Die Csardasfürstin

BR Deutschland 1951 Spielfilm

Inhalt

Verfilmung der populären Operette von Emmerich Kálmáns. Alle Männer liegen der faszinierenden Budapester Tänzerin Sylva Varescu zu Füßen. Eines Tages verliebt sich der Prinz Edwin Weylerstein in die ebenso schöne wie unnahbare Frau. Doch sein Vater versucht alles, um die nicht standesgemäße Verbindung zum Scheitern zu bringen: Edwin soll die Komtesse Planitz heiraten. In ihrer Trauer will Sylva nach Amerika auswandern. Erst als die Komtesse sich für einen anderen Mann entscheidet, mit dem sie davonläuft, ist der Weg für Edwin und Sylva frei.

 

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Falk Schwarz
Bunte, belanglose Bildchen
Emmerich Kalman schrieb die „Czardasfürstin“ im Jahre 1915, also im zweiten Kriegsjahr. Der Opernregisseur Peter Konwitschny nahm diese Entstehungszeit ernst und setzte die Handlung um die Soubrette Silva Varescu vor genau diesen Hintergrund - in Schützengräben, mit Bombeneinschlägen im Varieté, in dem Silva auftritt, mit den Scheußlichkeiten eines Krieges. Dadurch bekam die Allerweltshandlung eine völlig andere Dimension - eine Art Totentanz - und Konwitschnys Inszenierung wurde 1999 an der Semperoper in Dresden zum Skandal. Zeitbezug zu inszenieren verstand Georg Jacoby 1951 anders. Er verwirbelte das ursprüngliche Libretto, „reicherte“ es mit in sich sinnlosen Aussenaufnahmen in Taormina und Rom an, „bearbeitete“ die Dialogpassagen und ignorierte alle ernsten Anklänge des Librettos. Bunte Bildchen statt kluger Struktur. So wirkt der Film um Silva (Marika Rökk), die ihren Boni (mit aufgeregtem Charme: Walter Müller) nicht haben will und dafür ihren Edwin (mit Knödelstimme: Johannes Heesters) bekommt, heute langweilig und fad. Die Rökk in Abendgarderobe, im Sonntagskleid, im Tanzdress. Wobei zuzugeben ist, dass die Rökk hier wieder sehr gekonnt tanzt, sehr artistisch ihre Pirouetten dreht und dennoch fehlt etwas, was ihr in früheren Filmen mühelos gelang: die Leichtigkeit. Ihre Beinarbeit ist brillant anzusehen, ihre Sprünge schwindelerregend. In ihrem Gesicht aber verschwindet das mädchenhaft Charmante. Mit dem Singen haperte es dieses Mal. Denn Kalman hat Arien wie „Mädchen gibt es immer wieder“ so hoch gesetzt, dass eine geschulte Stimme diese Partien singen muss. Also wird die Rökk synchronisiert. In der letzten belanglosen Revuenummer ist dem Kameramann Bruno Mondi („Jud Süß“) noch etwas sehr Filmisches eingefallen: mit einem visual effect lässt er die letzte Czardaspirouette vierfach um sich selber tanzen. So können belanglose Tanzszenen filmisch aufgelockert werden. Und dann? „,Tausend kleine Englein singen: habt Euch lieb...‘ Wer hört es nicht gerne. Und fehlt uns nicht heute genau das?“ (Konwitschny)

Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Länge:
2546 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 11.12.1951, 03573, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 20.12.1951, Frankfurt am Main, Turm-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Die Csardasfürstin
  • sonstiger Titel Die Czárdásfürstin

Fassungen

Original

Länge:
2546 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 11.12.1951, 03573, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 20.12.1951, Frankfurt am Main, Turm-Palast