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Die Fledermaus

Österreich 1961/1962 Spielfilm

Inhalt

Wegen Beamtenbeleidigung soll der Rechtsanwalt Dr. Gabriel Eisenstein für eine Woche ins Gefängnis. Während seine Frau Rosalinde vorhat, in dieser Zeit zu verreisen, lädt das Hausmädchen Adele kurzerhand ihren Verehrer Alfred in das leer stehende Haus ein. Dann aber kommt alles anders als geplant: Weil er für einen steinreichen Mandanten den Ball des Grafen Orlofsky besuchen soll, drückt sich Eisenstein vor einer Inhaftierung und geht als Marquis Renard auf die Feierlichkeit. Dort trifft er nicht nur auf seine Frau, die sich als russische Tänzerin ausgibt, sondern auch auf Adele, die als Ehefrau, die Marquise Renard, posiert. Mit diesem Mummenschanz nimmt eine turbulente Verwechslungsgeschichte ihren Anfang.

 

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Falk Schwarz
Die Zerstörung eines Meisterwerks
Bis dato war unbekannt, dass Fledermäuse Faustschläge austeilen können. Der erste kommt, als die Geigen das wunderbare erste Thema der Ouvertüre intonieren - und eine Bigband antwortet. Dann öffnet sich der Vorhang, auf dem der Vorspann ablief, und wir befinden uns auf einer Pferderennbahn. Kostümrausch. Zeitpunkt: Kaiserreich. Wir treffen einen blasierten Fürst Orlofsky (immer mit derselbe Masche: Boy Gobert) und einen freundlichen Nicht-Charakter (Gunter Philipp). Sie brabbeln irgendwelches Zeugs daher, das mit der bekannten Handlung der „Fledermaus“ von Johann Strauss nichts zu tun hat - der zweite Faustschlag. Dann lernen wir Rosalinde kennen (ganz hübsch: Marianne Koch) und ihre Zofe Adele, die von Marika Rökk verhampelt wird. Sie kriegt keinen geraden Satz heraus, ohne mit Armen und Beinen zu schlenkern - weiterer Faustschlag. Sowas sollen wir uns anschauen? Immer mal wieder klingen kurz ein paar Melodien von Strauss an („Brüderlein und Schwesterlein“), die aber sofort von Allerweltsschlagern von Erich Becht und Kurt Feltz eingerahmt werden. Ist niemandem aufgefallen, wie dieses Trallala neben Strauss wirkt? Der arme Moser nuschelt, als würde er sich selber nicht mehr verstehen, und sein „Frosch“ ist nur noch eine matte Erinnerung an einen Wiener Charakter. Wer hat diese peinliche Torheit zu verantworten? Mal wieder der Cziffra („Von Cziffra bis Trebitsch - immer derselbe Drehkitsch“). Er war der Meinung, dass seine müden und abgetakelten Revuefilme noch Publikum anzogen. „Das Publikum hatte Ende der vierziger Jahre die Nase voll von Problemen und Problemfilmen“ schreibt er in seinen Memoiren. Mag ja sein - nur sind wir hier am Beginn der 60er Jahre. Er verstand nicht mehr, dass kesses Beineschwingen keinen Film mehr stemmt. Zwar flackert noch manchmal Tanzlust auf, aber alles ist derart überdreht, dass es sich selbst karikiert. Da ballt der Zuschauer die Faust. Den ärgsten Schlag aber musste Johann Strauss einstecken - die Zerstörung seiner glänzenden Operette.

Credits

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Länge:
2942 m, 108 min
Format:
35mm, Ultrascope
Bild/Ton:
Eastmancolor
Aufführung:

Kinostart (CH): 02.02.1962

Titel

  • Originaltitel (AT) Die Fledermaus

Fassungen

Original

Länge:
2942 m, 108 min
Format:
35mm, Ultrascope
Bild/Ton:
Eastmancolor
Aufführung:

Kinostart (CH): 02.02.1962