Unter den Brücken

Deutschland 1944/1945 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Hendrik und Willy sind Besitzer und gleichzeitig Mannschaft eines Schleppkahns. Sie fahren auf der Havel, haben hier und da eine Freundin und träumen von "′was Festem". Eines Abends beobachten sie ein Mädchen, das sich offenbar von einer Brücke ins Wasser stürzen will. Beide eilen zu Hilfe und müssen zu ihrer "Enttäuschung" feststellen, dass Anna nur einen Zehnmarkschein in den Fluss geworfen hat, um eine unangenehme Erinnerung loszuwerden. Aber immerhin lässt sich Anna überreden, als Passagier mit nach Berlin zu fahren, und beide Freunde verlieben sich alsbald in sie.

Als Anna, durch eine ungeschickte Bemerkung Willys gekränkt, das Schiff verlässt, schließen die beiden Männer ein Abkommen: Wer Anna gewinnt, muss auf seinen Anteil am Kahn verzichten. Siegesgewiss geht Willy an Land und kümmert sich rührend um Anna. Doch bald spürt er, dass sie in Hendrik verliebt ist. Er ist ehrlich genug, Hendrik das zu sagen. Und letzten Endes mag er Hendrik auch viel zu gern, um auf der Erfüllung des Abkommens zu bestehen. So werden Anna, Hendrik und Willy künftig gemeinsam auf dem Kahn fahren.

 

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Falk Schwarz
Kamerapoesie auf der Havel
Igor Oberberg (1907-1996) hatte die Kameraarbeit bei Werner Krien und Fritz Arno Wagner gelernt und brachte damit allerbeste Voraussetzungen mit, eine Brücke zwischen der hochexpressiven Fotografie der früher 30er Jahre zu schlagen und einer neuen Sachlichkeit. Oberberg filmte 1944 diese poetische Ballade auf die Freiheit des Individuums mit einer handgehaltenen Debrie Parvo-L35mm, benutzte nur gelegentlich bei den Aussenaufnahmen Bogenlampen, vertraute aber sonst auf das normale Tageslicht. Das Glitzern der Sonne auf dem Wasser oder die Reflexionen bei den Unterfahrten der Brücken. Er nutzte Spiegel, um die Sonnenstrahlen lenken zu können. Die Innenaufnahmen von „unter Deck“ in dem Kahn jedoch zeigen eine fein austarierte Beleuchtung - flackerndes Führungslicht, Mut zur Dunkelheit, und wenn die Gesichter auch nur von einem einzigen Lichtstrahl erhellt zu sein scheinen, so ist doch das umgebende Licht sorgfältig abgestimmt. Die Kamera hält sich „unter Deck“ fast still, sie bewegt sich kaum. Alles macht den Eindruck vollkommener Natürlichkeit und die Trennlinie zwischen Studio und Aussenaufnahmen ist fast unsichtbar. Erfindungsreiche Details: die beiden Kahnschiffer (Carl Raddatz und Gustav Knuth) sind unter Deck und unterhalten sich über das Mädchen (Hannelore Schroth), das gerade an Bord gekommen ist. Zwischen ihnen hängt ein Fahrrad. Raddatz dreht das Hinterrad und die Schatten, die auf Knuth fallen, werden durch die schnelldrehenden Speichen „aufgewirbelt“. Der Film hat eine Leichtigkeit, eine Poesie und Heiterkeit, die durch diese innovative Fotografie erreicht wird. „Oberberg vereint eine poetische Vision mit einem fast dokumentarischen Gefühl für Bilder und Szenen“. (zitiert nach „A Century of European Cinematography“). Oberberg und seinem Regisseur Käutner gebührt ein Platz im Olymp der bestfotografierten Filme.

Credits

Kamera

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 08.05.1944 - Oktober 1944: Glienicker Brücke, Havelwerder, Ketzin, Potsdam, Berliner Tiergarten
Länge:
2721 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): März 1945, Jugendfrei;
FSK-Prüfung: 23.06.1950, 01458, uneingeschränkt;
FSK-Prüfung: 01.02.1995, 01458, ab 12 Jahre, feiertagsfrei [2. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung (CH): Juli 1946, Locarno, IFF;
Kinostart: 18.05.1950, Göttingen;
TV-Erstsendung: 05.04.1955, ARD

Titel

  • Originaltitel (DE) Unter den Brücken

Fassungen

Original

Länge:
2721 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): März 1945, Jugendfrei;
FSK-Prüfung: 23.06.1950, 01458, uneingeschränkt;
FSK-Prüfung: 01.02.1995, 01458, ab 12 Jahre, feiertagsfrei [2. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung (CH): Juli 1946, Locarno, IFF;
Kinostart: 18.05.1950, Göttingen;
TV-Erstsendung: 05.04.1955, ARD