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Solo Sunny

DDR 1978-1980 Spielfilm

Inhalt

Die DDR, Ende der siebziger Jahre. Die Sängerin Solo Sunny tingelt mit ihrer Band durch die Provinz. Trotz aller beruflichen und privaten Rückschläge sowie der Schwierigkeiten, ihre Träume mit den Lebensrealitäten in der DDR in Einklang zu bringen, versucht Sunny, die Hoffnung nicht aufzugeben.

 

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Falk Schwarz
Sunny bleibt solo
„Sunny, das Mädchen mit dem goldenen Herzen, das es besser verdient hätte“, so beschreibt Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase seine Figur der Sunny. Sie tingelt durch die biederen dörflichen Tanzsäle der DDR (was herrschte dort für ein Mief und Muff!), singt mit vollem Einsatz und wirft hin, wenn sie der dümmliche Moderator beleidigt („gehört trotz ihrer Jahre noch zum Nachwuchs“) und ekelt sich vor dem Zuschauer, der bei ihrem Gesang in seinem Essen stochert. Sie ist ehrgeizig, selbstbewusst und gleichzeitig naiv - vor allem, wenn es um Männer geht. Da ist der brave Taxifahrer, mit dem es einfach nicht funktioniert, dann der philosophisch angehauchte Typ, der das Leben aus Büchern kennt und der sinnlichen Sunny nichts entgegenzusetzen hat und ihr doch eine furchtbare Schmach zufügt. Diesem vielfach ambivalenten Charakter gibt Renate Krößner eine filmisch ideale Gestalt - sie schaut fraulich aus, macht auch mal auf Vamp auf der Bühne, und ist dann doch wieder traurig, verletzlich, unsicher und jungmädchenhaft. Regisseur Konrad Wolf lässt vieles in der Schwebe, Szenen werden nicht zuende agiert, die Schwarzblende unterbricht oft mittendrin, aber es bleibt eine Leichtigkeit, die nur andeutet und die Fantasie des Zuschauers anregt. Ein Film des „dazwischen“, was gar nicht in Bildern gezeigt wird und sich doch zu einem Eindruck verdichtet. Man kann diese Sunny einfach nur lieben. Das Alles gedreht in abbruchreifen Häusern in Berlin (die DDR-Zensur nahm es hin…), wo das Aussen dann zum Innen wird. Sunny verpasst das Leben, das sie sich vorgestellt hat. Sie greift zu Tabletten und macht einen Suizidversuch. Als sie wieder aufwacht, entsteht in ihr eine neue Kraft. Sie stöckelt energisch durch die verschneiten Straßen Berlins und stellt sich einer neuen Band vor. „Ich bin Sunny. Ich will hier singen“. Ein Happyend? Eher ein weiterer Versuch, mit ihrem Leben etwas anzufangen. Doch innerlich ist diese Sunny jetzt anders. Ob die Katharsis wirkt?

Credits

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Szenarium

Dramaturgie

Kamera-Assistenz

Standfotos

Kostüme

Schnitt

Musik-Ausführung

Darsteller

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 1978 - 1979: Berlin/Ost (Prenzlauer Berg u.a.) und Umgebung
Länge:
2845 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
Orwocolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 13.03.1980, 51400, ab 16 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 24.04.1980, 51400 [2. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung (DE): 17.01.1980, Berlin, International

Titel

  • Originaltitel (DD) Solo Sunny

Fassungen

Original

Länge:
2845 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
Orwocolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 13.03.1980, 51400, ab 16 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 24.04.1980, 51400 [2. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung (DE): 17.01.1980, Berlin, International

Prüffassung

Länge:
2854 m, 104 min

Auszeichnungen

Chicago IFF 1980
  • Goldene Plakette
Berlin IFF 1980
  • Silbener Bär, Beste Darstellerin
  • Preis der Leserjury der "Berliner Morgenpost"
  • FIPRESCI Preis