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Hab' mich lieb!

Deutschland 1942 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Monika Koch ist eine ebenso reizende wie temperamentvolle Tänzerin am Revuetheater. Als sie eines Abends zu spät im Theater erscheint, versucht sie, auf der Bühne zu improvisieren und verursacht dabei eine ungewollt komische Szene.

Der Direktor ist empört und Monika wird kurzerhand entlassen. Als wäre das nicht genug, wird sie zu Hause von ihrem Vermieter erwartet, der sie wegen ausbleibender Mietzahlungen vor die Tür setzt. Als Retter in der Not erweist sich ihr Nachbar, der Ägyptologe Dr. Georg Nöhring. Er gewährt Monika Unterschlupf und – verlobt sich noch in der gleichen Nacht mit ihr! Als Georgs Freund Andreas, der seinen etwas naiven Kumpel gerne bevormundet, von der Sache hört, redet er ihm ins Gewissen, gar nicht erst zur geplanten Feier zu erscheinen.

Am Bahnhof stellt die wutentbrannte Monika den intriganten Kerl zur Rede, ohne zu bemerken, dass sich der Zug, in dem sie sich befinden, langsam in Bewegung setzt. Ob Monika will oder nicht: nun muss sie mit dem verhassten Andreas nach Tirol reisen. Aber eigentlich, so stellt sie bald fest, ist Andreas gar nicht so übel. Wenn sie es recht bedenkt, ist er sogar viel netter und charmanter als Georg. Der hat inzwischen Monikas Freundin Helene kennen gelernt, mit der er sich seinerseits prächtig versteht.

 

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Falk Schwarz
Kokett und prüde
Witzig, wenn eine begabte Tänzerin sich gekonnt verstolpert wie Marika Rökk in der Eingangsequenz, wo jeder weiß: lange geprobt, mehrfach gedreht - bis es letztlich stimmt. Aber die Art wie die Rökk aus dem Tritt kommt, einige Clownerien abliefert und dann doch wieder hineinfindet in den Takt und mit schneller Beinarbeit den albernen Sänger irritiert, das hat etwas. Auch die Dialoge können sich sehen lassen: „Am liebsten würde ich sterben“, sagt die Rökk affektiert. Darauf er: „Aber doch nicht im Treppenflur. Da zieht‘s doch so.“ Staal und Rökk können sich auf dem Bahnhof nicht einigen. Sie klappt das halbe Abfahrtsschild herunter, er das halbe Ankunftsschild hoch. So sehen sie sich und sehen sich doch nicht. Schnippisch und störrisch kann die Rökk sein und dann wieder lächeln, dass jedes Eis schmilzt. Kokett ist sie und gleichzeitig zeitgemäß prüde. Abendessen in einem Zimmer mit dem schon Erkannten - aber sie bleibt hinter den Bettvorhängen. Was sagt sie zu ihrem Ägyptologen (Viktor Staal)? „Das Leben könnte so schön sein - wenn es schöner wäre.“ Ein solcher Satz hatte mitten im Krieg Detonationswirkung. Auch musikalisch kann sie etwas. Sie pfeift kess das Thema „Wenn ein junger Mann kommt“ aus ihrem Film „Frauen sind doch bessere Diplomaten“. In diesem zweiten Film scheint sich Regisseur Harald Braun noch nicht sicher, was denn eigentlich seine Stärken sind. Die Revuesequenzen sind bis auf die erste einfach nur üblich. Der Witz dieses Films, der sich leider in der zweiten Hälfte weitgehend verliert, ist eher die Situationskomik: wie zum Beispiel das Paar Rökk/Brausewetter in der Drehtür hängenbleibt und die Liebeserklärung nicht funktioniert. Das Happyend lässt nicht auf sich warten - die Rökk singt in der letzten Revue ihren Liebsten an, der sich in einem hohlen Baum in der Kulisse versteckt hat. Netter Einfall. Aber auch wenn sich alle kriegen - die Frauen treten von der Bühne ab und werden „starr vor Eheglück“ (Witte). Was für eine Perspektive!

Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Musik

Darsteller

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 15.06.1942 - Juli 1942: Berlin
Länge:
2707 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 02.12.1942, B.58100, Jugendverbot;
FSK-Prüfung (DE): 04.10.1983, B 341, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 08.12.1942, Berlin, Stella-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Hab' mich lieb!

Fassungen

Original

Länge:
2707 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 02.12.1942, B.58100, Jugendverbot;
FSK-Prüfung (DE): 04.10.1983, B 341, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 08.12.1942, Berlin, Stella-Palast