ein ganz gewöhnlicher Jude" (2005) ein weiteres ambitioniertes Kammerspiel inszeniert hat, folgt er dem Lockruf und gibt mit dem Science-Fiction-Thriller "Invasion", einer Neuverfilmung des "Körperfresser"-Stoffs, sein mit Nicole Kidman und Daniel Craig starbesetztes Hollywood-Debüt. Während der Produktion kommt es allerdings zu kreativen Differenzen mit den Produzenten, die Hirschbiegel schließlich von dem fast fertig gestellten Projekt abziehen und den Regisseur James McTeigue (ohne Nennung in den Credits) als Ersatz engagieren.

Wesentlich erfolgreicher ist sein folgender Film, die britisch-irische Koproduktion "Five Minutes of Heaven" (2009): Liam Neeson spielt darin ein Mitglied der protestantischen UVF-Miliz in Irland, der in jungen Jahren einen Katholiken tötete und 33 Jahre später mit dessen Bruder zusammentrifft. Der Film erhält zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter einen BAFTA-Award für das Beste Drehbuch und den Regiepreis sowie den Drehbuchpreis in der Sektion "World Cinema" beim Sundance Film Festival.

Sein aufwändiger TV-Mehrteiler "Borgia" (2011), über die berühmt-berüchtigte Familie im Italien des ausgehenden 15. Jahrhunderts, bekommt zwiespältige Kritiken, ist aber ein großer Zuschauererfolg. Einen Flop muss Oliver Hirschbiegel mit "Diana" (2013, UK/F/S/B) hinnehmen: Die Filmbiografie über die britische Prinzessin Diana, mit Naomi Watts in der Titelrolle, erhält überwiegend negative Kritiken und ist auch an den Kinokassen ein Misserfolg.

Seinen nächsten Film dreht Hirschbiegel wieder in Deutschland: Das historische Drama "Elser" (2014/2015) erzählt die Geschichte von Georg Elser, der 1939 in München ein Attentat auf Adolf Hitler verübte.

 

Filmografie

2015-2017
  • Regie
2014/2015
  • Regie
2009-2012
  • Regie
2003/2004
  • Regie
2001/2002
  • Regie
2000/2001
  • Regie
1997
  • Regie
  • Musik
1996/1997
  • Regie
1996
  • Regie
1996
  • Regie
1996
  • Regie
1994
  • Regie
1992
  • Regie
1985/1986
  • Regie
  • Drehbuch
1982/1983
  • Darsteller