Ich denke oft an Piroschka

BR Deutschland 1955 Spielfilm

Inhalt

In einer langen Rückblende erinnert sich der Schriftsteller Andreas an seine große Jugendliebe. Als Austauschstudent reiste er damals mit dem Schiff nach Budapest, wo er sich in Greta, eine junge Sekretärin, verliebte. Da Andreas aber am nächsten Tag weiter in die Puszta musste, versprachen beide, sich dort wiederzusehen. An seinem Bestimmungsort angekommen, lernte er alsbald Piroschka, die reizende und temperamentvolle 17-jährige Tochter des örtlichen Stationsvorstehers kennen – und es war Liebe auf den ersten Blick. Beide verlebten wunderbare Tage, und der bezaubernden Piroschka gelang es, den etwas spröden und unbeholfenen Andreas aufzulockern. Doch eines Tages erhielt der Student einen Brief von Greta; aber Piroschka ließ sich so leicht nicht abschütteln und folgte Andreas bis zum Plattensee ... .

Fortsetzung: "Ferien mit Piroschka", BRD/A/HU 1966, von Franz Josef Gottlieb.

 

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Falk Schwarz
"Warum sagst du mir nicht Piri?"
Es gibt Filme, die leben und strahlen selbst noch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung. Es gibt Filme, die erst anfangen zu glühen, wenn sie ein zweites oder drittes Mal angesehen werden. Aber es gibt eben auch Filme, die setzen schon nach wenigen Jahren dicke Patina an, werden blass und langweilig. Die Zeiten drehen sich. Komödien haben es da besonders schwer. Aber wollte Kurt Hoffmann überhaupt eine Komödie? Eher eine Liebeskapriole, Tokaier mit Wermut. Lilo Pulver spricht deutsch mit leichtem Akzent, was wie ungarisch klingen soll. Gustav Knuth prahlt mit dem langen Stationsnamen und doch wirkt seine Fröhlichkeit aufgesetzt. Selbst Rudolf Vogel als radelnder Briefträger klebt an der Oberfläche seiner Rolle. Dazwischen Pusztaromantik - ja, man muss sich kneifen, dass ein Kurt Hoffmann einen „Heimtafilm“ vor ungarischer Kulisse (der übrigens in Jugoslawien gedreht wurde) inszeniert. Mit Sonnenuntergängen über der Puszta, Chorgesang beim Maisrebeln (im Atelier in München), allerlei Schnickschnack, der unsere Vorurteile bedient - so klingt Zigeunerromantik. Zwar - das muss zugegeben werden - kommen auch richtige, gute „Zigeuner“-Gesichter in diesem Film vor (man benutzte diesen Bregriff noch naiv), aber die ganze Story hat doch merklich Moos angesetzt. Sicher, die Pulver spielt lebendig und lustig und wurde mit diesem Film zum Star - aber die besondere Atmosphäre, das typisch-Ungarische, das uns verzaubern soll und für diesen Film einnehmen - das wirkt heute eher aufgesetzt und eintönig. Zu wenig Dramaturgie, zu wenig Gestaltetes, zu wenig von Allem. Kameramann Richard Angst findet wunderbare Perspektiven, schwelgt in Bildern von Pferden auf der Puzsta, liebt offenbar die alte klapprige Dampflok, die aus dem Museum herbeigezogen wurde. Alles ganz prima. Aber der Lustspielmacher Hoffmann macht uns hier keine Lust auf den Gefühlswirrwarr eines Pusztamädchens. Zumindest heute nicht mehr. Ich weiss - es ist ungerecht - aber so war Opas Kino!

Credits

Kamera

Schnitt

Musik

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera

Kamera-Assistenz

Standfotos

Bauten

Bau-Ausführung

Außenrequisite

Innenrequisite

Kostüme

Schnitt

Schnitt-Assistenz

Musik

Darsteller

Produzent

Produktionsleitung

Produktions-Sekretariat

Länge:
2636 m, 96 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 14.12.1955, 11223, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 29.12.1955, Köln, Rex am Ring

Titel

  • Originaltitel (DE) Ich denke oft an Piroschka

Fassungen

Original

Länge:
2636 m, 96 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 14.12.1955, 11223, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 29.12.1955, Köln, Rex am Ring

Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis 1956
  • Filmband in Silber, Überdurchschnittlicher abendfüllender Spielfilm